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Augsburg

15.01.2020

Nach Tod von Michael Grandel: So geht es bei Dr. Grandel weiter

Wie geht es nach dem Tod von Michael Grandel mit dessen Unternehmen weiter? Ariane Grandel und Gabriel Duttler führen das Geschäft weiter.
Bild: Michael Hochgemuth

Plus Als Unternehmer Michael Grandel im September 2019 unerwartet stirbt, übernehmen Tochter und Neffe die Leitung. Sie erzählen, wie sie diese Herausforderung meistern.

Die Nachricht im September kam völlig unerwartet: Der Augsburger Unternehmer Michael Grandel ist tot. Er hinterließ seine Frau Imelda und Tochter Ariane. Dazu sein Kosmetikunternehmen Dr. Grandel, das schon von seinem Vater gegründet, von ihm weitergeführt und zu einem der innovativsten Unternehmen der Branche entwickelt worden war.

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In 50 Ländern ist Dr. Grandel mit seinen Produkten vertreten. Rund 10.000 Kosmetikinstitute setzen Grandel-Produkte bei ihren Behandlungen ein. Der Nettoumsatz des Unternehmens, das 230 Mitarbeiter beschäftigt, wurde zuletzt mit rund 50 Millionen Euro angegeben.

Die Trauer um Michael Grandel saß tief

Die Trauer saß tief – nicht nur bei der Familie. Selbst Oberbürgermeister Kurt Gribl, der damals beim Requiem auch als Freund sprach, tat sich schwer, die Fassung zu bewahren. Mitarbeiter, Weggefährten und Kunden berichteten in der Basilika St. Ulrich und Afra über den außergewöhnlichen Menschen Michael Grandel, der ein besonderes Gespür im Umgang mit Menschen gehabt habe und sich für viele Dinge interessierte – von Ballett bis zum Eishockey, von klassischer Musik bis Hardrock.

Michael Grandel starb im September vergangenen Jahres.
Bild: Silvio Wyszengrad


Heute, gut vier Monate später, scheint am Firmensitz in der Pfladergasse und in der „Beauty Manufaktur“ an der Friedberger Straße auf den ersten Blick wieder „Business as usual“ zu herrschen. Alles läuft seinen gewohnten Gang. In der gläsernen Manufaktur werden Tiegel befüllt und im Geschäft in der Altstadt Produkte an Kunden verkauft.

Grandels Tochter Ariane Grandel und sein Neffe Gabriel Duttler grüßen gut gelaunt auf dem Gang ihre Mitarbeiter und erkundigen sich bei manchen nach dem Stand der Dinge. Diese Normalität sei wichtig, erzählt Gabriel Duttler, der nun die Geschäftsführung innehat. Sie gebe dem Alltag Struktur, den Mitarbeitern Sicherheit und schließlich müsse es im Unternehmen auch weitergehen. „Nichts anderes hätte mein Onkel gewollt“, ist Duttler sicher.

Großes Porträt in der Augsburger Beauty Manufaktur Dr. Grandel

Emotional betrachtet, sei man vom Alltag jedoch noch ein gutes Stück entfernt. Michael Grandel ist noch oft gegenwärtig – nicht nur in Form eines großen Porträts in der Beauty Manufaktur. „Es gibt durchaus Situationen, wo wir und die Mitarbeiter uns fragen, wie er nun entschieden hätte“, erzählt Gabriel Duttler. Ariane Grandel sagt: „Diesen Verlust zu verschmerzen wird für meine Mutter und mich noch sehr lange dauern.“ Die vielen, teils bewegenden Reaktionen auf den Tod des Vaters hätten ihr aber gezeigt, dass er nicht nur für sie außergewöhnlich war, sondern auch andere intensiv berührt hat. „Das Gefühl, in der Trauer nicht alleine zu sein, hat sehr gutgetan.“

Für Ariane Grandel – sie ist fortan Markenbotschafterin von Dr. Grandel – und Gabriel Duttler kam der Schritt, die Verantwortung im Unternehmen übernehmen zu müssen, zwar schneller als geplant, aber nicht ganz unvorbereitet. „Mein Vater hat mich und meinen Cousin bereits seit einigen Jahren auf den Einstieg vorbereitet und uns unseren Stärken entsprechend mit Aufgaben betraut“, erzählt Grandel.

Michael Grandel regelte an seinen letzten Tagen die letzten Dinge

Man habe nach dem unerwarteten Tod also durchaus agieren und nicht nur reagieren können. Das sei „Glück im Unglück“ gewesen. Selbst an seinen letzten Tagen im Krankenhaus habe Michael Grandel noch die letzten Dinge geregelt und wichtige Weichen gestellt. „Zu wissen, dass wir gut vorbereitet sind und er guten Gewissens gehen kann, hat mir geholfen, nicht in die Verzweiflung abzurutschen“, sagt Ariane Grandel weiter.

Die Fußstapfen, die Michael Grandel hinterlässt, sind groß. „Er hat das Unternehmen nicht nur weiterentwickelt, er war das Unternehmen“, sagt seine Tochter. Michael Grandel war dafür bekannt, dass er sich für die unterschiedlichsten Dinge interessierte und Wissen wie ein Schwamm aufsog – ein Teil seines Erfolgsrezepts. Sorge, diese Fußstapfen nicht ausfüllen zu können, haben Duttler und Ariane Grandel trotzdem nicht.

„Es war klar, dass, wenn sich mein Vater irgendwann einmal zurückzieht, all die Aufgaben, die er in sich vereint hat, auf mehrere Schultern verteilt werden müssen“, sagt seine Tochter. Ihr Vater habe dafür rechtzeitig eine Basis, eine Art sicheres Nest geschaffen, aus dem heraus man nun selbst visionär tätig sein könne – jedoch der Tradition als Familienunternehmen verpflichtet und stets anknüpfend an die Visionen und Ziele von Michael Grandel.

Und so wollen die beiden auch vorgehen. Die Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit stehen dabei ganz oben auf der Agenda. Und für die nahe Zukunft sind bereits weitere neue Entwicklungen angekündigt.

Gabriel Duttler und Ariane Grandel wirken trotz aller emotionaler Herausforderungen gefestigt und sicher in ihrem Tun. Sie wollen die Erfolgsgeschichte des Augsburger Kosmetikunternehmens weiterschreiben.

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