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Augsburg

13.01.2020

Nach großem Protest in Augsburg: Bauern ziehen Bilanz

Rund 2000 Landwirte demonstrierten am Sonntag in der Augsburger Innenstatt. Mit Demos in ganz Deutschland will die Bewegung die Branche wieder aufbauen.
Bild: Silvio Wyszengrad

Rund 2000 Landwirte haben am Sonntag in Augsburg protestiert. Wie zufrieden sie mit der Aktion sind – und wie es jetzt weitergeht.

Es war ein großer und lautstarker Protest: Am Sonntagnachmittag haben rund 2000 Landwirte in der Augsburger Innenstadt protestiert. Ziel der Aktion war es, mit Ministerpräsident Söder ins Gespräch zu kommen und ihn auf die vielen Probleme anzusprechen, mit denen sich die Landwirtschaftsbranche konfrontiert sieht. Wie zufrieden die Landwirte mit der Demo waren und was sie bewegt, erklärt Mitorganisator und Landwirt Philipp Jans.

Im Großen und Ganzen sind die Landwirte mit der Demo zufrieden

Organisatorisch sei die Demo sehr gut verlaufen so Jans. „Die Polizei war zufrieden, wir waren zufrieden. Nur die fehlenden Parkplätze waren ein Problem“, erklärt der Landwirt. Anstatt der erwarteten 1000 Traktoren, kamen nämlich annähernd 2000. Auf dem Plärrergelände fanden die großen Maschinen nicht alle Platz, sie mussten teils auf den Parkplatz an der Fußballarena des FC Augsburg ausweichen. Von dort fuhren Busse die Demonstranten in die Stadt.

Die Bauern sammeln sich dort, um ab etwa 13 Uhr gemeinsam zu Fuß in die Innenstadt zu ziehen. Um 14 Uhr soll es eine Kundgebung auf dem Rathausplatz geben.
39 Bilder
Landwirte kommen mit Hunderten Traktoren zur Demo in Augsburg
Bild: Silvio Wyszengrad

Den rund 2000 Demonstranten stellte sich auch Ministerpräsident Söder auf dem Rathausplatz. Er war im Rathaus zu Gast beim Neujahrsempfang der Augsburger CSU. „Dass er vor der Menge mit uns spricht und wir nicht nur ein 15-Minuten-Gespräch mit ausgewählten Personen bekommen, war uns wichtig“ sagt Jans. Die Landwirte sind froh, dass er zugehört hat und sich öffentlich äußerte, auch wenn es inzwischen schon die dritte Demo der Bauern-Bewegung „Land schafft Verbindung“ war, mit der Söder sich auseinander setzen musste.

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Was Politik in der Landwirtschaft erreichen soll

Die Probleme, mit denen Landwirte zu kämpfen haben, rühren laut Philipp Jans unter anderem daher, dass Gesetzesentwürfe häufig kurzlebig seien und die Branche nicht richtig agieren könne. „Wir wissen gar nicht mehr, ob unsere Art, Landwirtschaft zu betreiben, richtig oder falsch ist. Ständig ändert sich etwas. Wir brauchen aber die Sicherheit, um zu arbeiten.“, kritisiert Jans.

Philipp Jans glaubt, dass die Proteste Söder dazu gebracht haben, über die Situation der Landwirte nachzudenken. Aber das reicht den Landwirten nicht, denn die Landwirtschaft müsse „parteiübergreifend ein wichtiges Thema sein“ und nicht nur für regierende Parteien. Die Landwirte wollen auch mit anderen Parteien ins Gespräch kommen und ihnen die Brennpunkte erklären. Dazu zählt auch der Wiederaufbau einer Vertrauensbasis zwischen Landwirten und Verbrauchern. Die Botschaft, dass „Landwirte ein ganzes Volk ernähren“ ist der Bauern-Bewegung wichtig.

In der Zukunft sind zwar vorerst keine Demos oder ähnliche große Veranstaltungen um Augsburg geplant, aber dafür in anderen großen Städten. Am Freitag, 17. Januar ist schon die nächste Demo in Nürnberg. Bundesweit wollen die Landwirte an diesem Tag in mehreren Städten auf die Straße gehen. „Wir sind noch nicht am Ende“, erklärt Jans, „wir müssen immer wieder gehört werden.“

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