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Augsburg

29.06.2017

Nahverkehr in Augsburg: Wie teuer sind Bus und Tram im Vergleich?

Der Nahverkehr in und um Augsburg wird für Gelegenheitsnutzer durch die Tarifreform überdurchschnittlich teuer.

Durch die Tarifreform kostet der Nahverkehr in Augsburg im bundesweiten Vergleich für Gelegenheitsfahrer überdurchschnittlich viel. Doch es gibt ein anderes Plus.

Wie teuer ist der Nahverkehr in Augsburg im Vergleich zu anderen Städten? Die Pläne zur Tarifreform im Augsburger Tarif- und Verkehrsverbund (AVV) haben massive Kritik ausgelöst, vor allem weil innerhalb des Tarifgefüges Verschiebungen stattfinden. So werden Einzeltickets durchweg teurer. Heute wird sich der Stadtrat mit dem Thema befassen. Die Zustimmung gilt – trotz Widerstands aus der SPD – als sicher.

Augsburg dürfte sich mit dem Preisanstieg, der bei knapp zehn Prozent für Einzelfahrscheine liegt, vom bundesweiten Mittelfeld in die teurere Liga bewegen. Eine im Frühjahr veröffentlichte Untersuchung des Verkehrs-Beratungsunternehmens Civity unter mehr als 50 deutschen Städten hatte ergeben, dass Augsburg – bezogen auf das Angebot – im Mittelfeld liegt. Bezugsgröße war damals der Einzelfahrschein in Preisstufe 2 für 2,70 Euro. Mit der zuletzt im Hinblick auf die Tarifreform erfolgten Erhöhung auf 2,90 Euro liegt Augsburg nun über dem Durchschnitt.

Allerdings ist das Angebot im Vergleich zu anderen Städten in Augsburg auch nicht schlecht: Die Verkehrsexperten von Civity berechneten, wie viele Abfahrten an allen Haltestellen pro Tag im Verhältnis zur Einwohnerzahl stattfinden. Folgt man dieser Größe, schneiden etwa München, Nürnberg oder Freiburg schlechter als Augsburg ab, Regensburg, Würzburg oder Dresden besser. Civity kam zum Ergebnis, dass das Angebot und die Höhe von Fahrpreisen nicht von der Größe der Stadt abhängt – vielmehr werde der Fahrpreis politisch gestaltet.

München ist teurer, man kann aber weiter fahren

Allerdings muss man einschränken, dass sich Tarifsysteme in ihrer ganzen Breite nur eingeschränkt vergleichen lassen. Das Einzelticket der Zone 10, dessen Abschaffung in Augsburg nun für Proteste sorgt, gibt es in anderen Städten mitunter nicht, weil diese auf ein zonenunabhängiges Kurzstreckenticket (wie es nun in Augsburg eingeführt wird) setzen. Hinzu kommt noch etwas anderes: Die Tarifzonen sind in Städten unterschiedlich groß. In München kostet das Innenraum-Einzelticket 2,80 Euro, aber die Tarifzone, in der es gültig ist, ist doppelt so groß wie in Augsburg. In Würzburg (Einzelkarte 2,60 Euro) hingegen ist die zentrale Wabe im Tarifnetz etwas kleiner als die künftige Augsburger Zone 10/20, kostet dafür auch weniger.

Das alles erschwert die Vergleichbarkeit der Abos. München ist teurer, man kann aber weiter fahren. Würzburg ist billiger, allerdings mit etwas kleinerem Innenraum. Im Großteil der Städte gilt, wie in Augsburg, 9 Uhr als magische Grenze für vergünstigte Abos. Die Grünen würden sich wünschen, dass die 9-Uhr-Grenze vorverlegt wird oder ganz fällt. In der Tat gibt es Ausnahmen, etwa Münster, das den günstigen Tarif schon ab 8 Uhr anbietet.

Was ist das Ziel?

Hintergrund der Zeitgrenze ist, dass Verkehrsbetriebe so die Auslastung außerhalb der morgendlichen Stoßzeit erhöhen wollen. Wenn in der Morgenspitze Busse und Straßenbahnen mit Schülern und Pendlern randvoll sind, würden zusätzliche Fahrgäste dafür sorgen, dass mehr Fahrzeuge und Fahrer im Einsatz sind. Immerhin wird es für Schüler in der Stadt Augsburg eine positive Änderung geben: Die Stadt möchte das Geld, das sie durch die Streichung des Sozialtickets einspart, in die Bezuschussung von Schülertickets stecken. Bisher zahlt der Freistaat die Schülerkarten bei Entfernungen über drei Kilometern (bei weiterführenden Schulen). Das sorgte in der Vergangenheit für Ärger, wenn Eltern nahe der Drei-Kilometer-Grenze das Monatsticket (künftig 33 beziehungsweise 49,50 Euro) selbst zahlen mussten, die Nachbarn 300 Meter weiter aber die Erstattung bekamen. Das Thema soll demnächst im Bildungsausschuss beschlossen werden.

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Die Diskussion ist geschlossen.

29.06.2017

Bei aller Kritik an der Tarifreform: Für Pendler aus den Landkreisen in die Stadt wird es geradezu billig. Beispiel für ein Abo: Nordendorf - Augsburg kostet bislang 120,-€ pro Monat. Neu: Nur noch 90,-€. Wie geil ist das denn! Wer da noch Auto fährt, ist selbst schuld.

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29.06.2017

Allerdings ist das Angebot im Vergleich zu anderen Städten in Augsburg auch nicht schlecht: Die Verkehrsexperten von Civity berechneten, wie viele Abfahrten an allen Haltestellen pro Tag im Verhältnis zur Einwohnerzahl stattfinden.

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"alle Haltestellen pro Tag im Verhältnis zur Einwohnerzahl"

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Wenn das "Experten" sind, sollten sie z.B. als Messgröße auch die durchschnittliche Geschwindigkeit des Bus- und Tramverkehrs in Augsburg mit anderen Städten vergleichen.

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So sucht man halt eine Größe, die in Augsburg recht gute Ergebnisse abwirft. Je mehr Haltestellen im zerfaserten Busnetz, desto besser der Wert; dazu Bus- und Tramhaltestellen sinnwidrig in einen Topf geworfen.

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Folgt man dieser Größe, schneiden etwa München, Nürnberg oder Freiburg schlechter als Augsburg ab, Regensburg, Würzburg oder Dresden besser.

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Mißtrauen ist erst recht angebracht, wenn eine Vergleichsgröße in Top-ÖPNV Städten wie München oder Freiburg schlechter ausfällt!

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