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Augsburg

10.02.2019

Neubau: Die Handwerkskammer packt ihr Jahrhundertprojekt an

Die Handwerkskammer baut und investiert insgesamt 50 Millionen Euro. Im Frühjahr 2020 sollen die Arbeiten auf dem Areal beendet sein, das in der Nähe des Augsburger Zoos liegt.
Bild: Bernd Hohlen 

In der Nähe des Augsburger Zoos errichtet die Handwerkskammer einen riesigen Gebäudekomplex. 50 Millionen Euro fließen in die Bildung.

Das Gebiet am Rande des Siebentischwalds ist vielen Augsburgern und auswärtigen Gästen vor allem wegen der beiden Freizeiteinrichtungen bestens vertraut. Zoo und Botanischer Garten sind beliebte Ausflugsziele. Nicht weit davon steht eine kleine Wohnanlage. Seit einigen Jahren wird das Areal aber auch aus anderen Gründen zu einer wichtigen Adresse. Die schwäbische Handwerkskammer hat ihren Sitz aus der Innenstadt Augsburgs in die Außenzone verlagert. Sie sitzt mit 120 Beschäftigten im Bürohaus an der Siebentischstraße. Das ist aber nicht eben längst nicht alles. Die Kammer konzentriert ihr Bildungsangebot auf den Standort nahe des Zoos und Botanischen Gartens. Millionen werden investiert, ein erstes Akademiegebäude ist errichtet worden. Es wurde im Jahr 2017 bezogen. Die Arbeiten für den zweiten Gebäudekomplex laufen. Die Ausmaße des ebenfalls zweigeschossigen Baus sind zu erkennen. Mit dem Einzug dauert es aber noch.

Der Neubau wird im Frühjahr 2020 fertig

Ulrich Wagner, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, sagt: „Von außen sieht das Gebäude bereits fertig aus, aber im Inneren sind noch aufwendige Arbeiten zu tätigen, die eben auch Zeit in Anspruch nehmen.“ Gegenwärtig gehe man davon aus, dass das Gebäude im Frühjahr 2020 bezogen werde. Längst entschieden ist, wer künftig im Haus Unterschlupf findet. Die Bereiche Land- und Baumaschinentechnik, Metallbau, Elektrotechnik und ein Kompetenzzentrum für Befestigungstechnik werden einziehen. Noch sind einzelne Sparten andernorts untergebracht. Land- und Baumaschinentechniker erhalten ihr Wissen derzeit auf dem Gelände in der Stätzlinger Straße.

Was für Außenstehende nach einer großen baulichen Herausforderungen aussieht, wenn sie an den Neubauten vorbeigehen, ist für die Handwerkskammer von Anfang an ein finanzieller Kraftakt gewesen. Am Ende werden es insgesamt rund 50 Millionen Euro sein, die investiert werden. Davon finanziert die Kammer aus ihrem Budget ein knappes Drittel. Es sind 18 Millionen Euro. Der Rest wird über staatliche Fördergelder abgedeckt. Kostensteigerungen in den zurückliegenden Jahren haben dafür gesorgt, dass die zunächst kalkulierte Investitionssumme von 46,5 Millionen Euro nicht einzuhalten war. Hauptgeschäftsführer Wagner und Kammerpräsident Hans-Peter Rauch sagen aber auch, dass es sich um gut angelegtes Geld handelt, da es sich um Investitionen in die Zukunft handle: „Für das schwäbische Handwerk ist dies die größte Investition in seiner Geschichte und wir sind froh und gleichermaßen stolz, den Nachwuchskräften im Handwerk topmoderne und zukunftsweisende Schulungsmöglichkeiten anbieten zu können.“

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Früher waren "Hütten" die Orte für die Ausbildung

Das Areal beim Zoo war bereits vor den Neubauten ein Ort, wo Handwerker aus- und weitergebildet wurden. Dies geschah allerdings in „Hütten“, wie die Bauten im Rückblick bezeichnet werden. Sie mussten dann für den Neubau weichen. Die Bedeutung des Bildungszentrums erschließt sich aus Teilnehmerzahlen. So sind mittlerweile jährlich 6500 Frauen und Männer im Berufsbildungs- und Technologiezentrum anzutreffen, darunter sind 4500 Auszubildende. 2600 Teilnehmer sind es in den Weiterbildungsangeboten der Akademie, die 200 Kurse im Jahr anbietet. Diese dauern teils sogar ein gesamtes Jahr. Wagner erinnert an die Ausgangssituation für die Großinvestition: „Die Anforderung war, ein gewerbliches Bildungszentrum zu schaffen, das technisch und funktionell absolut auf der Höhe der Zeit ist und auch in Zukunft das hohe Bildungsniveau im Handwerk gewährleisten kann.“ Die Handwerkskammer hatte vor Jahren ihr damaliges Hauptgebäude am Schmiedberg in der Innenstadt verkauft. Dieses Gebäude wird gegenwärtig umgebaut.

Den Umzug mag zwar noch immer der eine oder andere Mitarbeiter der Kammer bedauern, weil die kurzen Wege in die Innenstadt fehlen, doch für die Führungsspitze der Kammer war es eine kluge Entscheidung. „Der Umzug an die Siebentischstraße und die Bündelung des gesamten Angebotes der Kammer war goldrichtig“, sagt Hauptgeschäftsführer Wagner. Man biete Betrieben und Kunden ein Gesamtpaket an, das Areal sei verkehrstechnisch ideal gelegen: „Hinzu kommt, dass unsere Besucher, Teilnehmer und Mitarbeiter ein schönes Umfeld haben und einfach bessere, modernere Voraussetzungen.“

Lesen Sie hier den Kommentar von Michael Hörmann: Die richtige Antwort des Handwerks

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