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Augsburg

01.10.2016

Neue Pläne für das Elefantenhaus im Augsburger Zoo

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Der Zoo will ein neues Gehege für die Elefanten bauen - und hat eine abgespeckte Planung vorgelegt.
Bild: Silvio Wyszengrad

Der Augsburger Zoo legt für das neue Elefantenhaus eine abgespeckte Planung für 5,9 Millionen Euro vor. Was bei der neuen Anlage gestrichen wurde und warum sie nötig ist.

Die beiden alten Augsburger Elefantinnen Targa und Burma sind gesundheitlich angeschlagen. Wie lange sie noch leben, weiß keiner. Der Zoo will seinen Besuchern aber auch künftig Elefanten zeigen. Das ist nur möglich, wenn bald eine moderne und artgerechte Anlage gebaut wird. Dafür braucht der Zoo die finanzielle Hilfe der Stadt. Zoodirektorin Barbara Jantschke hat nun einen Auftrag des Stadtrats erfüllt. Sie legt eine abgespeckte Planung für die neue Anlage vor. Danach kostet sie noch 5,9 Millionen Euro – über zwei Millionen weniger als ursprünglich vorgesehen. Was wurde eingespart?

Für die Pläne und Kostenermittlung war ein renommierter Zooarchitekt zuständig, der bundesweit tätig ist: Frank Kirsten baute kürzlich eine Elefantenanlage im Erfurter Zoo. Er schlägt Kosteneinsparungen vor allem bei der technischen Lüftung vor. Auch eine Fassadenverkleidung soll es im neuen Elefantenhaus nicht geben – ähnlich wie es bei WWK-Arena der Fall war.

Verzichtet wurde außerdem ein Gehege für eine weitere Tierart aus dem natürlichen Lebensraum der asiatischen Elefanten. Bei den ursprünglichen Plänen des Zoos für 8,3 Millionen Euro waren auch noch ein Wasserlehrpfad für Besucher und weitere Extras vorgesehen. Auch diese wurden gestrichen. Dafür wird es in der Elefantenanlage ein größeres „grünes Klassenzimmer“ für Umweltbildung geben.

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In Augsburg lebt der älteste deutsche Zooelefant

Jantschke betont, dass bei der abgespeckten Lösung am Tierwohl nicht gespart werden soll. Die Elefanten haben künftig wesentlich mehr Platz. Das neue Gehege ist mit 7000 Quadratmetern mehr als viermal so groß wie das alte. Die bestehende Anlage soll dafür im früheren Bereich der Bisons und Barasingha-Hirsche erweitert werden. Die Elefanten bekommen dort einen abwechslungsreichen Auslauf mit weichem sandigen Untergrund, Badeteich und weiteren Beschäftigungsmöglichkeiten.

Wichtig ist Jantschke auch mehr Sicherheit für die Pfleger. Sie sind in der neuen Anlage beim Kontakt mit den Tieren ständig durch Gitter geschützt. Diese Haltung ist heute in Zoos üblich. Elefanten werden generell als sehr gefährliche Großtiere eingestuft. In Augsburg gab es bereits einen Unfall mit einem schwer verletzten Pfleger. In der Folge wurden die beiden afrikanischen Elefanten abgegeben. Jetzt sind nur noch die beiden asiatischen Weibchen Burma, 47, und Targa , 61, übrig. Targa ist der älteste deutsche Zooelefant und einer der ältesten in menschlicher Obhut weltweit.

Den Gesundheitszustand der beiden beschreibt Jantschke als momentan zufriedenstellend. Das könne sich in diesem Alter allerdings sehr schnell ändern. Targa steht ständig unter intensiver medizinischer Beobachtung, weil sie Verdauungsprobleme hat. Burma muss wegen Arthrose Medikamente bekommen. Der Zoo plant, eine neue Herde mit vier asiatischen Elefanten aufzubauen, wobei dann noch Platz für Nachwuchs ist.

Neues Elefantenhaus im Augsburger Zoo: Spenden sollen helfen

Für den Augsburger Zoo ist das neue Elefantenhaus das bislang größte Projekt. Allein aus eigener Kraft sei es nicht zu finanzieren, sagt die Direktorin. Deshalb hat man sich mit dem Förderverein der Zoofreunde zusammengetan, um gemeinsam Spenden zu sammeln. Nach aktuellen Berechnungen sollen 1,5 Millionen Euro über Spenden eingeworben werden. „Unser großes Ziel ist, dass wir in den kommenden drei Jahren die Hälfte dieser Summe beitragen können“, sagt Herbert Mainka, Vorsitzender des Freundeskreises. Weitere 500.000 Euro bringt der Zoo aus eigenen Mitteln auf. Für vier Millionen will er ein Darlehen aufnehmen. Dafür wäre aber finanzielle Unterstützung der Stadt nötig. Sie müsste entweder eine Schuldendiensthilfe von zwei Millionen Euro leisten oder eine Summe in gleicher Höhe als Investitionskostenzuschuss beisteuern.

Bei den Parteien im Stadtrat gab es zuletzt große Kontroversen, ob sich die Stadt angesichts ihrer schwierigen Haushaltslage auch noch beim Zoo finanziell engagieren soll. Die Entscheidung wird voraussichtlich im November im Stadtrat fallen. Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU) hat seine Meinung schon im Vorfeld klar geäußert. Er wünscht sich eine „ebenso gründliche wie beherzte Entscheidung“ für das neue Elefantenhaus. Es müsse aber sichergestellt werden, dass die Baukosten eingehalten werden.

Hier liegt Jantschkes Problem: Baufirmen sind derzeit gut ausgelastet. Sollte sich der Bau der Elefantenanlage weiter verzögern, seien höhere Kosten zu erwarten. Ziel sei Anfang 2017 die Aufträge auszuschreiben und 2019 mit dem Elefantenhaus fertig zu beziehen.

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Die Diskussion ist geschlossen.

02.10.2016

Da war die Welt für die Jumpos im Augsburger Zoo noch in Ordnung....!

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