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Augsburg

14.02.2015

Neue Routen für die Radler

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Augsburg will die Routen für Radfahrer ausbauen.
Bild: Irmengard Gnau

Wo sollen künftig die Hauptstrecken fürs Fahrrad in Augsburg verlaufen? Ein erster Plan ist fertig, doch die schwierigen Detailfragen kommen noch.

Die Pläne für die Fahrradstadt nehmen Form an: Der Bauausschuss des Stadtrates hat einstimmig einen Netzplan beschlossen. Farbig markiert sind darin die Wege eingezeichnet, die aus Sicht der Radfahrer sinnvoll und wünschenswert wären. Darin enthalten sind unter anderem neue Fahrradrouten durch Pfersee und auch ein weiterer Lechübergang. Was davon wirklich umgesetzt wird und wie die Radstrecken einmal aussehen sollen, muss erst noch beschlossen werden.

Der Netzplan sortiert die Fahrradverbindungen ähnlich wie Straßen in verschiedene Kategorien ein: Es gibt Haupt- und Nebenwege für den Alltag und die Freizeit – wobei Weg in diesem Fall nicht Fahrradweg bedeuten muss. An dem Plan wirkten auch Bürger mit Wünschen, Vorschlägen und Kritik mit.

Alternativen für die Augsburger Straße in Pfersee

Vielfach angeregt worden ist zum Beispiel eine Alternative zur Augsburger Straße in Pfersee (1), wo es vor allem an Straßenbahnhaltestellen zu Konflikten kommt. Dort sind im Plan Hauptrouten durch parallel verlaufende Straßen vorgesehen: im Norden in der Leonhard-Hausmann-Straße, im Süden in der Färber- und Treustraße. Wie die Trassen genau aussehen werden, muss erst noch beschlossen werden.

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Dafür werden im Lauf des Jahres Muster für jeden Verbindungstyp erarbeitet. In welche Richtung das bei Hauptrouten gehen könnte, hatten Baureferent Gerd Merkle und Fahrradbeauftragter Thomas Hertha vor kurzem bei den Grünen skizziert. Das Beispiel war dort die Ackermannstraße im Westen. „Hauptverbindungen sollen deutlich und direkt über die Kreuzungen geführt werden“, sagte Hertha. Merkle sprach von 1,85 bis 2 Meter breiten Wegen. Außerdem sollen die Abbiege- und Einfädelspuren für Autos verschwinden, wenn die Straße für die Tramlinie 5 umgebaut wird. Sie führen bislang dazu, dass Radler und Fußgänger Seitenstraßen nur in drei bis vier Zügen überqueren können. Pfersee ist wieder ein anderer Fall, da die Radler dort Nebenstraßen nutzen würden.

Die Muster sollen dann als Maßstab dienen, wenn wie in Göggingen (2) am Klausenberg und in der Bayerstraße eine neue Verbindung geschaffen wird. Oder wenn vorhandene Wege und Spuren in der Neuburger Straße (3) unter die Lupe genommen werden.

Viele bestehende Strecken genügen den aktuellen Ansprüchen nicht

Ein großer Teil der geplanten Verbindungen besteht nach den Worten von Hertha schon. „Die Lücken sind nicht so groß. Es geht eher um die Ausbaustandards“, sagte er. Viele bestehende Radstrecken genügten nicht mehr heutigen Ansprüchen. Zum einen geht der Trend weg von eigenen Radwegen mit Randstein und hin zu Radstreifen auf der Fahrbahn. Zum anderen haben sich durch E-Bikes, Lastenräder und Fahrradanhänger die Ansprüche verändert. Das wird den Stadträten in den nächsten Jahren noch die eine oder andere schwierige Entscheidung abverlangen.

Sie haben sich das Ziel gesetzt, den Anteil des Radverkehrs von 15 Prozent im Jahr 2013 auf 25 im Jahr 2020 zu steigern. Damit soll unter anderem die Schadstoffbelastung in der Innenstadt gesenkt werden. Das ehrgeizige Ziel bekräftigen auch alle Redner im Ausschuss. An einem Beispiel wurde jedoch deutlich, was das heißen kann: Beate Schabert-Zeidler (Pro Augsburg) forderte Verbesserungen in der Hermanstraße, in der es bislang nichts für Radler gibt. Baureferent Merkle hat die Straße auf der Liste, aber: Um die Situation für Radler zu verbessern, müsste die Politik beschließen, Parkplätze zu streichen. „Aus der Sicht Fahrradstadt müsste man das machen“, sagte er.

Lücke zwischen Sheridan- und dem Reese-Areal soll geschlossen werden

Auch bei einem weiteren Lechübergang für Radler, der als Wunsch auf Höhe von Kissing im Plan steht, könnte es Diskussionen geben – sollte er wirklich angepackt werden. Ein anderes Projekt aus dem Bereich Freizeitverbindungen will die Stadt schon in diesem Jahr bauen. Gemeinsam mit dem Umweltreferat soll die Lücke zwischen dem Sheridan- und dem Reese-Areal (4)geschlossen werden. Der Weg soll dann weiter in den Norden geführt werden, eventuell über das Geländes des Gaswerks. Dafür sind rund 600000 Euro eingeplant. Für das eigentliche Projekt Fahrradstadt sind noch einmal rund 600000 Euro vorgesehen, zum Beispiel für Wege, Markierungen und Abstellplätze. Außerdem sollen schon in diesem Jahr Planungen für neue Projekte vorangetrieben werden, damit es 2016 richtig losgehen kann. Dann stehen 2,5 Millionen Euro für die Fahrradstadt zur Verfügung.

Weil bislang in der Verwaltung der Fahrradbeauftragte rechnerisch mit nur einer halben Stelle für das Projekt arbeitet, will der Baureferent mit Zustimmung des Ausschusses zwei auf fünf Jahre befristete Stellen beantragen.

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