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24.10.2008

Neue Züge auf dem Abstellgleis

Bild: Silvio Wyszengrad

Was für ein Fiasko für die Bahn: Mit Riesen-Getöse wurde in den letzten Monaten für den hochmodernen ET 440, den "Fugger-Express", geworben, der ab 14. Dezember im Regionalverkehr im Großraum Augsburg eingesetzt werden sollte. Die ersten Exemplare der neuen Zug-Generation sind ausgeliefert. Doch sie stehen auf dem Abstellgleis. Wegen massiver technischer Probleme gibt es keine Zulassung durch das Eisenbahnbundesamt. Die Konsequenz: Die Bahnkunden, die auf ein besseres Zugangebot gehofft haben, bleiben auf der Strecke.

Antonia von Bassewitz, kaufmännische Geschäftsleiterin der DB Regio Bayerisch-Schwaben, musste gestern die exklusive Information unserer Zeitung bestätigen. Sie spricht von "einem GAU." Schuld an der Panne sei aber der Hersteller der neuen Züge, die Firma Alstom.

Nach AZ-Informationen gab es beim Fugger-Express massive Probleme in der Steuerungstechnik. Der Zug wäre für andere zum Sicherheitsrisiko geworden. Deswegen ist eine Zulassung derzeit nicht möglich. Gestoppt wurde auch die Ausbildung der 100 Lokführer. Der Praxis-Test kann nicht stattfinden, weil die Züge nicht bewegt werden dürfen. Die Bahn kann die Auswirkungen auf den neuen Fahrplan noch nicht abschätzen. Die Zeit des Ausfalls sei "nicht kalkulierbar". Nun wird an einem Notfall-Fahrplan gebastelt. Ersatz-Fahrzeuge, darunter Doppelstockwagen, sollen den Ausfall der 29 neuen ET 440 kompensieren (bestellt sind insgesamt 37). Ziel sei, wenigstens einen Teil der versprochenen Verbesserungen im Zugangebot zwischen Neu-Ulm- und München zwischen Augsburg und Donauwörth aufrecht zu erhalten, so von Bassewitz.

Durchschnittlich 25 Prozent mehr Züge und Verbindungen sind versprochen. So sollte zwischen Augsburg und München der 30-Minuten-Takt eingeführt werden, auch Richtung Gessertshausen, Meitingen und Dinkelscherben soll es mehr Züge geben.

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Direktverbindungen nach München gestrichen

Was davon gehalten werden kann, ist nun völlig unklar. Selbst bei der Bahn ist von "Zweckoptimismus" ist die Rede. Details stünden frühestens Ende November fest. Schon jetzt ist klar, dass die versprochenen Direktverbindungen München/Ulm und München/Donauwörth nicht angeboten werden.

"Avanti Dilettanti", kommentiert Winfried Karg vom Fahrgast-Verband Pro Bahn die Panne. Die Bahn müsse mit allen Mitteln für die Umsetzung ihrer Versprechen sorgen. Ohne Fugger-Express funktioniere das ganze Konzept des regionalen Schienentaktes nicht, mit dem Augsburg und Umland besser miteinander verbunden werden sollen.

Auch die Politik springt auf den Pannen-Zug auf: Parlamentarische Initiativen zur Verbesserung der Zuganbindung verspricht Christine Kamm. In einer schriftlichen Anfrage stellte die Grünen-Abgeordnete Fragen zum Nahverkehrs-Fahrplan. "Bayern, Einblick

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