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Augsburg

28.01.2020

Neue gelbe Tonnen in Augsburg sorgen für Ärger

Bei den neuen Wertstoffcontainern muss eine Hand am Deckel bleiben.
Foto: Silvio Wyszengrad

Plus Mehrere Augsburger Bürger beschweren sich über die Deckel der Wertstofftonnen. Die Stadt macht einen Vorschlag, den manche für einen Scherz halten.

Die neuen „sonnengelben“ Wertstofftonnen, die seit Ende vergangenen Jahres im Osten der Stadt stehen und die im Lauf des Frühjahrs auch im restlichen Stadtgebiet die bisherigen gelben Verpackungsmülltonnen ersetzen sollen, sorgen für Ärger. Es geht dabei um die Container, die in Wohnanlagen eingesetzt werden. Das Problem: Statt der bisherigen gewölbten Deckel, die Nutzer zurückschieben konnten, gibt es jetzt Klappdeckel. Der Nachteil: Gerade kleinere Personen tun sich schwer, den Deckel mit einer Hand aufzuhalten und mit der anderen Hand den Abfalleimer auszuleeren. Auch in Leserbriefen an unsere Zeitung gab es schon Kritik. Bisher, so Georg Holder, Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebs (Aws), gab es rund 40 Beschwerden deswegen.

Umweltreferent Reiner Erben (Grüne) verteidigt die neuen Container. Sie seien deutschlandweit das gebräuchlichste Modell. Zudem hätten die Container mit Klappdeckel bei der Beschaffung günstiger abgeschnitten. Rund 60.000 Euro sparte sich die Stadt bei der Neuausstattung des östlichen Stadtgebiets mit seinen etwa 1.500 Containern. Im restlichen Stadtgebiet ist der Privatentsorger Remondis zuständig, der auch auf die Klappdeckel-Container setzt. „Es ist wohl auch eine Frage der Umgewöhnung“, so Erben. In der Tat muss man sagen, dass die bisherigen Container mit Runddeckel teils nur mit Kraft geöffnet werden können. Allerdings musste Erben auf Nachfrage der Pro-Augsburg-Fraktion, die einen ausführlichen Bericht zum Thema verlangt, zugestehen, dass die neuen Flachdeckel-Container im Vorfeld nicht getestet wurden.

Gelbe Tonnen Augsburg: "Einfach ein Glump"

Allerdings schlägt Erben in der Tonnenfrage politischer Gegenwind ins Gesicht. „Die Deckel wackeln beim Entleeren wie ein Kuhschwanz“, so Stadträtin Sieglinde Wisniewski (SPD) im Abfall-Ausschuss des Stadtrates. „Wir werden immer älter, und dann führt man so etwas Bedienerunfreundliches ein.“ Auch in der CSU ist der neue Container unbeliebt. Dass es wenig Beschwerden beim aws gibt, liege daran, dass diese erst einmal bei den Hausverwaltungen landen, so Stadtrat Horst Hinterbrandner. Und dass das Modell mit dem Flachdeckel bundesweit verbreitet sei, liege an den Kosten, aber nicht an der Benutzerfreundlichkeit. „Die Tonne ist einfach ein Glump.“

Das ist die neue Wertstofftonne für Kunststoffe und Metalle.
Foto: AWS

Ein Vorschlag von Referent Erben, wie die Bedienung der neuen Tonnen vereinfacht werden könnte, verbesserte die Stimmung nicht unbedingt. Erben präsentierte einen etwa 50 Zentimeter langen Holzstab, der an den Enden mit Einkerbungen versehen ist. Nutzer, die sich mit der Handhabung der Container schwertun, können den Stab beim Aws kostenfrei abholen, so Erben. Die Idee: Der Stab soll wie bei einer Auto-Motorhaube zwischen Deckel und Containerrand geklemmt werden, um den Container während der Befüllung offenzuhalten. Es handle sich um eine pragmatische Lösung.

Augsburg: Wertstofftonnen werden nicht ausgetauscht

Bei einem Teil der Stadträte sorgte der Vorstoß für Erheiterung, bei anderen für Entsetzen. SPD-Rätin Wisniewski wähnte sich am 1. April und sagte, der Vorschlag sei „gegenüber den Bürgern bodenlos“. CSU-Mann Hinterbrandner sprach von „kabarettistischen Zügen“, die Erbens Vortrag gehabt habe. Diese Idee werde im Fasching mit Sicherheit aufgegriffen werden.

Erben bekräftigte, es sei ausgeschlossen, dass die Tonnen nun ausgetauscht würden. Im Übrigen solle man bei allen Deckel-Diskussionen nicht vergessen, warum das neue System eingeführt wurde. Seit 1. Januar dürfen in alle gelben Tonnen im Stadtgebiet nicht nur Verpackungsabfälle, sondern auch Wertstoffe wie Hartplastik oder Metall eingeworfen werden. Dass in diesem Zuge die gelben Tonnen ausgetauscht werden, um großformatige Hinweisaufkleber darauf anbringen zu können, hatte allerdings für Kritik gesorgt. Die Stadt verwies darauf, dass viele der alten gelben Tonnen inzwischen das Ende ihrer Lebenszeit erreicht hätten bzw. andernorts weiterbenutzt würden.

Ihr Ende fand die Diskussion übrigens, als Erben die Stadträte darauf hinwies, dass die Flachdeckel-Container in dieser Form so vom Stadtrat beschlossen worden seien. Sein Bericht wurde daraufhin zur Kenntnis genommen.

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