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Gesundheit

15.05.2019

Neuer Lehrstuhl soll Natur- und Schulmedizin vereinen

Im Landtag hat das Medizinvorhaben drei Ausschüsse erfolgreich passiert. Doch wann kommt das Angebot? Und kommt es nach Augsburg?

In Bayern hat Naturheilkunde viele Anhänger. Nach Umfragen wünschen sich 70 Prozent der Menschen Naturmedizin als Ergänzung zur Schulmedizin. Nun soll in Bayern ein neuer Medizinlehrstuhl eingerichtet werden, der beide Richtungen zusammenbringt.

Doch es gibt noch zwei offene Fragen: Wann kommt das neue Angebot? Und kommt es an die Universität Augsburg?

Konkret haben CSU-Landtagspolitiker von der Staatsregierung prüfen lassen, ob in Augsburg oder einer anderen bayerischen Universität ein „Lehrstuhl für komplementäre und integrative Medizin“ eingerichtet werden kann.

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Weiterhin soll geklärt werden, ob ein „Kompetenznetzwerk für Integrative Medizin“ gegründet werden kann, das praxisbezogene Versorgungsmodelle entwickelt. Einfach gesagt geht es darum, verschiedene Heilverfahren zu bündeln, um damit der Komplexität des Körpers Rechnung zu tragen und die Selbstheilungskräfte anzuregen.

CSU-Abgeordneter Josef Pschierer warb dafür, den entsprechenden Lehrstuhl in Augsburg einzurichten. Aus seiner Sicht könnte gerade die neue Augsburger Unimedizin mit einem entsprechenden Forschungsbereich einen starken Akzent setzen – neben ihren aktuellen Schwerpunkten Umweltmedizin und Medizininformatik. Pschierer und der Abgeordnete Klaus Holetschek, der auch an der Spitze des Bayerischen Heilbäder-Verbands steht, verweisen auf die große Bedeutung, die Naturheilkunde gerade in Bayern habe, nicht zuletzt durch die Lehre von „Wasserdoktor“ Sebastian Kneipp. Schwaben habe mit seinen Kneipp-Heilbädern eine große Tradition. Damit gebe es die Chance, eine enge Anbindung der Wissenschaft an die praktische Seite zu erreichen. „Wir können Theorie und Praxis zusammenbringen“, so die Abgeordneten. Auch ein Blick in die USA zeige, wie sich Naturheilkunde erfolgreich in die medizinische Forschung und klinische Praxis eingliedern lasse. Dort sei die Komplementärmedizin seit vielen Jahren institutionell fest verankert und werde stark gefördert.

Inzwischen hat der CSU-Antrag alle nötigen Ausschüsse im Landtag erfolgreich passiert – den Wissenschaftsausschuss, den Haushaltsausschuss und im Mai auch den Gesundheitsausschuss. Wie geht es nun weiter? Das bayerische Wissenschaftsministerium teilt auf Anfrage mit: Inhaltlich handele es sich um einen Berichtsantrag, der die Prüfung der Stärkung der Integrativen Medizin in Augsburg oder anderen Standorten in Bayern zum Gegenstand habe. Der Titel des Antrags, wonach der Lehrstuhl an der Uni Augsburg eingerichtet werden soll, sei „etwas irreführend“, so eine Sprecherin. In formeller Hinsicht müsse das Ministerium zunächst die abschließende Beschlussfassung des Landtagsplenums abwarten. Sobald der Beschluss vorliege, werde man im Ministerium eine entsprechende Prüfung vornehmen. Politiker gehen davon aus, dass noch einige Zeit ins Land gehen wird, bis klar ist, ob und wann und wo der neue Lehrstuhl finanziert und eingerichtet werden kann. Dies sei wohl frühestens im nächsten Doppelhaushalt des Freistaates 2021/22 möglich, so die Prognose.

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