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Augsburg

31.08.2018

Neues Staatstheater: Was sich jetzt für das Theater Augsburg ändert

Der weiß-blaue Himmel leuchtet über dem Theater Augsburg – ab heute ist das Haus Staatstheater. Bis der Spielbetrieb im Großen Haus aufgenommen werden kann, wird es allerdings noch generalsanierungsbedingt dauern.
Bild: Silvio Wyszengrad (Archiv)

Ab dem 1. September teilen sich die Stadt Augsburg und Freistaat Bayern die Verantwortung und die Kosten für das Vierspartenhaus am Lech. Ein Blick auf Kernsätze der Satzung.

Was für ein Lauf, was für eine Karriere, welche Beförderung! Am 17. April 2018 war das Theater Augsburg als ein Haus mittlerer Größe und als ein Eigenbetrieb noch eine städtische Bühne. Am 18. April 2018 aber kündigte Ministerpräsident Markus Söder an, dass diese städtische Bühne künftig ein Staatstheater sein werde. Und heute nun, am 1. September 2018, nach weniger als einem halben Jahr, ist der Frosch ins Wasser gehupft. Von heute an heißt es offiziell: „Stiftung Staatstheater Augsburg“ mit den Sparten Musiktheater, Schauspiel, Ballett und Augsburger Philharmoniker.

München, Nürnberg und nun Augsburg: Staatstheater - was bedeutet das?

Und damit besitzen nun auch die drei größten bayerischen Städte ein oder mehrere Staatstheater: München, Nürnberg, Augsburg. Der repräsentative Name ist das eine. Die leitende, verwaltende und kontrollierende Stiftungskonstruktion, die dahinter steht, ist das zweite. Und deren Satzung das dritte. Wir haben diese, die nach dem Vorbild des Staatstheaters Nürnberg ausgearbeitet wurde, angeschaut – und geben ihre Kernsätze an dieser Stelle wider.

So eine Satzung beginnt mit dem Stiftungszweck. Und dieser lautet zusammengefasst: die Förderung der darstellenden Kunst im Interesse einer weiteren Stärkung der Stadt Augsburg als Metropole. Zu spielen sind dabei Werke aus verschiedenen Epochen – wobei das Augenmerk auf spezielle Augsburger Belange zu richten ist und auch zeitgenössische Stücke angemessen zu berücksichtigen sind. „Die Aufführungen sollen möglichst vielen Interessenten generationsübergreifend zugänglich sein, um eine breite Teilnahme an kultureller Bildung zu ermöglichen.“ Da klingt er wieder an, der Bildungsauftrag des Theaters.

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Bislang wurde das Theater Augsburg durch städtische Gremien und Köpfe kontrolliert, beaufsichtigt und beraten: Oberbürgermeister, Kulturreferent(in), Stadtrat, Kulturausschuss. Diese Aufgaben fallen künftig dem sechsköpfigen Stiftungsvorstand zu und dem 14-köpfigen Stiftungskuratorium. Intendant André Bücker und der kaufmännische Direktor Friedrich Meyer, die den Stiftungsvorstand bilden und für den Spiel- und Wirtschaftsplan sowie deren Realisierung verantwortlich sind, haben künftig ihre Konzeptionen dem Stiftungsrat vorzulegen, der aus folgenden Personen bestehen wird: Oberbürgermeister Kurt Gribl, zweite Bürgermeisterin Eva Weber, Kulturreferent Thomas Weitzel.

Auf Freistaatsseite ist man zum Start des Staatstheaters noch nicht so weit. Dort wird man auf kommende Woche vertröstet, wenn die Namen in München bekannt gegeben werden sollen. Allerdings ist davon auszugehen, dass Wissenschafts- und Kunstministerin Marion Kiechle im Stiftungsrat sitzt, weil die Stiftungssatzung auch „das für Kunst zuständige Mitglied der bayerischen Staatsregierung“ fordert. Durch die Zusammensetzung des Stiftungsrats wird jedenfalls klar ersichtlich, dass das Staatstheater Augsburg sowohl in freistaatlicher wie städtischer Verantwortung steht. Den Vorsitz im Stiftungsrat stellt für die ersten drei Jahre die Stadt.

Finanzen: Stadt Augsburg wird entlastet

Zu den Aufgaben des Stiftungsrats gehört die Gestaltung der Theater-Eintrittspreisstruktur (plus „Freikartenwesen“, wie es so schön heißt), dazu die Bestellung der Mitglieder des Stiftungskuratoriums und – besonders wichtig – die Vertragsabschlüsse nicht nur mit dem Intendanten und dem kaufmännischen Direktor, sondern auch mit den Spartenleitern. Bei der Ernennung von Spartenleitern steht dem Stiftungsrat sogar ein Vorschlagsrecht zu. Dieser Stiftungsrat hat seine Beschlüsse einstimmig zu fassen.

Das 14-köpfige Stiftungskuratorium, dessen Zusammensetzung ebenfalls noch nicht feststeht, hat den Stiftungsvorstand und den Stiftungsrat „in künstlerischen und wirtschaftlichen Fragen sowie in stadtgesellschaftlicher Hinsicht zu beraten“.

So interessant die Satzung auch ist, noch interessanter ist die Verteilung der Kosten für das Staatstheater: halbe/halbe. Das bedeutet in der Praxis, dass für die Stadt Augsburg der Finanzierungsanteil von gut 16 Millionen Euro erst einmal um bis zu 2,9 Millionen Euro sinkt, was der Freistaat ausgleicht. Perspektivisch soll aber in den kommenden Jahren der Anteil der Stadt Augsburg wieder auf die Höhe von 2017/2018 anwachsen, so dass das Staatstheater insgesamt über einen deutlich höheren Etat verfügt, um die ausgewiesen angestrebte künstlerische Qualitätssteigerung zu erreichen. Eine Win-Win-Situation für das Haus, die Stadt, den Freistaat und vor allem das Publikum.

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01.09.2018

Eine Win-Win Situation wäre es,auch wenn man die Eintrittspreise senken würde, um den "normalen Bürger" die Möglichkeit zu geben, öfters ins Theater gehen zu können.

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