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Augsburg

11.05.2015

Niedergestochener Gastronom saß nun selbst auf Anklagebank

Ein Gastwirt, der Opfer einer Messerattacke wurde, musste sich selbst vor Gericht verantworten. Symbolbild
Bild: Ulrich Wagner

Der Gastwirt, der vor wenigen Wochen an Karfreitag niedergestochen wurde, hatte nun selber Ärger mit der Strafjustiz.

Der Gastwirt, 35, der in der Nacht zum Karfreitag in einem Hofraum in der Donauwörther Straße nahe eines Lokales von einem zunächst unbekannten Mann mit einem Messer niedergestochen worden war, hat die Verletzungen in der Bauchgegend offenbar gut überstanden. Er nahm jetzt pünktlich einen für ihn unangenehmen Termin bei der Justiz wahr.

Zusammen mit vier anderen Männern musste er sich vor einem Jugendschöffengericht unter Vorsitz von Bernhard Kugler in Zusammenhang mit einer größeren Schlägerei im September 2013 in und vor einer Bar in der Innenstadt verantworten.

Wie mehrfach berichtet, hatte sich wenige Tage nach dem Messerangriff ein 24-jähriger Oberhauser der Polizei gestellt, gegen den jetzt wegen versuchten Mordes ermittelt wird. Der Gastwirt soll zuvor einem Familienmitglied des mutmaßlichen Messerstechers Hausverbot in seinem Lokal erteilt haben. Die Tat könnte somit ein Racheakt gewesen sein. Die Messerattacke und der jetzige Prozess stehen in keinem Zusammenhang. In jener Nacht im September 2013 hatte der Wirt (Verteidiger: Florian Engert) als DJ Platten aufgelegt. Mit im Lokal waren auch seine beiden Cousins, 21 und 26 Jahre alt (Verteidiger: Florian Gottlieb und Ulrich Standke), sowie zwei deren Freunde, 21 und 22, (Verteidiger: Marco Müller und Udo Reissner).

Einer der jungen Männer soll dann auf der Tanzfläche eine Frau angemacht haben, die in Begleitung einer Gruppe von Irakern das Lokal besucht hatte. Deshalb kam es zu einer heftigen Prügelei, die sich später auf der Straße fortsetzte.

An der Prügelei sollen sich 20 Leute beteiligt haben

Der Gastwirt soll seine Cousins dann aufgefordert haben: „Macht sie fertig!“ Diesen Aufruf wertete die Staatsanwaltschaft als „Anstiftung zur gefährlichen Körperverletzung“. Wie einer der Angeklagten aussagte, sollen an der Prügelei „an die 20 Leute“ beteiligt gewesen sein.

Der Gastwirt sagte, er habe nur alle Streithähne „nach draußen bringen“ wollen, mehr habe er nicht gemacht. Die anderen vier Angeklagten beteuerten unisono, nicht sie, sondern die Gruppe der Iraker habe zuerst zugeschlagen. „Wir haben uns nur gewehrt.“

Die Vernehmung von Zeugen erbrachte wenig Erhellendes für das Gericht. So endete der Prozess fast wie das Hornberger Schießen.

Das Verfahren wurde wegen geringer Schuld eingestellt, gegen den Wirt und den 21-jährigen Angeklagten ohne Auflagen. Die anderen drei Männer müssen 500 beziehungsweise 1000 Euro Geldauflage bezahlen.

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