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Kommunalwahl in Augsburg

26.02.2020

OB-Kandidaten im Check: Sechs Bewerber über Wohnen und Verkehr

Im Medienzentrum diskutieren sechs Augsburger OB-Kandidaten mit den Moderatien Jan Klukkert (a.tv) und Nicole Prestle (Augsburger Allgemeine).
Bild: Silvio Wyszengrad

Am Mittwochabend fand die erste von drei Diskussionsrunden im Lechhauser Medienzentrum statt. Was die Bewerber zu den Themen Wohnen und Verkehr zu sagen hatten.

Ist eine Sozialquote ein guter Weg, bezahlbare Wohnungen in Augsburg zu schaffen, oder führt sie zum Gegenteil? Und sind mehr Autospuren die Lösung, um Staus aufzulösen, oder sind sie der falsche Weg? Sechs Oberbürgermeister-Kandidaten haben am Mittwochabend im Medienzentrum auf Einladung von Augsburger Allgemeine , Hitradio RT1 und a.tv vor laufenden Kameras über die Themen Wohnen und Verkehr diskutiert. Hier eine Zusammenfassung der Positionen:

In Augsburg , so Lars Vollmar (FDP), seien in den vergangenen Jahren trotz des Zuzugs von 30.000 Neubürgern nur Wohnungen für 21.000 Menschen entstanden. Das habe zu einer großen Knappheit geführt. „Und es kann nicht sein, dass sich nur diejenigen durchsetzen, die Geld haben“, so Vollmar. Einer verpflichtenden Quote für sozialen Wohnungsbau – die Stadt plant aktuell 30 Prozent bei Neubauvorhaben – steht er skeptisch gegenüber. Dies werde letztlich dafür sorgen, dass die übrigen 70 Prozent, die in den freien Verkauf gehen, teurer werden.

Augsburger OB-Kandidaten: Claudia Eberle zweifelt an Wirksamkeit der Mietpreisbremse

Auch Claudia Eberle (Pro Augsburg) sieht regulatorische Maßnahmen kritisch. Die Stadtregierung habe in den vergangenen sechs Jahren darauf gesetzt, dass die Mietpreisbremse zusammen mit dem Mietspiegel wirkt. „Faktisch hat man dadurch erreicht, dass weniger gebaut wird.“

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Peter Hummel (Freie Wähler) hielt entgegen, dass eine Quote sehr wohl etwas bringe. Die Freien Wähler fordern 35 Prozent an gefördertem Wohnungsbau. Im Übrigen wäre es schon sinnvoll, wenn das Wirtschaftsreferat der Stadt in Zukunft nicht mehr in Münchner Tageszeitungen damit werbe, dass die Mieten in Augsburg deutlich günstiger seien. Das werde sich dann durch den Zuzug ändern.

Das Thema München treibt auch Andreas Jurca (AfD) um. Augsburg sei in den Preissog von München geraten. Die AfD fordert, dass geförderte Wohnungen der Wohnbaugruppe künftig bevorzugt an in Augsburg arbeitende Bürger gehen. „Wir sehen das in Tradition der Werkwohnungen.“

Hier finden Sie die Sendung im Video zum Nachschauen:

Podiumsdiskussion mit den Augsburger OB-Kandidaten

Live im Check: Damit sich die Wähler ein Bild von den OB-Kandidaten machen können, präsentieren Augsburger Allgemeine, HITRADIO RT1 und a.tv HD sie im Rahmen von drei Live-Sendungen. Heute Abend sind Lisa McQueen (Die Partei), Peter Hummel (Freie Wähler), Claudia Eberle (Pro Augsburg), Christian Pettinger (ÖDP), Andreas Jurca (AfD) und Lars Vollmar (FDP) zu Gast. Im Mittelpunkt stehen dabei die Themen Wohnen und Verkehr, zu denen ihr auch Fragen unter diesem Video kommentieren könnt. Weitere Informationen auf azol.de/56801041

Gepostet von Augsburger Allgemeine am Mittwoch, 26. Februar 2020

Relative Einigkeit herrscht bei allen Kandidaten, dass die Möglichkeiten der Nachverdichtung stärker genutzt werden sollten, um Wohnungen zu schaffen. Durch Aufstockungen bestehender Gebäude und die Überbauung von Parkplätzen könne man neue Wohnungen schaffen, ohne neue Flächen zu verbrauchen, so Christian Pettinger (ödp). Haunstetten Südwest sei auch ein gutes Beispiel, wie man neue Wohngebiete und gute Grünplanung unter einen Hut bringen könnte.

„Die Partei“-Kandidatin Lisa McQueen fordert ein Viertel für "Tiny Houses"

Lisa McQueen von der Satirepartei „Die Partei“ wartete mit dem Vorschlag auf, dass die Fuggerei auf ganz Augsburg ausgedehnt werden solle, sodass Wohnen für 88 Cent pro Jahr für alle Augsburger möglich würde. Als ernster gemeinter Vorschlag kam, dass die Stadt ein Viertel für mobile Mini-Häuser („Tiny Houses“) ähnlich der Wilden Siedlung in Lechhausen schaffen solle. „Ich glaube, die Leute wollen sich ihr eigenes kleines Reich schaffen“, so McQueen.

In der Augsburger Parteienlandschaft steht die AfD mit ihrer Forderung, dem Auto mehr Vorrang zu geben, allein da. „Man sollte aufhören, die Autofahrer zu drangsalieren“, so Andreas Jurca. Unter anderem sei völlig unverständlich, dass neue Tramlinien nur noch auf eigenen Trassen gebaut werden, etwa in der Donauwörther oder Friedberger Straße. Dies nehme dem Autoverkehr Platz – mit der Folge von Staus.

Widerspruch kam von allen anderen Parteien. „Große Autostraßen durch die Innenstadt zu fordern, ist so aus der Zeit gefallen, wie FCKW in Spraydosen wieder einführen zu wollen“, so Peter Hummel (FW). Die Lösung sei, den Nahverkehr günstiger zu machen, und am Samstag komplett gratis zu machen.

Sechs OB-Kandidaten auf dem Podium: Unterschiedliche Meinungen zum Thema Osttangente

„Die eigenen Trassen für die Straßenbahn sorgen dafür, dass der Nahverkehr schneller ist“, konterte auch Christian Pettinger (ödp). Die Osttangente im Landkreis Aichach-Friedberg führe in die Sackgasse. „Auf der A8 gibt es Stau trotz dreispurigen Ausbaus, auf der B17 gibt es Stau trotz des kreuzungsfreien Ausbaus – was wird wohl mit der Osttangente passieren?“, so Pettinger. „Man muss an die Ursache gehen, und die ist das Auto.“

Vor welchen Herausforderungen steht Augsburg? Welche Themen liegen den Menschen am Herzen? Wir haben vor der Kommunalwahl nachgefragt. Das sagen unsere Zuschauer zur Podiumsdiskussion.
Video: Fritzmeier/Janjanin

Claudia Eberle (Pro Augsburg) hält die Osttangente hingegen für sinnvoll. „Der Verkehr aus dem Süden lässt sich nun einmal nicht wegdiskutieren", so Eberle. Die B17 sei überlastet. Ziel müsse sein, den Durchgangsverkehr aus der Stadtmitte zu bekommen.

Lars Vollmar (FDP) sagte, Nahverkehr und Rad müssten gefördert werden, ohne das Auto zu verteufeln. Die FDP fordert zudem, dass die Stadt nach Münchner Vorbild eine Seilbahn prüft, etwa um den Mittleren Graben zu entlasten.

Lisa McQueen (Die Partei) sagte scherzhaft, sie fordere ein 364-Euro-Ticket, um die SPD mit ihrem 365-Euro-Abo noch zu übertrumpfen. Zudem seien Wohnwagen-Stellplätze an Ampeln eine gute Idee. „Wir wollen so viel Stau produzieren, dass die Leute nicht mehr auf die Idee kommen, mit dem Auto zu fahren.“

OB-Kandidaten im Check: Nächste Podiumsdiskussion am 5. März

Die nächste Sendung am Donnerstag, 5. März, bestreiten bestreiten Bruno Marcon (Augsburg in Bürgerhand), Frederik Hintermayr (Die Linke), Anna Tabak (WSA), Roland Wegner (V-Partei) sowie je ein Kandidat von Polit-WG/DiB und Generation Aux.

Am 11. März werden Eva Weber (CSU), Martina Wild (Grüne) und Dirk Wurm (SPD) gegeneinander antreten. Wer live im Studio dabei sein will, kann sich per E-Mail an sechsum6@augsburger-allgemeine.de kostenlose Tickets sichern. Bitte teilen Sie uns auch mit, wie viele Karten Sie benötigen. In den Zuschauersaal kommt aus Platzgründen nur, wer auch auf der Liste steht. Einlass ist ab 18 Uhr, die Sendungen starten jeweils um 19 Uhr.

OB-Kandidaten im Check: Sechs Bewerber über Wohnen und Verkehr
13 Bilder
Kommunalwahl Augsburg 2020: Das sind die OB-Kandidaten
Bild: Silvio Wyszengrad

Lesen Sie zum Thema auch: Amt des Augsburger OB: Das ist der Preis, um den alle kämpfen

Alle Infos zur Kommunalwahl in Augsburg finden Sie hier.                            

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27.02.2020

Keine eigene Trasse für die Tram. Ist eine Frechheit, wenn die Tram nicht mit im Stau steht. Und wenn man bedenkt wieviel Parkplätze die Straßenbahnhaltestellen wegnehmen. Und dann noch die Ansteckungsgefahr mit Corona ...

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27.02.2020

Aber wenn nur alle 7 Minuten eine Straßenbahn fährt und dann bleibt die Spur 7 Minuten total leer und daneben drängeln sich die Autos auf einer Spur das ist doch auch irgendwie ungerecht, oder nicht?

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27.02.2020

Die Straßenbahntrasse für den Individualverkehr freigeben oder die Tram ebenfalls im Stau stehen zulasen bringt keine Lösung und gerechter ist da auch nicht. Zudem wieviel Personen passieren die Spur in den Pkws in den 7 Minuten?
Eine Spur mehr bringt gar nichts. Im Gegenteil. Studien haben gezeigt, je mehr Spuren, umso mehr Verkehr. Siehe allein die A8. Je attraktiver der Autoverkehr gehalten wird, desto weniger sind die Leute bereit auf den ÖPNV umzusteigen oder Fahrgemeinschaften zubilden. Selbst wenn er attraktiver gestaltet wird. Und wenn die Tram / Bus im Stau steht, macht ihn nicht attraktiver.
Das große Problem ist der Individualverkehr. Auch wenn der elektrisch wäre/wird, bleibt der gleiche. Vielleicht ohne Abgase in der Stadt. Aber der Stau bleibt.
Weiteres Problem ist auch wohin mit den ganzen Fahrzeugen? Die Straßen sind alle restlos zugeparkt. Geh- und Radwege ebenfalls als Parkpläche genutzt. Durch Nachverdichtung wird sich die lange sicherlich nicht entspannen. Um gleichzeitig mehr Wohnungen (und Parkhäuser) bauen und mehr Verkehrsfläche für den fleißenden Verkehr. Wie soll das gehen? Sehr teure Tunnel oder Hochstraßen bauen? Die dann nach ein paar Monaten auch verstopft sind?
Das Problem wird auch nicht allein im Stadtgebiet gelöst. Wenn die Anbindung der Umkreisgemeinde mit dem ÖPNV schlecht ist, kann der noch so gut in der Stadt sein.
Villeicht sollte man zu den Stoßzeiten eine Citymaut einführen. Mit den Einnahmen könnte man auch den ÖPNV finanzieren. Im Gegenzug P+R / Zuganbindung ausweiten und den Takt verdichten.
Vielleicht kann autonomes Fahren zu einer Lösung beitragen aber das dauert noch einige Jahre. genauso wie der ein oder andere Ausbau.

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