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Fugger-Garage

14.06.2018

Oberbürgermeister Gribl positioniert sich zur Fugger-Garage

Über ein neues Parkhaus in der Augsburger Innenstadt wird derzeit diskutiert. 
Bild: Silvio Wyszengrad

Beim Presseempfang der Stadt Augsburg bringt Rathauschef Kurt Gribl einen alternativen Standort nochmals ins Gespräch. Er macht ein überraschendes Angebot.

Der Presseempfang der Stadt Augsburg dient in erster Linie zum persönlichen Austausch von Verwaltung und Journalisten abseits des täglichen Geschäfts. Einige politische Botschaften von Oberbürgermeister Kurt Gribl gab es allerdings zu hören. So bezog er Stellung zum Tiefgaragenprojekt in der Fuggerstraße.

Kurt Gribl: "Wir brauchen Parkraum an der richtigen Stelle"

In einem halbstündigen Gespräch mit Alfred Schmidt, dem früheren Chef der Stadtredaktion der Augsburger Allgemeinen, äußerte sich der Rathauschef zu aktuellen Themen. Unter anderem ging es um die Fugger-Garage, die vom früheren Baukonzern-Chef Ignaz Walter in der Fuggerstraße mit knapp 700 Plätzen geplant ist. Gribl merkte an, dass er kein Gegner des motorisierten Individualverkehrs sei, insofern werde immer Parkraum benötigt. Aber: „Was wir brauchen, ist Parkraum an der richtigen Stelle.“ Ob ein Parkhaus in der Fuggerstraße eine Entlastungsfunktion im städtischen Verkehrsnetz biete, „halte ich zumindest für fragwürdig“, so Gribl.

Kongress am Park: attraktiver Platz für ein neues Parkhaus

Er kam auf den Standort am Kongress am Park zu sprechen, der aus seiner Sicht attraktiv für ein neues Parkhaus sei. Es klang durch, dass Gribl sich durchaus freuen würde, sollte Walter seine Garagenpläne an dieser Stelle umsetzen. Der Rathauschef machte deshalb ein Angebot: „Ich würde mich dafür einsetzen, dass wir die kostenlose Tarifzone verlängern.“ Hintergrund: Die Stadtwerke planen, für einen bestimmten Bereich der Innenstadt rund um den Königsplatz einen kostenlosen Nahverkehr. Auf der Tramlinie 1 würde dieses Angebot nach vorliegender Planung in der Hermanstraße enden. Die Haltestelle am Kongress am Park ist die nächstfolgende.

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Dass Walter auf den Vorschlag eingeht, ist nicht zwingend zu erwarten. Walter hatte sich in der Diskussion um sein Garagenprojekt frühzeitig positioniert, als es um den Standort an der Kongresshalle ging: „Das kommt für mich nicht in Frage. Die Garage wird sich dort nicht rechnen. Sie wird nur voll sein, wenn es Veranstaltungen gibt.“

Gribl wird rechtzeitig bekanntgeben, ob er 2020 nochmals kandidieren möchte

Auch das Thema Baumfällungen kam zur Sprache. Gribl betonte, dass Grundlage für die Baumfällungen am Herrenbach „eine klare Aktenlage“ war, die auf den Erkenntnissen von vier Fachbehörden (Tiefbauamt, Grünamt, Wasserwirtschaftsamt und Untere Wasserrechtsbehörde) beruhte. Es habe keine Alternative dazu gegeben, einen Teil der Bäume sofort zu fällen. Dass diese Information den Bürgern kurzfristig mitgeteilt worden sei, habe daran gelegen, dass die Ergebnisse der Untersuchungen ebenfalls kurzfristig vorlagen. Weil „Gefahr im Verzug“ war, musste zügig gehandelt werden. Auch zur Informationspolitik der Stadt bezog Gribl Stellung. Ein Teil der Bürger hatte sich beklagt, dass gerade mal einen Tag vor den Fällungen eine Bürgerversammlung stattgefunden hatte. „Es gab drei Möglichkeiten“, erläuterte Gribl: „Vorher zu informieren, gar nicht oder hinterher.“ Die Entscheidung, kurzfristig zu informieren, sei richtig gewesen, betont Gribl im Nachgang.

Gribl werde rechtzeitig bekannt geben, ob er im Jahr 2020 wieder für das Oberbürgermeister-Amt antreten werde. Einen Zeitpunkt nannte er allerdings nicht. Politische Beobachter gehen fest davon aus, dass Gribl eine dritte Amtszeit anstrebt. Verwiesen wird auch darauf, dass er zuletzt nicht als Staatssekretär nach Berlin ins Innenministerium gehen wollte. „Jeder kann es so deuten, wie er will“, meinte Gribl dazu.

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16.06.2018

Damit dürfte das Thema Fugger-Garage glücklicherweise endgültig erledigt sein. Walter kann nun zeigen, ob ihm wirklich an seiner Stadt etwas liegt oder ob er nur seinen Willen durchsetzen will: Er soll sein Parkhaus bauen, aber bitte da, wo es gebraucht wird.

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15.06.2018

>> Aber: „Was wir brauchen, ist Parkraum an der richtigen Stelle.“ Ob ein Parkhaus in der Fuggerstraße eine Entlastungsfunktion im städtischen Verkehrsnetz biete, „halte ich zumindest für fragwürdig“, so Gribl. <<

Die Fugger-Garage könnte ein qualitatives Wachstum darstellen, für das auch oberirdische Parkplätze entfallen könnten.

>> Ob ein Parkhaus in der Fuggerstraße eine Entlastungsfunktion im städtischen Verkehrsnetz biete, „halte ich zumindest für fragwürdig“, so Gribl. <<

Man sollte nicht zu viel von einer Tiefgarage erwarten; Entlastung für die Karlstraße in Sachen Luftschadstoffe könnte kurzfristig mit Tempo 30 in diesem Straßenzu erreicht werden. Die ersten Ergebnisse aus Berlin sind da für Fälle mit geringen Überschreitungen wie in Augsburg vielversprechend.

>> Er kam auf den Standort am Kongress am Park zu sprechen, der aus seiner Sicht attraktiv für ein neues Parkhaus sei. Es klang durch, dass Gribl sich durchaus freuen würde, sollte Walter seine Garagenpläne an dieser Stelle umsetzen. Der Rathauschef machte deshalb ein Angebot: „Ich würde mich dafür einsetzen, dass wir die kostenlose Tarifzone verlängern.“ Hintergrund: Die Stadtwerke planen, für einen bestimmten Bereich der Innenstadt rund um den Königsplatz einen kostenlosen Nahverkehr. Auf der Tramlinie 1 würde dieses Angebot nach vorliegender Planung in der Hermanstraße enden. <<

Attraktiv ist dieser Standort v.a. für den Betreiber der Kongresshalle; für Besucher der Innenstadt wohl weniger. Dass die Ungerechtigkeiten im ÖPNV Tarif damit noch erheblich zunehmen würden, muss auch gesagt werden. Auch wäre der Standort für ein Luxus-Parkhaus wie es Herr Walter bauen will eher ungeeignet - gegen ein Budget-Parkhaus mit includierter Fahrt in die Innenstadt spricht ja nichts um die Tagesauslastung zu gewährleisten.

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