1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Osttangente: Ähnliche Pläne gab es schon vor 40 Jahren

Verkehr

11.09.2015

Osttangente: Ähnliche Pläne gab es schon vor 40 Jahren

Der Verlauf der Osttangente war bei Königsbrunn so markiert.
Bild: Andreas Niess

Vor 40 Jahren wurde schon einmal über eine Ostumgehung in der Region Augsburg diskutiert. Naturschützer brachten damals eine Variante ins Spiel, die an die heutigen Pläne erinnert.

Ach Kinder, das waren noch Zeiten in den Siebzigern des vergangenen Jahrhunderts. Die Ölkrise war überwunden, der Liter Benzin kostete umgerechnet 45 Cent und Porsche brachte seinen ersten 911 Turbo auf den Markt, der mit 250 Sachen das damals schnellste deutsche Serienauto war. Da durften natürlich auch die Straßenbauer in die Vollen gehen. Klotzen, nicht kleckern hieß die Devise.

Als künftige Autobahn A91 war eine 55 Kilometer lange, vierspurige Ostumgehung von Augsburg geplant. Bei Nordendorf im Landkreis Augsburg sollte die Trasse von der B2 abzweigen, den Lech queren und mitten durch den Derchinger Forst zur Autobahn A8 führen. Weiter wäre es im Osten von Friedberg und Kissing nach Mering gegangen, dann zur Lechstaustufe und schließlich bei Königsbrunn zur B17. Und weil man gerade dabei war, hätte man auch gerne noch die B300 südlich von Aichach verlegt und zwischen Obergriesbach und Griesbeckerzell hindurch an die neue Straße angeschlossen. 200 Millionen Mark – etwa 100 Millionen Euro – waren dafür veranschlagt, als frühestmöglicher Baubeginn stand das Jahr 1981 im Raum.

Schon damals war der Widerstand groß – quer durch die noch überschaubare Parteienlandschaft übrigens. Auch der Bund Naturschutz zog gegen das Projekt ins Feld. Für den Fall, dass aber doch eine Straße gebaut werden sollte, hatten die Naturschützer einen Alternativvorschlag parat, den man sich vorsorglich fernstraßenrechtlich sichern solle. Von der B17 bei Königsbrunn aus über den Lech, weiter auf Stelzen über die Bahnanlagen bei Kissing, zwischen Friedberg und Augsburg hindurch bis zur Autobahn bei Derching könnte eine stadtnahe Trasse führen, rieten sie.

Wem das jetzt bekannt vorkommt – ja, so ähnlich soll die Osttangente des Jahres 2015 verlaufen. Der kleine Unterschied: Heute lehnt auch der Bund Naturschutz die Straße ab, die er selbst damals ins Gespräch gebracht hat.

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20Modular-im-Gaswerk-2019.tif
Festival in Augsburg

Bands, Anfahrt, Lärmschutz: Das müssen Sie zum Modular wissen

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser Morgen-Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen