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27.05.2019

Partei-Hochburgen und Überraschungen: So hat Augsburg abgestimmt

In Augsburg stieg die Wahlbeteiligung im Vergleich zur Europawahl vor fünf Jahren.
Bild: Michael Hochgemuth

Plus Bei der Europawahl zeigen sich in Augsburg vor allem zwei Parteien dominant: CSU und Grüne. Doch je nach Viertel ergeben sich interessante Unterschiede. Eine Analyse.

Die CSU bleibt in Augsburg die stärkste Kraft, obwohl sie im Vergleich zur letzten Europawahl im Jahr 2014 vier Prozentpunkte verliert und nun 30,7 Prozent der Wählerstimmen erhält. Das Ergebnis liegt damit etwas unter dem der Landtagswahl im Jahr 2018, bei der der Anteil der Zweitstimmen in den beiden städtischen Wahlkreisen bei 31,4 und 31,9 Prozent lag.

Ein Trend setzt sich aber fort: Nirgends in Augsburg schafft die CSU aktuell ein Ergebnis von 40 Prozent oder mehr. Die Firnhaberau ist mit 39,8 Prozent die Hochburg - die Grünen haben inzwischen allerdings in anderen Vierteln fast gleich hohe Werte. Grob gesagt punktet die CSU vor allem außerhalb der Innenstadt. Im Zentrum liegt sie teils unter 20 Prozent; im Viertel Links der Wertach - Süd (Oberhausen) sind es nur 17,2 Prozent.

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Die Grünen sind die Gewinner der Europawahl in Augsburg. Mit dem Anstieg von 16 Prozent (2014) auf 25,6 Prozent legen sie fast zehn Prozentpunkte zu. Auch im Vergleich zur Landtagswahl im Vorjahr (23,8 beziehungsweise 22,1 Prozent Zweitstimmen in den Augsburger Wahlkreisen) verbuchen sie noch einmal ein Plus.

In manchen Stadtviertel erreichen die Grünen inzwischen die gleichen hohen Werte wie die CSU anderswo: Im Lechviertel und dem östlichen Ulrichsviertel holen sie 39,6 Prozent. Anders als die CSU punkten die Grünen vor allem in zentralen Stadtvierteln. Aber auch in Bergheim erreichen sie 25 Prozent. Im Bärenkeller holen sie das schwächste Ergebnis im Stadtgebiet: 17,5 Prozent.

CSU und Grüne teilen Augsburg gewissermaßen unter sich auf - zumindest, wenn es darum geht, welche Partei in einem Viertel die stärkste ist. Bei der Europawahl 2019 gelingt es nur zwei Parteien, in einem Augsburger Stadtviertel die meisten Stimmen auf sich zu vereinen: eben CSU und Grünen. 27 Mal schafft es die CSU, 15 Mal liegen die Grünen ganz vorne. Am knappsten geht es in Göggingen-Nordwest aus: Dort erreicht die CSU 29,7 Prozent, die Grünen kommen auf 29,6 Prozent.

Müssten die Parteien in der Stadt Koalitionen bilden, ein schwarz-grünes Bündnis wäre in Augsburg so gut wie sicher. Lediglich in vier Stadtvierteln bleiben die beiden Parteien zusammengerechnet unter 50 Prozent. In allen anderen Bezirken stimmt mehr als die Hälfte der Wähler für eine der beiden Parteien. Den Topwert liefern hierbei Bergheim und der Spickel. Dort entscheiden sich jeweils fast zwei von drei Wählern (64,8 Prozent) dafür, ihr Kreuz entweder bei den Christsozialen oder bei den Grünen zu setzen. Am wenigsten sind es mit Abstand im Viertel Links der Wertach - Süd, in dem die CSU besonders schlecht abschneidet.

Ganz ohne Häme: Nach diesem Ergebnis der SPD ist es schwierig, noch von Hochburgen in der Stadt zu sprechen. Blickt man auf die Europawahl, so haben sich die Stimmenanteile für die SPD halbiert - von 20,5 auf 10,1 Prozent. Das entspricht der Entwicklung bei der Landtagswahl, bei der die Partei auf etwas mehr als 11 Prozent kam. Aktuell pendeln die Werte zwischen 7,5 (Georgs- und Kreuzviertel in der Innenstadt) und 12,4 Prozent (Bärenkeller). Im Antonsviertel, 2014 noch die SPD-Hochburg bei der Europawahl, wird die Entwicklung sehr klar sichtbar: 10,1 statt 23,8 Prozent.

Die AfD büßt in Augsburg Stimmen ein. Mit 8,9 Prozent fällt sie hinter dem Ergebnis der Europawahl 2014 zurück; damals war die Partei auf 10,4 Prozent gekommen. Und auch bei der Landtagswahl 2018 hatte die AfD besser abgeschnitten (11/11,5 Prozent). Oberhausen-Nord (16,7 Prozent) bleibt die Hochburg der AfD in Augsburg, die Partei schneidet dort mit 16,7 Prozent besser ab als vor fünf Jahren (10,8 Prozent). Vergangenes Jahr hatte sie dort bei der Landtagswahl aber 23,8 Prozent geholt. Im Univiertel kommt die AfD auf knapp 15 Prozent. Im Lechviertel sind es dagegen 3,3.

Blicken wir noch auf die kleinen Parteien. Die Linke verschlechtert sich bei der Europawahl im Vergleich zu 2014. Sie sackt von 5 auf 3,9 Prozent ab. Ihre stärkste Wählerschaft hat sie in Oberhausen.

Die FDP liegt in vielen Augsburger Stadtvierteln bei 3,x Prozent. Doch ein paar kleine Ausreißer nach oben und unten gibt es.

Martin Sonneborns Satirepartei Die Partei spaltet Augsburg ein wenig. Während sie Links der Wertach - Süd nur knapp hinter der SPD landet und ein Vielfaches der FDP-Stimmen auf sich vereint, erreicht sie in Bergheim lediglich Platz neun - hinter CSU, Grünen, SPD, AfD, FDP, Freien Wählern, ÖDP und Der Linken.


Der größte Gewinner ist die Wahl selbst - es haben deutlich mehr Augsburger ihre Stimme abgegeben als noch 2014. Die Beteiligung stieg von 36,3 Prozent auf 55,6 Prozent (zum Vergleich: bei der Landtagswahl waren es 65 beziehungsweise 66 Prozent in den beiden Augsburger Stimmkreisen). Besonders fleißige Wähler leben im Spickel - 74,9 Prozent gingen dort zur Abstimmung (oder nutzten Briefwahl). Mit 32,9 Prozent Wahlbeteiligung bildet Oberhausen-Nord das Schlusslicht - das Viertel, in dem die AfD ihr bestes Ergebnis erreicht.

Lesen Sie auch unseren Kommentar zur Europawahl in Augsburg: Ergebnis halbiert: Der tiefe Fall der Augsburger SPD

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