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Augsburg

27.01.2021

Präsenzklausur trotz Corona-Lockdown: Studenten äußern Bedenken

An der Uni sollen trotz Lockdowns viele Prüfungen in Präsenz stattfinden. Nun machen sich einige Studenten um ihre Gesundheit Sorgen.
Foto: Silvio Wyszengrad (Symbolfoto)

Plus Die Uni Augsburg hält an Prüfungen in Präsenz fest. Einige Studenten machen sich deshalb Sorgen. Beim Thema Maske ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Der deutschlandweite Lockdown wurde bis Mitte Februar verlängert - und damit bis hinein in die Klausurenphase an den bayerischen Universitäten. An der Uni Augsburg sollen trotzdem viele Prüfungen in Präsenz stattfinden. Nun machen sich einige Studenten um ihre Gesundheit Sorgen.

Die Entscheidung, in welcher Form Prüfungen durchgeführt werden, liege bei den Unis, teilt das Bayerische Wissenschaftsministerium mit. "Auch die Anordnung einer Maskenpflicht während der Präsenzprüfungen obliegt den zuständigen Hochschulen", sagt Ministeriumssprecher Ralf Huber. Rahmenbedingungen für Online-Prüfungen habe der Freistaat bereits im vergangenen Herbst festgelegt, so Huber, er stellt aber klar: "Die Teilnahme an elektronischen Fernprüfungen ist freiwillig. Dies müssen die Hochschulen grundsätzlich auch dadurch sicherstellen, dass eine termingleiche Präsenzprüfung als Alternative angeboten wird."

Andere Unis setzten auf online

Während nach Verkündung der Lockdown-Verlängerung an anderen Unis wie etwa Passau nun möglichst viele Präsenzklausuren nach Möglichkeit durch "digitale Alternativen" ersetzt werden sollen, lehnt die Uni Augsburg eine Ausweitung von schriftlichen Online-Klausuren ab. Zum einen müsse die technische Ausstattung (etwa eine ausreichend gute Internetverbindung) gegeben sein, zum anderen könne Täuschung durch technische Maßnahmen nicht unterbunden werden, sagt Rutsatz.

In Zeiten vor Corona sahen die Prüfungen so aus...
Foto: Peter Fastl (Archivfoto)

Neben mündlichen Prüfungen, die weitest gehend online stattfänden, und alternativen Prüfungsformaten wie Hausarbeiten, will die Uni Augsburg einen Großteil der Klausuren in Präsenz stattfinden lassen. Pressesprecherin Manuela Rutsatz teilt mit: "Wir knüpfen an unsere erfolgreichen Hygiene-Maßnahmen des Sommersemesters an und verschärfen diese wie folgt: Der verstärkte Einsatz von Sicherheitspersonal wird die Abstände auch im Vorfeld und im Nachlauf sicherstellen".

Wie bereits im Sommer hat die Uni wieder eine Messehalle angemietet, zudem werden zwei Räume im Sigma-Park genutzt. "Die Anmietung zusätzlicher Gebäude bietet uns großzügigen Raum für die Hygienekonzepte", sagt Rutsatz. So verfüge etwa die Messe über ein modernes Belüftungssystem und die Möglichkeit von mindestens zwei Metern Abstand zwischen den Tischen.

Einige werden trotz Symptomen kommen, befürchten Studenten

Noch im November hatten sich auch Studenten gegen Online- und für Präsenzprüfungen ausgesprochen. Angesichts der hohen Zahlen scheint es nun aber bei einigen doch Gesundheitsbedenken zu geben. So schreibt eine Gruppe von Studenten unserer Redaktion, dass es sehr bedenklich sei, wenn für die Klausuren jetzt Personen aus allen möglichen Orten mit unterschiedlichen Inzidenzwerten zusammenkommen. "Gerade in Fächern, in denen es keine Nachholklausuren gibt, werden mit Sicherheit auch Personen trotz Symptomen kommen, da sonst das ganze Semester verloren geht und man nicht im nächsten Semester doppelt so viele Klausuren schreiben kann", befürchtet die Gruppe.

Eine andere Studentin findet: "Es muss eine Alternative zur Präsenzklausur geben - und zwar nicht, die Klausur nicht zu schreiben". Als Lehramtsstudentin befürchtet sie eine große Ausbreitung, da angehende Lehrer Prüfungen in mehreren Fachbereichen schreiben - und so in verschiedenen Gruppen zusammenkommen. "Ich sehe die Gefahr, mich anzustecken - und somit auch meine Mutter, die zur Risikogruppe gehört." Die Infektionslage sei jetzt einfach eine andere als im Sommer.

Bis zu 500 Personen in einem Raum – und das ohne Mundschutz?

Ein Thema verärgert die Studenten besonders: "Im öffentlichen Raum ist das Tragen von FFP2-Masken verpflichtend und wir sollen mit bis zu 500 (oder noch mehr) Personen in einem Raum sitzen ohne Mundschutz?!", schreiben die Studenten. Doch nicht jeder Student befürwortet eine FFP2-Maskenpflicht. So sagt ein Jura-Student etwa: "Ich habe schon den Eindruck, dass man bei Prüfungen mit FFP2-Masken eingeschränkt ist, weil die Maske deutlich dichter ist und man weniger Luft bekommt. Das merkt man ja schon, wenn man mit der FFP2-Maske etwas schneller läuft." Nach derzeitigem Stand soll es bei Prüfungen an der Uni möglich sein, die Maske am Platz abzunehmen. Dies werde laut Manuela Rutsatz aber aktuell noch diskutiert.

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