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Freilichtbühne

30.06.2017

"Rocky Horror": Großartige Darsteller, begeistertes Publikum

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Schrill, ausstattungsreich, frivol: Die "Rocky Horror Show" bot bei der Premiere auf der Augsburger Freilichtbühne gute Unterhaltung.
Bild: Nik Schölzel / Theater Augsburg

Die "Rocky Horror Show" hat auf der Augsburger Freilichtbühne am Freitag Premiere gefeiert. Die Darsteller waren großartig und das Publikum begeistert. Eine Nachtkritik.

Was für eine Show! Augsburg taucht  in den nächsten Wochen in die lasziv-schräge Welt des Planeten Transsexual in der Galaxie Transsylvania ein. Richard O Brians Kultmusical „Rocky  Horror Show“ auf der Freilichtbühne am Roten Tor beendet die Theatersaison und die Intendanz von Juliane Votteler mit  großem Theater. Und da kann  auch ein kräftiges Gewitter, das bei der Premiere pünktlich zur Pause  einsetzte, weder die Spielfreude der Darsteller noch die Begeisterung des Publikums stören.

Christian Brey inszeniert das Kultstück aus den 70ern, in dem das verklemmte Spießerpärchen Brad und Janet auf eine enthemmte Schar Außerirdischer und ihren Meister, den „Sweet Transvestite“ Frank N. Furter  trifft, als  ausstattungsreiches und frivoles Entertainment auf roter Showtreppe.  Glitzerkonfetti und Luftballons fliegen, kunterbunte Perücken und psychedelisch gemusterte Kostüme stechen ins Auge und die Darsteller stöckeln auf zentimeterhohen Plateausohlen und in sexy Korsagen über die Bühne. 

Großartig dabei versierte Musicaldarsteller wie Andy Kuntz (als Riff Raff), Kira Primke (Magenta), Peti van der Velde (Columbia) und Tom Dewulf (Rocky). Überzeugend auch Matthias Kern als Eddi, der hauptberuflich Pauke im Orchester des Gärtnerplatztheaters spielt. Hinreißend vor allem die Mitglieder des Augsburger Ensembles: Marlene Hoffmann als rosagewandetes Weibchen Janet mit erstaunlichem Steptalent , Sebastian Baumgart als beflissener und urkomischer Spießer sowie Sebastian Aranz, der den Erzähler mit einer Handpuppe zum Leben erweckt. Und Frank N. Furter, Dreh- und Angelpunkt dieses abgefahrenen Universums? Andreas Köhler triumphiert in dieser Rolle, gibt den Transvestiten ohne tuntiges Gehabe als männlich-dominanten Typ mit Stimmgewalt und schnoddrigem Humor.

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Rocky Horror auf der Freilichtbühne: Anzüglichsten Sexszenen wirken nie vulgär

Die  berühmte Filmfassung lässt Christian Brey in seiner „Rocky Horror Show“ links liegen und setzt am Roten Tor eigene Akzente mit Wortwitz, Augsburger  Sidekicks und grotesken Überzeichnungen, die auch die anzüglichsten Sexszenen nie vulgär wirken lassen. Tim Allhoff und seine Band  spielen dazu den bekannt mitreißenden und in Teilen neu arrangierten Stilmix aus Rock und Balladen. 

Die rasante und zum Schluss auch berührende  Inszenierung  begeistert , das Publikum johlt und kommentiert, wie es bei „Rocky Horror“ so Brauch ist, und bringt enthusiastisch die einschlägigen Accessoires wie Wasserpistolen, Knicklichter und Ratschen zum Einsatz. Also  „Let´s do the Time Warp again“ . Wenn er so launig und gekonnt ist wie am Roten Tor - gern immer und immer wieder. Denn auch das ist bei „Rocky Horror“ guter Brauch.

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