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Schienennetz-Ausbau: Augsburg darf Chance nicht verpassen

Kommentar Von Jörg Heinzle
23.11.2019

Die Deutsche Bahn baut ihr Schienennetz aus, bald sollen Großstädte im Deutschland-Takt verbunden sein. Augsburg darf dabei nicht ins Hintertreffen geraten.

Die Chance ist da. Die Region sollte sie nicht verpassen. Die Bundespolitik hat es sich zum Ziel gesetzt, die Bahn deutlich zu stärken. Der geplante Deutschland-Takt ist im Grundsatz ein gutes Konzept. Es sieht im Kern vor, die deutschen Großstädte in einem Halbstundentakt miteinander zu verknüpfen. Das wird nur funktionieren, wenn stark in den Ausbau des Schienennetzes investiert wird.

Augsburg muss beim Netzausbau der Bahn den Anschluss finden

Augsburg muss gleich an mehreren Fronten aufpassen. Zum einen klingt das, was die Entwürfe für den Deutschland-Takt-Fahrplan bisher vorsehen, für Augsburg nicht so positiv. Nach Norden – ohnehin ein Sorgenkind – wird die Anbindung eher noch schlechter. Nach Süden tut sich nichts. Die Ost-West-Achse soll zwar insgesamt gut bedient werden. Auf dieser Strecke soll aber ein ICE künftig durchfahren und nicht halten.

Das darf sich Augsburg grundsätzlich nicht bieten lassen. Hier müssen sich die regionalen Politiker quer stellen und sich auch in Berlin Gehör verschaffen. Ob das gelingt? Beim geplanten Bahnausbau zwischen Augsburg und Ulm schaffen es bisher nicht mal die Stadt und der Landkreis, zu einer gemeinsamen Linie zu kommen.

Der Nutzen des dritten Gleises für den Landkreis ist höchst umstritten

Im Landkreis dreht sich alles um das viel beschworene dritte Gleis, das den Nahverkehr verbessern soll. Doch dessen Nutzen ist höchst umstritten. Jetzt werden die Weichen für den Bahnverkehr gestellt. Hoffentlich gilt dabei nicht das alte Sprichwort: Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte.

Lesen Sie dazu auch den ausführlichen Beitrag: Ein ICE soll künftig ohne Halt durch Augsburg fahren

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Die Diskussion ist geschlossen.

24.11.2019

Wenn man es schafft zwischen Ulm und Augsburg eine ICE Verbindung unter 30 Minuten hinzubekommen und diese vom Regionalverkehr größtenteils streckentechnisch zu trennen, dann ist viel erreicht.

Eine Neubaustrecke von Ulm nach Würzburg würde da sowohl Stuttgart, als auch Augsburg helfen.

In 90 Minuten von Augsburg nach Würzburg hätte für viele Vorteile.

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24.11.2019

>> Augsburg muss gleich an mehreren Fronten aufpassen. Zum einen klingt das, was die Entwürfe für den Deutschland-Takt-Fahrplan bisher vorsehen, für Augsburg nicht so positiv. Nach Norden – ohnehin ein Sorgenkind – wird die Anbindung eher noch schlechter. Nach Süden tut sich nichts. Die Ost-West-Achse soll zwar insgesamt gut bedient werden. Auf dieser Strecke soll aber ein ICE künftig durchfahren und nicht halten. <<

Dieses Fazit ist für mich so in dieser Form nicht sachlich begründbar.

Wenn sich die Kritik wirklich auf den aktuellen Entwurf und nicht auf Gerüchte bezieht, sprechen wir aktuell von einem Sprinter der alle 2 Stunden durch Augsburg und Ulm ohne Halt durchfährt.

https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Anlage/E/netzgrafik-fernverkehr-gutachten-2.pdf?__blob=publicationFile

In dieser Grafik als FV 47 dargestellt (dunkelbraun, gestrichelt)

Nach Ulm/Stuttgart/Mannheim bleibt gebündelt ein Takt 30 Linienpaar der Hauptlinien FV 1/8/27. Zusätzlich gibt es noch 3 weiter 2-stündliche Linien nach Ulm, wovon 2 Linien überlagert einen stündlichen Halt in Günzburg einlegen. (man ahnt schon, dass ein 3-gleisiger Ausbau hier für den Nahverkehr in Augsburg keinen Platz lassen wird, ein Scheitern der Reaktivierung der Staudenbahn käme da nur recht). Das wäre in Ost-West Richtung incl. Verbindung nach München und Flughafen-Stuttgart ein Top-Angebot!

>> So werde die Anbindung Richtung Norden schlechter. Fernverkehr von Augsburg in Richtung Allgäu soll es weiter überhaupt keinen geben. <<

Nach Norden gibt es einen sauberen 1-Stunden Takt nach Nürnberg, wovon jeder 2. Zug über die NBS nach Berlin fährt. Die andere Stunde geht es nach Frankfurt über Flughafen weiter nach Mainz und Wiesbaden (hellgrüne Linie). Ja nach Kassel, Hannover und Bremen muss man obligatorisch in Nürnberg in ca. 15 Minuten umsteigen; Hamburg geht direkt via Berlin. Warum ist das bitte schlechter als heute?

Und nach Süden? Ein IC am Tag nach Oberstdorf entscheidet auch nicht über die Qualität des Fernverkehrs in Augsburg; da ist eigentlich die Zukunft der schnellen RE Linie Augsburg-Kempten-Oberstdorf/Lindau viel wichtiger. Da geht es um die Fahrzeugnachfolge der Baureihe 612, Neigetechnik ja/nein, wenn nein Teilelektrifizierung und/oder Akku-/Netztriebwagen. Das wird man aus Augsburg in München über Verkehrsminister und BEG beeinflussen können. Nur da ist man untätig.

>> Beim geplanten Bahnausbau zwischen Augsburg und Ulm schaffen es bisher nicht mal die Stadt und der Landkreis, zu einer gemeinsamen Linie zu kommen. <<

Ziel ist nicht irgendeine gemeinsame Linie, sondern ein guter Fern- und Nahverkehr für die Region Augsburg. Die Stadt Augsburg ist da auf dem richtigen Kurs. Ein paar dumme Autofahrer auf dem Land haben einfach noch nicht kapiert wie Eisenbahn funktioniert; man träumt vom teuren 3-gleisigen "Aus"bau (ja 3 Gleise statt 2 Gleise neu bauen!), Umgehungsstraßen unter der Bahntrasse (Diedorf) und vertaktetem Nahverkehr neben dem korrekt riesigen Fernverkehrsangebot auf der Ost-West Achse Augsburg-Ulm. Wenn die auf dem Land jetzt noch die Reaktivierung der Staudenbahn in den Sand setzen, sollte man den Bahn-Nahverkehr im Augsburger Westen komplett auf den Prüfstand stellen. Da ist es dann egal wenn die im Stau untergehen, wenn sich wenigstens die Fernverkehrsanbindung Augsburgs gut entwickelt.

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