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Parkplatzwächter

29.04.2010

Schifferer-Prozess: Verfahren auf der Zielgeraden

Arthur Schifferer.
Bild: Silvio Wyszengrad

Die Beweisaufnahme im Prozess gegen den Parkplatz-Sheriff Arthur Schifferer neigt sich dem Ende entgegen. Der Angeklagte will jedoch noch Zeugen hören. Von Stefan Krog

Der Gerichtsprozess gegen Parkplatzwächter Arthur Schifferer neigt sich allmählich dem Ende zu: Die Staatsanwaltschaft hat jetzt offiziell erklärt, etliche Fälle aus der Anklage fallen zu lassen, da ein repräsentativer Querschnitt der Schifferer zur Last gelegten Taten bereits erörtert wurde. Von rund 80 Fällen aus der Anklage bleiben gegen Schifferer nunmehr 24 Fälle von Erpressung und Nötigung. Für die Strafzumessung im Fall einer Verurteilung würde die Reduzierung eine untergeordnete Rolle spielen.

Wie schnell die 1. Kammer des Landgerichts ein Urteil sprechen wird, hängt vor allem von Schifferer ab. Er hat mehrere Beweisanträge gestellt - am vergangenen Montag waren es 21 Stück, von denen das Gericht einen Großteil ablehnte. Allerdings kann Schifferer den Antrag stellen, weitere Zeugen zu vernehmen. Wann die Plädoyers gehalten werden, ist damit noch unklar.

Schifferers Verteidigungsstrategie schält sich immer klarer heraus. Er will darauf hinaus, dass ihm sowohl von seinen damaligen Anwälten als auch von einzelnen Polizisten bedeutet wurde, dass sein Tun legal sei. Schifferer hatte auf einem Privatparkplatz Autos von Falschparkern und vermeintlichen Falschparkern festgesetzt und die Pkw nur gegen Sofortkasse herausgegeben. Seine früheren Anwälte, die ihn bei seiner Parküberwachertätigkeit berieten, haben bisher die Aussage verweigert. Das ist bei Zeugen möglich, wenn sie sich selbst belasten würden. Im Raum stünde dann Beihilfe oder Anstiftung zur Erpressung.

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Ins Blickfeld rückt immer wieder das Agieren der Polizei. Offenbar haben einzelne Beamte geäußert, dass sie es gut finden, wenn jemand auf Privatparkplätzen für Ordnung sorgt. Diesen Umstand dürfte Schifferer für seine Verteidigung nutzen, wenngleich er durch Gespräche mit der Staatsanwaltschaft vorgewarnt gewesen sein dürfte.

Das konkrete Vorgehen Schifferers sei, so Polizisten gestern als Zeugen, rechtlich nicht bewertet worden. Einzelne Beamte lehnten sich aber wohl doch weit aus dem Fenster und deuteten Schifferer an, dass sie sein Verhalten für in Ordnung hielten. Einer sagte möglicherweise sogar, dass er nach seiner Pensionierung bei Schifferer auf 400-Euro-Basis anfangen wolle. Der Beamte konnte sich gestern nicht mehr daran erinnern, aber falls die Äußerung so gefallen sei, sei sie sicher nicht ernst gemeint gewesen. Von Stefan Krog

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