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Auszeichnungen

06.12.2018

Sie retteten einem Mitschüler das Leben

Marianne Schuber und Bernd Kastl freuen sich über die Bundesverdienstmedaille. Gabriel Geyer und Alexandre Schleret wurden ausgezeichnet, weil sie ihrem Mitschüler Niklas Linse (von links) das Leben retteten.
Bild: Ruth Plössel

Marianne Schuber und Bernd Kastl bereichern das Leben vieler Menschen, Gabriel Geyer und Alexandre Schleret retteten einem Mitschüler das Leben.

Mit strahlendem Lächeln steht Niklas Linse im Fürstenzimmer des Rathauses, so als ob er eine Auszeichnung von Oberbürgermeister Kurt Gribl bekommen hätte. Dabei sind es seine Schulkameraden Gabriel Geyer und Alexandre Schleret, die gerade unter großem Applaus geehrt wurden. Ohne den Einsatz der beiden 14- und 15-jährigen Schulsanitäter wäre Niklas wahrscheinlich nicht mehr am Leben.

Vor fast eineinhalb Jahren erlitt der heute 16-Jährige im Maria-Theresia-Gymnasium während des Unterrichts einen Herzstillstand und fiel vom Stuhl (wir berichteten). Zusammen mit ihrer Lehrerin leisteten Gabriel und Alexandre schnell und fachmännisch erste Hilfe und setzten eine Rettungskette in Gang, die übers Klinikum Augsburg nach Großhadern führte. Drei Wochen später konnte Niklas, der einen angeborenen Herzfehler hat, wieder nach Hause. „Mir geht es gut, seither ist nichts mehr passiert“, sagt der hochgewachsene Jugendliche und blickt dankbar zu seinen Lebensrettern hinüber.

Lesen Sie dazu auch: Wie die dramatische Rettung an der Schule ablief

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Sie gründete eine Realschule für Blinde und Sehbehinderte

Auch wenn Marianne Schuber nicht die klassische Lebensretterin ist, so hat sie durch ihr Engagement vielen Menschen ein besseres Leben ermöglicht. Die Lehrerin und promovierte Historikerin gründete in den 1970er Jahren die erste Realschule, (zunächst in Augsburg, heute in Unterschleißheim), die Blinden und Sehbehinderte einen anerkannten Schulabschluss mit entsprechenden Berufschancen eröffnete.

Dass ihr Gribl im Namen des Bundespräsidenten die Bundesverdienstmedaille überreichte, hat Schuber nicht nur ihrem Einsatz für Sehbehinderte zu verdanken. Die Augsburger kennen die 85-Jährige vor allem als Leiterin des Oberhauser Museumsstübles und Autorin zahlreicher Bücher über den Ort, der 1911 nach Augsburg eingemeindet wurde. „Sie zeigt ihre Liebe zum Stadtteil Oberhausen“, zitierte der Oberbürgermeister aus der Laudatio.

Die Liebe zur Kirche wiederum verbindet Marianne Schuber mit Bernd Kastl, der sich ebenfalls über die Bundesverdienstmedaille freuen darf. Der Pferseer, der in seiner Heimatpfarrei Herz Jesu in vielen Ehrenämtern wirkte, hat sich seit seiner Pensionierung zu einem ledenschaftlichen und versierten Führer durch die Kirchen der Stadt entwickelt. Ob St. Moritz, St. Ulrich und Afra oder der Dom – Kastl kann bei seinen ehrenamtlichen Exkursionen in den Gotteshäusern immer eine große Fangemeinde um sich scharen.

Betrübt ist der 79-Jährige allerdings, aktuell die vielen Anfragen ablehnen zu müssen. Bernd Kastls Gesundheit lässt es momentan nicht zu, dass er seinem liebsten Hobby nachgehen kann.

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