1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Sie spielen im Kinofilm "Trautmann" als Komparsen mit

Augsburg

15.03.2019

Sie spielen im Kinofilm "Trautmann" als Komparsen mit

Der 69-jährige Hansjörg Birling steht mittendrin. Er ist der grauhaarige Herr im oberen Drittel des Bildes mit der Broschüre in der Hand.
Bild: Jürgen Olczyk

300 Statisten aus Augsburg und Umland waren beim Dreh für den Film um die deutsche Torwartlegende Bert Trautmann dabei. Drei erzählen, auf was sie nun hoffen.

Einige Male schon hat sich Florian Pittroff den Trailer zum Kinofilm „Trautmann“ angeschaut. Er war auf der Suche nach sich selbst. Der 58-jährige PR-Journalist aus Anhausen im Kreis Augsburg ist einer von rund 300 Komparsen aus Stadt und Region, die bei dem Film um die deutsche Tortwartlegende Bert Trautmann mitgemacht haben. Gedreht wurde im August 2017 unter anderem im Rosenau- und Mögele-Stadion sowie im Provinoclub im Textilviertel. Die Statisten mussten sich dafür nicht nur in 50er Jahre-Outfits werfen, sondern viel Geduld mitbringen, wie drei von ihnen im Rückblick erzählen. Von einem waren sie aber alle sehr begeistert, aber dazu gleich mehr.

Vom "Rosi" sind die Trautmann-Komparsen begeistert

Gefunden hat sich Pittroff im Trailer freilich nicht. Jetzt hofft er, dass er wenigstens einmal im Film mit David Kross in der Hauptrolle zu sehen ist. Der Streifen ist Donnerstag in den deutschen Kinos angelaufen.

Florian Pittroff hatte als Statist Spaß am Drehtag im Rosenaustadion im August 2017. Recht heiß muss es in den 50er-Jahre-Klamotten gewesen sein.
Bild: Pittroff

 Am heutigen Samstag besucht Regisseur Marcus H. Rosenmüller („Wer früher stirbt, ist länger tot“) zusammen mit Produzent Robert Marciniak die Augsburger Kinos Thalia und Mephisto. „Leider habe ich da keine Zeit“, sagt Pittroff, der sich den Film nächste Woche ansehen wird. „Aber ich weiß ja schon, dass der Rosi arg nett und super sympathisch ist.“ Der Rosi – so hat sich Rosenmüller selbst den Komparsen im Rosenaustadion vorgestellt. Vom „Rosi“ scheinen sie alle begeistert zu sein.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Wie auch die 51-jährige Sekretärin und Designerin Tanja Hall. „Es ist unglaublich, wie er die Menschen von morgens bis abends motivieren kann. Er schmeißt sich sogar selber in den Matsch, um eine Torszene zu zeigen.“ Der Ansporn war wichtig. Die Dreharbeiten, etwa im Rosenaustadion, sollen sich an manchen Tagen bis zu zehn Stunden hingezogen haben. Dort wurden Szenen nachgestellt, wie Fußballfans das Finale zwischen Manchester City und Birmingham City im Jahr 1956 von der Tribüne aus verfolgen.

Tanja Hall stand nicht das erste Mal vor der Kamera.
Bild: Hall

Das Rosenaustadion wurde ausgesucht, da die Zuschauertribüne optisch in diese Zeit passt. Auf das Mögele-Stadion fiel die Wahl wegen der Aschebahn, die es heute in Stadien kaum noch gibt. Gedreht wurden die Fußballszenen außerdem auf der Rennbahn in München-Riem. „Immer wieder wurden die Szenen aufgenommen, bis der Regisseur irgendwann zufrieden war“, erinnert sich Hansjörg Birling. Als der 69 Jahre alte Pensionist aus Gersthofen erfuhr, dass für den Film Komparsen gesucht wurden, meldete er sich sofort. Er hatte selbst jahrelang Fußball gespielt. Deshalb interessierte ihn der Film. „Außerdem hatte ich schon als Kind viel von Trautmann gehört. Ich wusste, dass er deutscher Kriegsgefangener war, der wegen seines Genickbruchs als Torwartlegende hervorging.“

Am Drehtag im Rosenaustadion wurde ordentlich geschwitzt

Wie alle anderen Komparsen auch, wurden Pittroff, Hall und Birling mit 50er Jahre-Kleidung ausgestattet. Ich bekam ein braunes Kostüm mit hellblauem Mantel – original aus der Zeit“, erzählt Hall. Ihre langen, braunen„ Haare wurden mit Hilfe von Papilotten gelockt. „Wichtig war, dass ich ungeschminkt blieb, das war so in der Nachkriegszeit.“ Alle drei erinnern sich daran, wie heiß es am Drehtag im August im Rosenaustadion war.

Pittroff mit Hut, Hemd und schwerer Lederjacke und Birling in Tweedhose schwitzten ordentlich. Was macht man nicht alles, um dabei zu sein. Etwas Geld gab es schließlich auch. Aber das stand für die drei Komparsen nicht im Vordergrund. Sie waren eher neugierig, wie so ein Kinofilm entsteht. Bereut haben sie es nicht. Im Gegenteil. „Ich würde so etwas wieder machen“, meint Birling. „Man lernt so viele nette Leute kennen.“ Tanja Hall hat dort sogar eine Freundin gefunden. Die Augsburgerin stand schon öfters vor der Kamera.

Vor zwei Jahren ließ sich Hall in eine Kartei bei den Bavaria Filmstudios aufnehmen. Seitdem war sie schon in der ARD-Serie „Sturm der Liebe“ zu sehen und in Werbespots. Hall hofft, wie die anderen auch, dass sie im neuen Trautmann-Film auftaucht. Sie ist guter Dinge. „Ich hatte oft eine gute Ausgangsposition hinter den Hauptdarstellern.“

Regisseur Marcus H. Rosenmüller ist am Samstag um 18.30 Uhr im Thalia zu Gast, eine Stunde später im Mephisto.

Lesen Sie dazu auch:  In Augsburg läuft ein Rosenkrieg um Regisseur Marcus Rosenmüller

Kinostarts der Woche 

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren