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Musik

11.07.2019

Singen zwischen Kanapee und Kommode

Der Wohnzimmerchor in der Firnhaberau, zum Proben zu Gast bei Familie Schwarz. Auf dem Sofa, in der Mitte, der Chorleiter Erich Broy.
Bild: Annette Zoepf

Wie aus einer gemeindlichen Gospel-Singgemeinschaft ein „Wohnzimmerchor“ wurde

Wer an einem Donnerstagabend in der Firnhaberauer St.-Lukas-Straße am Garten der Familie Schwarz vorbeigeht, wird wohl verwundert seine Ohren spitzen. Klingt da nicht aus dem Haus Chorgesang? Es ist keine Täuschung. In der Tat trifft sich hier regelmäßig der sogenannte Wohnzimmerchor zur Chorprobe. „Wohnzimmerchor“ – so nennen sich in der Regel Chöre, deren Mitglieder sich in wechselnden privaten Wohnzimmern zur Probe treffen.

So ist es auch beim Wohnzimmerchor aus der Firnhaberau unter Leitung des Kirchenmusikers und Musikwissenschaftlers Erich Broy. Zwei Familien stellen für die wöchentliche Probe abwechselnd ihre Wohnzimmer zur Verfügung. Diesmal sind es Elisabeth und Gerhard Schwarz, die beide in diesem Chor mitsingen. Ein Klavier ist da, ein großzügiger Raum und auch ausreichend Stühle, die im Kreis stehen. Als Gastgeberin hat Elisabeth Schwarz für die zwölf Sänger und Sängerinnen am Abend dieses heißen Tages kalte Getränke vorbereitet.

Geprobt wird für die „Feuerzangenbowle“, das Sommerstück der Theaterabteilung des TSV Firnhaberau, das nun im Biergarten des Hubertushofs Premiere hatte (siehe nebenstehende Seite). Zum wiederholten Mal hat Regisseur Rainer Lechner den Wohnzimmerchor für sein Stück engagiert. „Die Lieder werden ins Stück integriert“, erzählt Erich Broy.

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Gesungen wird klassisch Deutsches wie „Das Lied von der Loreley“, „Ein Freund, ein guter Freund“ oder „Irgendwo auf der Welt“. Angefangen hat der Wohnzimmerchor 1998 als Gospelchor an der katholischen Kirche St. Franziskus in der Firnhaberau. Da war Erich Broy Organist und Kirchenmusiker in St. Franziskus. Die ersten Chormitglieder kamen zum Teil aus den Mutter-Kind-Gruppen. Wie es bei Chören immer wieder der Fall ist, gibt es Wechsel. Nach über zehn Jahren waren einige Sänger/innen abgebröckelt, der Stamm des Chores überlegte, ob und wie er weitermachen konnte.

Die Idee mit dem Wohnzimmer als Probenraum war geboren. Es erweiterte sich auch das Repertoire. Neben Gospels und Spirituals, die der Chor noch immer gerne singt, gestaltet er öfter sowohl katholische als auch evangelische Gottesdienste mit, singt bei Hochzeiten oder gibt Konzerte im Advent. Zum Abschied von Pfarrer Anton Schmid, der als Pfarrer von St. Franziskus in den Ruhestand geht, wird der Wohnzimmerchor beim Festgottesdienst am 15. September die Missa brève No 7 in C von Charles Gounod singen. „Singen hält jung, ist gut für die Seele“, ist Elisabeth Schwarz überzeugt. Sie schätzt auch das Miteinander im Chor.

„Es ist eine nette Gemeinschaft“, ergänzt ihr Mann. Deutlich wird das auch daran, dass es immer wieder auch Gelegenheit gibt, sich über das Singen hinaus zu treffen, etwa zu einem Sommerfest.

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