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Augsburg

04.09.2019

So geht's auf der Großbaustelle Theater weiter

Die Theaterbaustelle von oben. Vor dem Eingang zum Großen Haus wurden Container für die Arbeiter aufgestellt.
Bild: Ulrich Wagner (Archiv)

Augsburg bekommt ein modernes Theater. Viele Arbeiten finden derzeit im Großen Haus statt. Was dort alles gemacht wird und was noch ansteht.

Es ist eine Großbaustelle mitten in der Stadt. Von den Arbeiten bekommen Passanten allerdings wenig mit, da sich der Großteil drinnen abspielt. Die Rede ist vom Großen Haus des Staatstheaters, das derzeit modernisiert wird. Im Moment werden schadstoffbehaftete Bauteile ausgebaut. Die Arbeiten sind in Abschnitte aufgeteilt, saniert wird Stockwerk für Stockwerk. Darüber hinaus wird die alte Bühnentechnik demontiert. Bauteile, die nicht mehr benötigt werden, werden abgerissen. Die vielen Baucontainer vor dem Eingangsbereich lassen erahnen, dass ein größeres Aufgebot an Arbeitern tätig ist.

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Theater Augsburg: Was im Großen Haus gemacht wird

Die Sanierung des Großen Hauses zieht sich über einige Jahre hin, Wiedereröffnung soll 2023 sein. Bauteile, die unter anderem aus Gründen des Denkmalschutzes oder anderen Gründen erhalten werden sollen, werden jetzt so geschützt, dass bei der Sanierung nichts geschehen kann. Das betreffe zum Beispiel Böden, Wände und Decken, sagt Baureferent Gerd Merkle (CSU) auf Anfrage.

Vor dem ehemaligen Verwaltungsgebäude wird Aushubmaterial zwischengelagert. Der Bau selbst wird kommendes Jahr abgerissen.
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Großbaustelle Augsburger Theater
Bild: Silvio Wyszengrad

Manches sei bereits erledigt: Ein Großteil der historischen Einbauten des Zuschauerraums und der Foyers (Wandverkleidungen, Türen, Bestuhlung und Lampen) wurden bereits demontiert und entsprechend katalogisiert eingelagert. Viele dieser Elemente stammen aus den 50er Jahren. Sie werden zu einem späteren Zeitpunkt wieder eingebaut. Die Arbeiten im Großen Haus sollen voraussichtlich 2023 abgeschlossen sein – Stand jetzt. Die ehemalige Brechtbühne an der Kasernstraße wurde mittlerweile komplett zurückgebaut. An der Baugrube zwischen Theater und Volkhartstraße, wo im Vorjahr Relikte der alten Stadtmauer gefunden wurden, tut sich derzeit nichts.

Aushub für den neuen Trafokeller

Die Archäologen sind allerdings an einer anderen Stelle im Einsatz: Im Bereich des neu zu erstellenden Trafokellers an der Theaterstraße werden derzeit die Grabungen fortgesetzt. Erst nach Freigabe der Grabungsfläche durch die Stadtarchäologie kann das ehemalige Kellerbauwerk des historischen „Kornstadels“ abgerissen werden, der weitere Aushub für die Errichtung des neuen Trafokellers und der Abbruch des bestehenden Technikkellers folgen. Die Grabungsfläche wird laut Merkle dann auch wieder aufgefüllt. Hier wird einmal der große Kran stehen, der für die Arbeiten im Gebäude benötigt wird.

 

Auf Höhe des früheren Verwaltungsgebäudes, das ebenfalls ausgeräumt ist, ist derzeit ein großer Erdhügel zu sehen, auf dem ein Bagger steht. Auf dem Hügel wird zunächst der Aushub für den neuen Trafokeller zwischengelagert. Das Material wird vor Ort untersucht, um es danach an den entsprechenden Depots und Verwertungsstellen zu entsorgen. „Dies passiert jetzt immer wieder an verschiedenen Stellen des Baustellengeländes“, so Merkle.

Theater Augsburg: Bühnenraum zählt zu den größten im deutschsprachigen Raum

Die ursprüngliche Substanz des Großen Hauses des Theaters stammt aus dem Jahr 1877. Die Wiener Theaterarchitekten Helmer und Fellner ließen das Gebäude im Stil der Neorenaissance errichten. In den 1930er Jahren folgte die erste maßgebliche Umgestaltung. Aus dieser Zeit datiert auch der Bühnenraum, der zu den größten im deutschsprachigen Raum zählt.

1944 wurde das Theater im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört, 1953 bis 1956 folgte der Wiederaufbau. Das äußere Erscheinungsbild griff die ursprüngliche Gestaltung wieder auf, die Innenräume wurden in zeitgenössischer Form gestaltet. Seit dem Wiederaufbau gab es – bis auf die Erneuerung der Bühnenmaschinerie 1989 – keine wesentlichen baulichen Eingriffe mehr. Der nahezu unveränderte Erhaltungszustand macht das Theater zu einem denkmalgeschützten Zeitdokument des Wiederaufbaus der 1950er Jahre – aber auch zum Sanierungsfall. Im Sommer 2016 wurde das Große Haus für den Spielbetrieb geschlossen. Entscheidender Punkt war der Brandschutz, der Mängel aufwies.

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