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Augsburg

29.01.2019

So ist die Wohnsituation für Studenten in Augsburg

Nicht gerade günstig, aber komplett vermietet: Das private Studentenwohnheim „Studiosus 5“ gegenüber der City-Galerie.
Bild: Michael Hochgemuth

27.000 Menschen studieren in Augsburg. Das Wohnangebot ist groß und vielfältig. Günstig ist es längst nicht immer. Wie das Studentenwerk auf steigende Zahlen reagiert.

27.000 Menschen studieren in Augsburg an der Universität und an der Hochschule. Und es werden immer mehr, wie Statistiken der Stadt zeigen. Das birgt freilich Herausforderungen. Bislang lebt jeder zehnte Student in einer öffentlich geförderten Unterkunft. Akuter Mangel an Wohnraum für Studenten herrsche generell nicht, sagt ein Experte. Er sieht allerdings ein ganz anderes Problem.

Michael Noghero ist Pressesprecher des Studentenwerks Augsburg. Er erklärt: „Zusammen mit den öffentlich geförderten Wohnanlagen anderer Träger gibt es in Augsburg jetzt 2739 öffentlich geförderte Wohnplätze. Das entspricht einer Versorgungsquote von 10,18 Prozent – damit liegt Augsburg knapp unter dem bayerischen Durchschnitt von 10,45 Prozent.“ Und nicht jeder Student dürfe in eine öffentlich geförderte Unterkunft einziehen. Bewerbungsvoraussetzung sei nämlich ein Einkommen unter 735 Euro. „Das Wohnen in einer öffentlich geförderten Wohnanlage ist eine indirekte Sozialleistung“, sagt Noghero.

Sanierung der Studenten-Wohnanlage im Univiertel geplant

Die älteste Wohnanlage des Studentenwerks Augsburg wurde 1973 erstmalig bezogen und ist die Wohnanlage Lechbrücke nahe dem Freibad Lechhausen, die neueste 2018 (zweiter Bauabschnitt Wohnanlage Bürgermeister-Ulrich-Straße). Insgesamt seien alle Wohnheime in einem guten baulichen Zustand. Das liege auch an den umfangreichen Sanierungsmaßnahmen, die an den älteren Objekten durchgeführt wurden und werden. „Momentan ist eine umfassende Sanierung der Wohnanlage im Universitätsviertel geplant“, sagt Noghero. Noch würden die Planungen laufen, weswegen er nichts Genaueres sagen könne. Der Pressesprecher versichert aber, dass die Bewohner rechtzeitig über die Maßnahmen informiert werden.

Die Wohnanlage Lechbrücke ist die älteste des Studentenwerks in Augsburg. Das Hochhaus liegt direkt am Lech nahe dem Freibad Lechhausen.
Bild: Ulrich Wagner

Aber reichen die Wohnanlagen des Studentenwerks auf Dauer aus? Immerhin hat Augsburg nun ein Universitätsklinikum. Noghero erklärt, dass erst im Endausbau rund 1500 Studenten am Medizin-Campus erwartet werden. „Gerne würde das Studentenwerk im Umfeld des Campus eine Wohnanlage mit rund 100 Wohnplätzen realisieren. Man ist daher auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück“, sagt der Pressesprecher. Doch das eigentliche Problem liege woanders. „Es besteht kein akuter Mangel an Wohnraum, sondern der bestehende Wohnraum ist für viele Studenten einfach zu teuer“, findet Noghero und erklärt, dass in Deutschland Studenten im Schnitt 323 Euro Warmmiete zahlen. In Augsburg würden private Apartments dagegen erst bei 450 Euro anfangen. Noghero erklärt, woran das liegt.

Mieten richten sich nach der Marktlage

„In nicht öffentlich geförderten Wohnanlagen richten sich die Mieten nach der Marktlage.“ Eine Entlastung für den studentischen Wohnungsmarkt seien diese teuren Angebote allerdings nicht. Aber wie viel kosten die privaten Anlagen? Sind sie tatsächlich so teuer? Ein Blick ins Internet zeigt: Meist wird nur die Kaltmiete angegeben. Beim erst kürzlich gebauten privaten Wohnheim „Studiosus 5“ nahe der City-Galerie beträgt die niedrigste 330 Euro. Bei den „Campus Nachbarn“ im Univiertel beginnen die Kaltmieten bei 275 Euro und enden bei 420 Euro. In der privaten Wohnanlage gibt es 54 WG-Zimmer und 111 Einzel-Apartments.

Zum Vergleich: Bei den Unterkünften des Studentenwerks beträgt die niedrigste Warmmiete 185 Euro, die höchste 368,20 Euro. Neben den privaten Wohnanlagen und denen des Studentenwerks gibt es noch weitere öffentlich geförderte wie beispielsweise das Wohnheim am Silbermannpark nahe der Haltestelle Haunstetter Straße und Hochschule. Es verfügt über knapp 200 Apartments.

Wartezeiten für Wohnheime liegen bei einem Semester

Auch die Kolping-Akademie oder der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband bieten öffentlich geförderte Wohnanlagen in Augsburg an. Interessierte können diese ebenfalls auf der Internetseite des Studentenwerks finden. Übrigens sind laut der Homepage des Wohnheims „Studiosus 5“ alle Apartments vermietet – das sind immerhin 342 Unterkünfte. Ähnlich sieht es bei den „Campus Nachbarn“ aus. Einen Platz in einem der öffentlich geförderten Wohnheime des Studentenwerks zu bekommen, ist nicht immer einfach.

In allen Anlagen liegen die Wartezeiten auf einen Platz zwischen einem und zwei Semester. Die Zeiten seien in den vergangenen Jahren allerdings konstant geblieben, berichtet Michael Noghero, auch weil mittlerweile 132 Wohnplätze dazukamen.

Mehr Infos unter www.studentenwerk-augsburg.de/wohnen.

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