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Modular-Festival 2019

20.06.2019

So kommt das Gaswerkareal bei den Modular-Besuchern an

Beim Modular 2019 spielen die Bands inmitten der Industriebauten des Oberhauser Gaswerkareals.
Bild: Silvio Wyszengrad

Das Modular-Festival in Augsburg startet auf dem Gaswerkareal in eine neue Ära. Die ersten Besucher bewundern die außergewöhnliche Kulisse. Ein Rundgang.

„Aufbruch in eine neue Welt“, so lautet das diesjährige Motto des Modular-Festivals. Und tatsächlich: Wer das Gelände am Gaswerkareal betritt, hat erst einmal das Gefühl, ein neues Festival zu erleben. Wo es nach dem Einlass in den vergangenen Jahren erst einmal durch die Kongresshalle ging, um schließlich in den Park zu gelangen, muss sich der Besucher jetzt entscheiden: Rechts herum Richtung Bühne im Park oder lieber doch geradeaus in Richtung Essensstände? Doch das Fremdeln dauert nur einige Meter, dann entdeckt der erfahrene Festivalbesucher „modulareske“ Kunstwerke: Planeten, unübersehbare Sitzkreise, Liegestühle.

Das Gelände in Oberhausen erschließt sich schnell. Wer den Weg nach rechts wählt, hört bald elektronische Beats an der Bühne auf der Lichtung, wo am frühen Nachmittag noch nicht allzu viel los ist. Der Besucher läuft erst auf Schotter, später auf Gras und schließlich auf Hackschnitzeln, die vor der Bühne im Park aufgeschüttet wurden. Die Augsburgerin Esther Beigel, 41, ist gemeinsam mit Rebecca Meyer, 34, und Marcel Renc, 38, unterwegs. „Im Wittelsbacher Park konnte man natürlich bei Sonnenschein schön auf der Wiese liegen. Das war schon sehr gemütlich“, sagt Beigel. Auf dem Schotter vor der großen Bühne gehe das weniger. Doch der Platz hat auch etwas, sind sie sich einig. „Ich glaube, dass sich die Besucher ganz gut darauf verteilen werden“, ist sich Beigel sicher. Für Marcel Renc ist das Areal gut erreichbar: Zehn Minuten habe er mit dem Fahrrad benötigt. „Ich hoffe, dass es hier wieder lauter wird als im vergangenen Jahr im Wittelsbacher Park.“

Für alle Besucher ist das Gelände neu und will erst einmal entdeckt werden. Kleinigkeiten fallen oft erst bei der zweiten Runde auf. Etwa die kunterbunten Sitzkästen, die dem tristen Schotter Farbe geben. Schnuckelig findet das alles die Münchnerin Lisa Fuchs, 33, die gemeinsam mit dem Augsburger Riccardo Roggatz, 34, das Festival besucht. An ihrem Arm reiht sich ein Festivalbändchen nach dem anderen. „Das alles ist von Mai und Juni“, sagt sie. Auf dem Augsburger Modularfestival sei sie vorher noch nie gewesen, doch die „liebevolle Gestaltung“ und die wunderschöne „Industriekulisse“ seien ihr gleich aufgefallen. „So etwas hat München nicht“, betont sie. „Es hat jetzt ein bisschen was vom Melt-Festival“, sagt ihr Begleiter Riccardo Roggatz. Auf jenem Melt-Festival spielen die Live-Acts im Freiluftmuseum für Braunkohletagebau, der „Ferropolis“ in Gräfenhainichen, zwischen gigantischen Tagebaugroßgeräten.

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40 Bilder
Erste Bilder Vom Modular Festival
Bild: Silvio Wyszengrad

Modular 2019 in Augsburg: Bands spielen inmitten der Industriebauten

Auf dem Modular-Festival spielen die Bands inmitten der Industriebauten des Oberhauser Gaswerkareals. Imposant erhebt sich der Gaskessel hinter der großen Bühne. Moderator Fridl von Puls Musik betritt die Bühne und kündigt die erste Band, Paincake aus Aichach, an.

Sofort strömen die Besucher vor die Bühne. Dort, wo gerade noch Selfies vor dem Gaskessel geschossen und am Bier genippt wurde, macht sich schlagartig Festivalstimmung breit. „Mir gefällt, dass es jetzt ein Mischung aus Melt-Festival und Appletree Garden Festival ist. Es hat Industrie-Charme, aber auch Wiesen wie im Wittelsbacher Park“, sagt Festivalleiter Christoph Elwert.

Das Gelände wird derzeit von den Stadtwerken saniert und erschlossen. Neben der Brechtbühne und der Gastronomie im Ofenhaus haben auch schon viele Künstler dort ihre Ateliers und Probenräume bezogen. Dass die Sanierung noch lange nicht abgeschlossen ist, bezeugen die Gerüste an den verschiedenen Gebäuden. Sicherheitspersonal ist darauf postiert, damit nicht etwa einer der Besucher hinaufklettert. „Diese Gerüste gefallen mir weniger. Ansonsten ist das Gelände schon cool“, sagt die 17-jährige Victoria, die mit ihrer Freundin Rhea, 18, über das Gelände streift. Die Bühne im Theater finden sie gut, vor allem jetzt, wo es regnet.

Kurze Schauer machen den Modular-Besuchern nichts aus

Der kurze Schauer kann den vielen Besuchern allerdings nichts anhaben. Viele haben Kapuzenpullis oder -jacken an. Manche haben sich schnell einen Regenponcho übergeworfen. Auf der Bühne auf der Lichtung wird inzwischen getanzt. Dass es regnet, stört hier niemanden. „Wenn es regnet, läuft das Festival ganz normal weiter. Bei einer Unwetterwarnung besprechen wir uns mit allen wichtigen Ansprechpartnern wie der Feuerwehr und entscheiden dann, was zu tun ist“, informiert Helmut Jesske, Geschäftsführer des Stadtjugendrings, dessen Mitarbeiter im Auftrag der Stadt das Modular-Festival organisieren.

Karten für das Jugendfestival Modular gibt es online unter www.modular-festival.de. Der Einlass auf das Gelände beginnt um 15 Uhr, Live-Acts spielen bis 23 Uhr, das Areal schließt um 1 Uhr nachts.

Lesen Sie hier Eindrücke zum ersten Tag auf dem Modular 2019: Partybereit trotz Regen.

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Willkommen auf dem neuen Gelände! Der erste Abend von Modular 2019
Bild: Silvio Wyszengrad

 

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