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Klinikum

07.02.2018

So oft startet Rettungshubschrauber „Christoph 40“ von Augsburg aus

Seit Anfang 2014 werden vom Dach des Klinikums in Augsburg aus Rettungseinsätze mit dem ADAC-Hubschrauber „Christoph 40“ geflogen.
Bild: Marcus Merk (Archiv)

Von Augsburg aus startet der Rettungshubschrauber „Christoph 40“ zu Einsätzen in der ganzen Region. 2017 startete die Crew mit dem Helikopter deutlich öfter als im Vorjahr.

Der Hubschrauber hebt vom Dach des Klinikums ab, in 58 Metern Höhe, und hier landet er auch, damit Menschen schnell in das Krankenhaus gebracht werden können. Mehr als 1000 Mal ist die Besatzung mit „Christoph 40“, wie der Helikopter des ADAC heißt, 2017 losgeflogen, um Patienten zu helfen. Genauer: 1507 Mal. So viele Rettungsflüge verzeichnet der ADAC, der den Hubschrauber betreibt. Es ist gegenüber dem Vorjahr eine deutliche Steigerung, eine von mehr als zehn Prozent.

Nicht immer sind die Einsätze so spektakulär wie jener im November des vergangenen Jahres. Damals lief gerade die zweite Hälfte der Fußball-Bundesligapartie, als die Aufmerksamkeit der Zuschauer vom Rettungshubschrauber abgelenkt wurde, der direkt neben der Arena landete. Was nicht daran lag, dass einer der Spieler übel gefoult worden wäre.

Jemand anderes hatte sich stattdessen bei einem Sturz so schwer am Bein verletzt, dass ein Notarzt mit dem Helikopter zum Stadion gebracht werden musste.

"Christoph 40" bringt Notärzte schnell zum Geschehen

Abgesehen von den unüblichen Umständen dieses Einsatzes und den vielen Zuschauern, die ihn mitbekamen: Ginge es bei Flügen von „Christoph 40“ nicht oft um lebensbedrohliche Situationen, könnte man von einer Routineaktion sprechen. Nach Auskunft des ADAC sind ein Großteil der Flüge des Hubschraubers sogenannte „Primäreinsätze“.

Das heißt konkret: Mithilfe des Helikopters wurde schnell ein Notarzt zum Geschehen gebracht, der Patienten vor Ort behandeln kann, den Transport zu einem Krankenhaus übernahm später die Besatzung eines Rettungswagens. 85 Prozent der Einsätze von „Christoph 40“, teilt der ADAC mit, seien 2017 auf diese Art durchgeführt worden. In der Regel werde der Hubschrauber benötigt, wenn dringend ein Notarzt gebraucht werde und größere Distanzen überbrückt werden müssen, sagt ADAC-Sprecher Rudolf Vogler.

Der Rettungshubschrauber „Christoph 40“ ist an vielen Unfallorten in der Region zu sehen. Nicht immer fliegt er allerdings die Patienten ins Klinikum.
Bild: Fridtjof Atterdal (Archiv)

Im Sommer startet der Hubschrauber häufiger

Die Besatzung des Hubschraubers besteht in der Regel aus drei Personen: ein Pilot, ein Notarzt und ein Rettungsassistent. Sie fliegen einen Radius von 60 bis 70 Kilometern um das Klinikum herum an, in Einzelfällen auch darüber hinaus. 2016 hatte der ADAC rund 1360 Einsätze, deutlich weniger als ein Jahr später. In dem ersten Jahr, als der Hubschrauber vom Klinikumsdach startete, rückten die Einsatzkräfte 1186 Mal aus, noch einmal merklich weniger. Woran die Steigerung liegt? Dafür gibt es offenbar mehrere Gründe. Gewisse Schwankungen gebe es auch immer, sagt ADAC-Sprecher Vogler.

Was unter anderem eine Rolle spielen könne, sei schlicht auch das Wetter, etwa die Anzahl der Nebeltage pro Jahr. Je öfter es nebelig ist, desto seltener kann „Christoph 40“ starten. In den Sommermonaten startet er aus mehreren Gründen besonders oft. Das liegt zum einen etwa daran, dass zu dieser Zeit vermehrt Unfälle passieren, die in kälteren Jahreszeiten eher ausbleiben, Badeunfälle beispielsweise.

Es liegt aber auch daran, dass die Besatzung pro Tag länger mit dem Hubschrauber fliegen darf. Von 7.30 Uhr bis 30 Minuten nach Sonnenuntergang können mit dem Helikopter Rettungseinsätze geflogen werden, so hat das Luftamt Südbayern die Betriebszeiten festgelegt. Sonnenuntergang: Das kann im Winter schon am Nachmittag sein und im Sommer erst nach 21 Uhr.

Häufig ist "Christoph 40" wegen Kreislauferkrankungen im Einsatz

Oft werden die Helfer zu Notfällen wie akuten Herz- und Kreislauferkrankungen gerufen, seltener sind Freizeitunfälle und neurologische Ursachen der Grund für einen Einsatz, also beispielsweise Schlaganfälle. Auch nach Verkehrsunfällen fliegt die Crew mit „Christoph 40“ aus, wenn sie benötigt wird. 90 Einsätze, also etwa sechs Prozent aller Flüge des Rettungshubschraubers, waren im Jahr 2017 sogenannte Sekundärtransporte.

Darunter lassen sich nach Auskunft des ADAC Einsatzflüge zusammenfassen, bei denen ein Patient von einem Krankenhaus niedriger Versorgungsstufe in ein Spezialklinikum mit erweiterten Therapiemöglichkeiten gebracht wird – also beispielsweise in eine spezielle Kinderklinik oder eine mit besonderem Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten im neurologischen Bereich. Nicht immer allerdings geht es bei Flügen von „Christoph 40“ um Leben und Tod. 125 Flüge waren 2017 Fehleinsätze.

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