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Augsburg

12.12.2017

So soll die Münchner S-Bahn nach Augsburg fahren

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Das Münchner S-Bahn-Netz soll ausgedehnt werden. Auch eine Express-Linie bis nach Augsburg – wie in unserer Fotomontage – ist in den Plänen enthalten.
Bild: Frank Leonhard, dpa, Nina Müller (Montage)

Ab 2026 soll das S-Bahn-Netz in München nach Augsburg ausgedehnt werden. Auch die Fahrt zum Flughafen soll schneller und einfacher werden.

Es ist eine kleine Völkerwanderung, die sich jeden Tag aus dem Raum Augsburg Richtung München aufmacht: Mehr als 15.000 Arbeitnehmer nehmen täglich die rund 60 Kilometer lange Strecke auf sich. Selbstständige, Beamten und Studenten sind dabei nicht mitgezählt. Künftig sollen mehr Beschäftigte mit der Bahn fahren. Die Münchner S-Bahn könnte ab 2026, wenn der zweite S-Bahn-Tunnel in der Landeshauptstadt fertig ist, bis nach Augsburg als Expresslinie fahren.

Die Linie S 23X, wie sie momentan in Planungen benannt wird, würde dann in Augsburg starten, die Münchner Innenstadt unterirdisch durchqueren und bis zum Münchner Flughafen fahren. "Nach heutigem Planungsstand werden die Züge aus Richtung Augsburg zum Flughafen etwa eineinhalb Stunden benötigen", so Agnieszka Urban, Sprecherin der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG). Das staatliche Unternehmen plant im Auftrag des Verkehrsministeriums den Schienennahverkehr in Bayern.

Ab Augsburg schneller zum Flughafen

Reisende zum Flughafen würden damit im Vergleich zu heute (Regionalzug nach München und Wechsel in die S-Bahn) etwa zehn Minuten Reisezeit sparen. Die schnellste Verbindung wird auch mit der Express-S-Bahn nach wie vor der ICE/IC nach München mit dortigem Wechsel in die S-Bahn sein, wobei das auch die kostspieligste Verbindung ist. Wer nicht mit dem Auto an den Flughafen fahren will und dort Parkgebühren zahlen möchte, dem bleibt außer der Bahn nur ein Flughafentransfer-Dienst. Fernbus-Verbindungen an den Flughafen gibt es von Augsburg aus inzwischen keine mehr, nachdem sich die Route offenbar als nicht rentabel herausstellte.

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<p>So soll die S-Bahn von München nach Augsburg verlaufen.</p>
Bild: AZ-Grafik

Die Überlegungen, die S-Bahn bis in die Region Augsburg zu führen, sind bereits seit dem Frühjahr publik und wurden zuletzt nochmal im Landtag diskutiert. Auf Anfrage unserer Redaktion gab die Bayerische Eisenbahngesellschaft nun weitere Details bekannt. Ob die S-Bahn tatsächlich bis Augsburg fahren kann, ist noch nicht ganz klar. Man untersuche die Möglichkeiten momentan noch, so Urban. Eine Führung bis Mering ist relativ sicher. Ob neue Infrastruktur bei den Gleisen notwendig ist, wird noch untersucht. Bis Mammendorf gibt es eigenes S-Bahn-Gleis. Ob die S-Bahn ab dort auf den Nahverkehrs-/Gütergleisen fährt ist unklar.

Nach derzeitigem Stand soll die Express-S-Bahn zwischen München und Augsburg nur an ausgewählten Halten stoppen, um die Fahrtzeit in Grenzen zu halten. Ab 2026 sollen die Halte Althegnenberg, Haspelmoor und Mering stündlich bedient werden. Der Fugger-Express als Regionalbahn-Verbindung hält dann nicht mehr in diesen Orten. "Wir streben an, die daraus resultieren Fahrzeitverkürzungen zur Beschleunigung zu nutzen, was der Mehrzahl der Reisenden aus Augsburg und Mering sehr zugute käme", so Urban. Weitere Halte der Express-S-Bahn wären der Haltepunkt Haunstetter Straße, Hochzoll, Kissing, Mering, Maisach, Olching und Gröbenzell.

Was sich Fahrgäste wünschen

Der Fahrgastverband Pro Bahn weist darauf hin, dass es aus seiner Sicht sinnvoll wäre, wenn der zweite S-Bahn-Tunnel in München auch für Regionalzüge befahrbar wäre. Dies sei momentan nicht geplant. Man erwarte auch, dass der Freistaat die bevorstehende Ausschreibung für den Fugger-Express so gestalte, "dass das alles zusammenpasst", so Sprecher Winfried Karg. Die BEG betont, dass das bisherige Fugger-Express-Angebot aufgrund der Express-S-Bahn nicht gekürzt werden solle. Zudem plane man gerade die neue Fahrzeuggeneration für die S-Bahn München. Fragen nach Toiletten oder verbesserten Gepäckablagen würden dabei diskutiert.

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Als der Münchner Flughafen umzog: Ein Rückblick auf 25 Jahre
Bild: Yorck Dertinger, Flughafen München

Die Überlegungen für die die Münchner S-Bahn gehen noch weiter. Im Frühjahr stellten die Landräte der im Münchner Verkehrsverbund (MVV) organisierten Landkreise ein Papier vor, das bis ins Jahr 2050 blickt. Eine Überlegung ist, die S2, die momentan in Altomünster im Landkreis Dachau endet, bis Aichach fortzusetzen. Viel tiefgreifender ist aber das Gedankenspiel, entlang der A8 eine S-Bahn von München bis nach Dasing zu bauen. So ein Projekt sei nur langfristig zu schultern, aber man müsse zumindest versuchen, Trassen freizuhalten, so die Landräte aus dem Münchner Umland.

Ein Hintergrund für die Überlegungen dürfte sein, dass die A8 trotz ihres dreispurigen Ausbaus zu Stoßzeiten überlastet ist. Ab Sulzemoos herrscht im Morgenverkehr Richtung München meist Stau. Das Papier liegt momentan bei der Obersten Baubehörde im Innenministerium, die ohnehin eine Untersuchung zum Bahnausbau in der Region München erarbeitet.

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Die Diskussion ist geschlossen.

13.12.2017

Ich zweifle ob der Aufwand sinvoll ist. Augsburg ist doch per Banhn recht gut an München angebunden. Das geht vom ICE ohne Zwischenhalt bis zu irgendeinem Regionalzug der in jedem Kuhdorf hält.

Permalink
12.12.2017

Ab 2026 sollen die Halte Althegnenberg, Haspelmoor und Mering stündlich bedient werden. Der Fugger-Express als Regionalbahn-Verbindung hält dann nicht mehr in diesen Orten.

.

Was ja der zentrale Vorteil dieser S-Bahn-Verlängerung für den Raum Augsburg wäre. Der zweite Satz ist natürlich nicht ganz richtig, weil der Halt in Mering bei den Regionalzügen nach München (hoffentlich dann kein Fugger-Express mehr) überhaupt nicht in Frage steht.

.

Weitere relevant Vorteile für Augsburg wird dieses Milliardenprojekt vsl. nicht bieten. 10 Minuten schneller am Flughafen ist kein überragender Punkt im täglichen Verkehrsgeschehen.

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