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Augsburg

14.11.2019

So wird in Augsburg der Impfschutz kontrolliert

Der Impfschutz von Sechstklässlern wird seit Jahren kontrolliert.
Foto: Ole Spata, dpa (Symbol)

Plus Eltern müssen per Impfbuch nachweisen, dass ihre Kinder geimpft sind. Die Quote zeigt: Augsburger Kinder sind häufiger geimpft als der bayernweite Durchschnitt.

Lange Diskussionen wurden im Bundestag geführt: Masern-Impfpflicht oder nicht? Seit Donnerstag ist die Impfpflicht besiegelt und soll bereits ab März 2020 in Kraft treten. Demnach müssen Eltern künftig vor der Aufnahme ihrer Kinder in Kitas oder Schulen nachweisen, dass diese gegen Masern geimpft sind.

Impfschutz ist nicht erst seit der Diskussion um die Masern-Impfpflicht ein Thema. Nachdem das Infektionsschutzgesetz 2001 in Kraft trat, wurden den Gesundheitsämtern umfangreiche Aufgaben bei der Kontrolle des Impfstatus zugeteilt.

Eltern müssen die Impfbücher kontrollieren lassen

So werden in Augsburg, wie in allen anderen bayerischen Kommunen auch, die Impfbücher der Sechstklässler kontrolliert. Dazu sind die Gesundheitsämter verpflichtet – die Eltern sind seit dem 1. Januar 2013 wiederum verpflichtet, die Impfbücher auch vorzulegen.

Das Verfahren läuft folgendermaßen ab: Die Eltern erhalten einen Brief des Gesundheitsamtes, in dem sie aufgefordert werden, ihren Kindern an einem bestimmten Tag die Impfbücher in einem verschlossenen Umschlag in die Schule mitzugeben. Dort werden sie von einem Mitarbeiter des Gesundheitsamtes kontrolliert.

Gesundheitsamt: Angaben werden nicht gespeichert

„Die zu statistischen Zwecken gesammelten Daten werden anonymisiert in Tabellen erfasst und an das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit weitergeleitet, wo die Auswertung und Veröffentlichung der Impfquoten erfolgt“, sagt Bernhard Bobinger, Facharzt für Allgemeinmedizin am Gesundheitsamt. Auf diesem Weg wird lediglich verzeichnet, welche Impfungen vorliegen, eine namentliche Auflistung gebe es dagegen nicht. „Wir haben im Gesundheitsamt keine Informationen gespeichert, wer nicht geimpft ist“, betont Bobinger. Das Zahlenmaterial werde lediglich zur Auswertung weitergeleitet.

Dadurch können folgende Aussagen getroffen werden. Im Schuljahr 2017/2018 wurden 2717 Eltern in Augsburg aufgefordert, das Impfbuch ihres Kindes kontrollieren zu lassen – bayernweit waren es 95.963. Die Augsburger Impfquoten liegen leicht über den bayerischen Zahlen. So war aus 96,9 Prozent der in Augsburg vorgelegten Impfbücher ersichtlich, dass das Kind zumindest eine Masernimpfung hat (Bayernweit: 95,8 Prozent). 93 Prozent der Augsburger Sechstklässler hatte mindestens zwei Masernimpfungen (Bayernweit: 92,4 Prozent). Weitere Augsburger Ergebnisse sind: mindestens eine Mumps-Impfung (Augsburg: 96,4, Bayern: 95,4 Prozent), mindestens zwei Mumps-Impfungen (Augsburg: 92,6, Bayern: 92 Prozent), mindestens eine Röteln-Impfung (Augsburg: 96,5 Prozent, Bayern: 95,2), zwei Röteln-Impfungen (Augsburg: 92,7, Bayern: 91,7 Prozent), mindestens zwei Windpocken-Impfungen (Augsburg: 59,7, Bayern: 53,8 Prozent).

Künftig werden die Impfbücher der Sechstklässler kontrolliert.
Foto: Picture alliance/dpa-tmn, Bodo Marks (Symbol)

Empfehlungen der Ständigen Impfkommission

Allerdings waren im vergangenen Schuljahr auch nur 76,8 Prozent der Eltern der Aufforderung gefolgt und hatten das Impfbuch vorgelegt – so seien auch die vergleichsweise höheren Impfquoten erklärbar. Bayernweit lagen die Vorzeigezahlen nämlich etwas höher als in Augsburg: 78,4 Prozent. „Generell ist anzunehmen, dass die Impfbücher, die nicht vorgelegt werden, auch nicht alle empfohlenen Impfungen aufweisen“, so Bobinger. Wer das Impfbuch am betreffenden Tag vergessen habe beziehungsweise es nicht auffindbar war, erhalte ein Informationsschreiben samt Impfempfehlungen und dem Hinweis, den Impfpass beim behandelnden Kinder- oder Hausarzt überprüfen zu lassen. Weitere Konsequenzen gebe es nicht. Wenn dem Mitarbeiter des Gesundheitsamts Lücken im Impfbuch auffallen, gebe es ebenfalls ein Informationsschreiben, das sich an den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) orientiert.

Sehr selten gebe es beim Gesundheitsamt Anfragen von Eltern bezüglich der Impfkontrollen. Wie künftig die Masern-Impfungen kontrolliert werden, weiß Bobinger noch nicht. „Dazu wird es sicherlich eine Verordnung geben, die das regelt. Das müssen wir abwarten.“

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