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Augsburg

01.11.2020

Stadt Augsburg kippt Teil der Maskenpflicht an Lech und Wertach

Die Stadt hat das Maskengebot an Lech und Wertach am Sonntagabend gekippt.
Bild: Tanja Ferrari

Plus Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist am Wochenende wieder gestiegen. An Augsburgs Flüssen muss trotzdem nur noch an stärker frequentierten Stellen ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Die meisten Augsburger haben den vorgezogenen Lockdown in Augsburg weitgehend akzeptiert. Eine Regel jedoch stieß bei vielen auf Unverständnis: die Maskenpflicht auf fast allen Spazierwegen entlang von Lech und Wertach. Am Sonntagabend hat die Stadt sie nun gekippt. Künftig müssen Spaziergänger nur noch an stark frequentierten Orten wie dem Hochablass, dem Kuhsee oder einem Abschnitt an der Wertach einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Am Hochablass gilt weiterhin Maskenpflicht.
Bild: Martin Kluger

Die Stadt ruderte am Sonntagabend zurück. Stichproben am Wochenende hätten ergeben, dass eine Maskenpflicht an allen Wegen entlang von Wertach und Lech unnötig sei, hieß es aus der Stadtverwaltung. Umwelt- und Gesundheitsreferent Reiner Erben (Grüne) sei am Samstag selbst unterwegs gewesen: "Wir haben das Wochenende mit einem sehr sonnigen Samstag genutzt und genau hingeschaut, wo an Lech und Wertach besonders viele Personen unterwegs waren", sagt er. Für diese Bereiche halte man an der Maskenpflicht fest, für die anderen wurde sie aufgehoben.

Maskenpflicht an der Wertach zwischen B17 und Localbahnbrücke

An der Wertach müssen Spaziergänger nun nur noch beidseitig zwischen B17-Brücke und Localbahnbrücke eine Maske tragen, am Lech nur noch an Hochablass und Kuhsee. „Die Sieben-Tage-Inzidenz in Augsburg ist hoch – zu hoch! Ich fordere die Bevölkerung auch außerhalb dieser Zonen dazu auf, Abstand zu halten, Gruppenbildungen zu vermeiden und nur alleine, zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand spazieren zu gehen. Wann immer möglich, sollte man zuhause bleiben“, appellierte Erben am Sonntagabend an die Bürgerinnen und Bürger.

Noch am Freitag hatte der Referent betont, die Maskenpflicht entlang der Flüsse sei zwingend notwendig. "Vor allem an sonnigen Tagen nutzen viele Augsburger, aber auch Bürger aus den Nachbarlandkreisen die idyllischen Naherholungsgebiete an Lech und Wertach. Das heißt, es kommt zu einem hohen Aufkommen und Zusammenkommen von Menschen." Nicht nur Spaziergänger seien unterwegs, auch Radfahrer, sagte Erben. Daher habe auch in diesem Bereich eine Maskenpflicht angeordnet werden müssen.

Spaziergänger konnten über Maskenpflicht nur den Kopf schütteln

Viele Bürger konnten darüber auch am Wochenende nur den Kopf schütteln. Man könne sich auf den Spazierwegen sehr wohl aus dem Weg gehen. Zudem bewege man sich an der frischen Luft, die Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus quasi "im Vorbeigehen" sei nicht gegeben. Die Stadt hatte die Situation wohl auch aufgrund dieses Protestes am Wochenende genau beobachtet.

Ab Montag gelten nun auch in Augsburg die Regeln, die Bund und Länder vergangene Woche für den ganzen November ausgegeben haben. Gastronomie-Betriebe dürfen demnach Speisen und Getränke nur noch zum Mitnehmen verkaufen, Sport- und Freizeiteinrichtungen wie Fitnessstudios, Kinos und Museen bleiben geschlossen. Augsburg hat darüber hinaus ein Alkoholverbot für das gesamte Stadtgebiet ausgesprochen, es gilt täglich von 22 bis sechs Uhr. Geschäfte sind außerdem verpflichtet, am Eingang Desinfektionsmittelspender aufzustellen.

Alle Neuigkeiten zum Coronavirus in Augsburg lesen Sie in unserem News-Blog.

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02.11.2020

Wann gelingt es der Augsburger Allgemeine endlich, diese Maßnahmen kritischer zu hinterfragen? Warum kommen nicht mal andere Virologen etc. zu Wort? Es ist verständlich, dass die Stimmung in der Bevölkerung langsam immer gereizter wird und kippt. Es ist angekommen, um was es hier geht. Was aber nicht angekommen ist, wie die Politiker derzeit mit ihrer Wortwahl die Bevölkerung immer weiter in einen Angst- und Panikmodus halten möchte. Es wäre auch mal an der Zeit, die Menschen zu Wort kommen zu lassen, die seit März unter dieser Situation extrem darunter leiden, u. a. die Kinder. Warum bekommen die Kinder keine Stimme in Ihrer Zeitung? Das wird nämlich noch das größere Problem unserer Gesellschaft in Zukunft werden. Kinder die traumatisiert und angstbehaftet durch ihr weiteres Leben gehen werden/müssen. Es ist und bleibt einfach eine Schande, wie mit den Schwächsten hier umgegangen wird. Da muss man sich schon die Frage stellen, wie viel Gesundheit für die Bevölkerung wünscht sich die Politik wirklich? Es widerspricht sich hier so vieles und viele schauen einfach nur weg!

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02.11.2020

"Kinder die traumatisiert und angstbehaftet durch ihr weiteres Leben gehen werden/müssen."
Wo sind diese Kinder und warum traumatisiert und angstbehaftet?
Haben wir hier Krieg oder Hungersnot oder was ähnliches?

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02.11.2020

Kinder? Kinder kommen ganz gut damit zurecht. Außer man redet es Ihnen ein. Wenn ich einem Kind Angst reden will, dann kann ich das. Sogar mein 3-jähriger zieht freiwillig einen MNS zum Einkaufen an. Für die ist das eher ein Spiel. In der Schule haben die die stundenlang an. Traumatisiert ist bisher keiner. Im Gegenteil. Für die ist des schon ganz normal.
Ist es nicht eher, dass die Kinder eher vorgeschoben werden, weil man selber keinen Bock auf den MSH oder eine Beschränkung hat?

Was sollen eigentlich die Kriegskinder sagen? Die haben Luftangriffe und andere schlimem Sachen miterlebt. Kälte und Hunger. Und hier wird geklagt, weil ein Stück Stoff getragen werden muss. Weil der Kindergeburtstag nicht jetzt sondern erst im Frühling statt finden kann ...

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02.11.2020

Die Korrektur der Maskenpflicht ist absolut richtig. Wenn Menschen ohne Maske spazieren gehen wollen, tun sie es. Die Hotspots hätten sich nur verlagert. Zum Beispiel zum Autobahnsee. Die Stadt Augsburg zeigt mit dieser Entscheidung, dass sie bei der Umsetzung von Schutzmaßnahmen um eine Verhältnismäßigkeit bemüht ist. Man darf schließlich nicht immer gleich mit dem Hammer draufhauen. Weiter so!

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02.11.2020

Wie schon in einem anderen Thread geschrieben: die Halbwertszeit der Gültigkeit von Anweisungen der Augsbvurger Obrigkeit nähert sich schon der 48 Stunden-Marke. Und es soll noch einzelne geben die das in Ordnung finden.

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