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30.06.2017

Stadtrat billigt Tarifreform

Es gibt allerdings 17 Gegenstimmen

Der Augsburger Stadtrat trägt die teilweisen Preiserhöhungen im öffentlichen Nahverkehr mit, die mit der geplanten Tarifreform im Augsburger Verkehrsverbund (AVV) verbunden sind. In der Stadtregierung gibt es jedoch keinen gemeinsamen Kurs. CSU und Grüne akzeptieren die vorgelegten Überlegungen. Die SPD wendet sich dagegen, weil sie in der Tarifreform sehr wohl Ungerechtigkeiten erkennt. Bei der Abstimmung gab es 17 Gegenstimmen. Sie kamen von der SPD, der Sechser-Ausschussgemeinschaft und Thorsten Kunze.

Wirtschaftsreferentin Eva Weber betont, dass das Hauptanliegen der Tarifreform ein einfacheres System für die Nutzer der Öffentlichen Verkehrsmittel sein. So werde im Augsburger Stadtgebiet durch den Wegfall der Zonen 10 und 20 wohl die Verwirrung von Fahrgästen an Fahrkartenautomaten geringer. Man müsse den Gesamtnutzen sehen. Einige Änderungen seien immer noch möglich, sagt Weber. Dazu zählt die Idee, eine Monatskarte zu kaufen, die nicht auf den Monat bezogen ist, sondern ab dem Tag des Kaufs gilt. Ebenfalls in Betracht kämen günstigere Schülerabos. Weber verweist zudem darauf, dass die jetzigen Tarife nicht in Stein gemeißelt seien. Mit zeitlichem Abstand werde geprüft, ob der erhoffte Erfolg tatsächlich eingetreten sei.

In der Aussprache gingen die Meinungen weit auseinander. Claudia Haselmeier (CSU) sprach von einem „großen Wurf“. Alexander Süßmair (Linke), einer der Hauptkritiker, nannte die Reform „ein Gesamtpaket, das nicht überzeugt“. SPD-Vertreter beklagten eintretende Nachteile für Senioren und Menschen, die bislang das Sozialticket nutzen. Mehrfach hieß es, dass Gelegenheitsfahrer künftig schlechter gestellt seien; Abokarten sollen dagegen attraktiver werden. Dass womöglich Fahrgäste aus dem Umland mehr profitieren als die Augsburger, gefiel auch nicht jedem Augsburger Stadtrat. Befürworter der Reform betonten, dass ein Nein sämtliche vorliegenden Ergebnisse ausbremsen würde, da Einigung unter den Partnern erzielt werden müsse. Gesellschafter sind neben der Stadt die Landkreise Augsburg, Aichach-Friedberg und Dillingen sowie die Bahn. Zwischenzeitlich zeichnet sich allerdings ab, dass die Tarifreform wohl noch nicht zum 1. Januar 2018 greift, da die Bahn noch ihre Zustimmung zum Gesamtpaket geben muss. (möh)

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