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Augsburg

30.06.2019

Stadtratswahl: Harmonie und Kampfabstimmungen in der CSU

Die CSU stellte ihre Stadtratsliste zusammen.
Bild: Bernd Hohlen

Mehr Frauen, eine Überraschung und Zufriedenheit: Die CSU hat ihre Stadtratskandidaten gekürt. Kulturreferent Weitzel ist dabei, ein Interessent scheiterte mehrfach.

Leicht hat sich die CSU die Aufstellung ihrer Stadtratsliste für die Kommunalwahl 2020 nicht gemacht. Fast sechs Stunden brauchten die Delegierten im Kongress am Park, bis die Kandidaten für die 60 Listenplätze bestimmt waren. Dabei gab es etliche Kampfabstimmungen. Die Teilnehmer zeigten sich nach der Veranstaltung jedoch mit dem Ergebnis zufrieden.

Die Liste wird wenig überraschend von OB-Kandidatin Eva Weber angeführt, ihr folgen Baureferent Gerd Merkle und Fraktionsvorsitzender Bernd Kränzle. Auf Platz vier ist die Vorsitzende der Frauen Union, Astrid Gabler, gefolgt vom Kreisvorsitzenden im Augsburger Westen, Leo Dietz und dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Ralf Schönauer. Auf Platz sieben hat es Ruth Hintersberger geschafft, die Tochter des nicht mehr antretenden CSU-Bezirkschefs Johannes Hintersberger. Auf Platz acht findet man Stadtrat Peter Uhl, gefolgt vom parteilosen Kulturreferent Thomas Weitzel. Dass er antritt ist eine Überraschung. Parteichef Hintersberger sieht darin ein doppeltes Zeichen.

Referenten auf vorderen Plätzen

Man habe auf die Referenten Merkle und Weitzel gesetzt, um auszudrücken, „dass die Partei hinter der Stadtregierung steht“. Und: „Wir wollen auch zeigen, mit wem wir nach der Wahl planen.“ Auch der scheidende Schulreferent Hermann Köhler ist auf der Liste (37), weil man seine Kompetenz schätze.

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Die Stadtratsliste der Augsburger CSU.
Bild: CSU Augsburg

Selbst auf den vorderen Rängen kam es zu Kampfabstimmungen. Viermal versuchte der Inninger Ortsvorsitzende Oliver Heim sein Glück. Er scheiterte unter anderem gegen „seinen“ Kreisvorsitzenden Dietz, gegen Weitzel und Wayne Chicco Pittman (21). Der Ortsverband hatte schon vor Monaten beklagt, er werde nicht ausreichend berücksichtigt. Parteichef Hintersberger verwies auf die demokratische Abstimmung. Aus Inningen kommt kein Stadtratskandidat. Trotzdem sprechen Teilnehmer von Harmonie. „Ich habe selten so viel Konsens erlebt, wir haben eine „salomonische Liste“ zusammengebracht, sagte ein Delegierter.

Mehr als 100 Augsburger wollten antreten

Spitzenkandidatin Eva Weber freut sich über den hohen Frauenanteil. Rund 50 Prozent mehr Frauen als 2014 hätten es auf die Liste geschafft, es sind nun 21. Auch die Jugend sei sehr gut vertreten. Jüngste Kandidatin ist auf Platz 25 Mara Gabrielli aus Bergheim, 19. Auch Neulinge hätten es auf die Liste geschafft. Auf Listenplatz 10 ist die Vizekanzlerin der Hochschule, Vanessa Scherb-Böttcher, auf Platz 15 findet man Sabine Slawik vom Katholischen Deutschen Frauenbund, die Vorsitzende der Landsmannschaft der Banater Schwaben, Hella Gerber, ist auf Platz 18. Mit Hans Peter Pleitner (Kanu Schwaben) auf Platz 13 konnte die Partei auch ein Gesicht aus dem Sport gewinnen. „Ziel muss es sein, dass wir die größte Fraktion werden und dass es ohne die CSU im Rathaus nicht gehen kann“, betonte Weber. Aktuell hat die CSU 28 Sitze. Mehr als 100 Kandidaten gab es für die 60 Plätze, so Hintersberger. „Die Liste ist ein Spiegelbild unserer Stadtgesellschaft“, sagt Hintersberger. Es sei großartig, dass sich so viele Menschen engagieren möchten.

Schaal und Große nicht mehr dabei

Etliche Stadträte treten bei der Wahl nicht mehr an. So stehen Rainer Schaal, Thorsten Große, Rolf von Hohenhau, Hedwig Müller, Markus Arnold (früher FDP) und Katja Scherer nicht auf der Liste. Schaal und Große, die schon mit einem Wechsel zur FDP geliebäugelt hatten, haben sich laut Hintersberger nach Gesprächen mit der Parteiführung entschieden, nicht anzutreten. Auch der ehemalige Handwerkskammer-Präsident Jürgen Schmid kandidiert nicht. Oberbürgermeister Kurt Gribl, der nicht mehr antritt, sagte, nur so sei Veränderung möglich.

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