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Augsburg

19.12.2014

Stadtwerke: Vorerst soll keine Tram durch die Maxstraße fahren

Während des Kö-Umbaus waren Trams in der Maxstraße Alltag.
Bild: Anne Wall

Die Stadtwerke sehen momentan keine Möglichkeit, eine Straßenbahn durch die Maximilianstraße fahren zu lassen. Es sprechen mehrere Gründe dagegen.

Es kam überraschend: Die Stadtwerke sehen keine Möglichkeit, in den kommenden Jahren eine Straßenbahn durch die Maximilianstraße fahren zu lassen. Das gab Stadtwerke-Chef Walter Casazza in der gestrigen Stadtratssitzung bekannt. Erst im vergangenen Jahr hatte der Stadtrat beschlossen, dass grundsätzlich eine Tramlinie durch die Prachtmeile fahren soll und 2016 als Start genannt. Ein Bürgerbegehren hatte diese Forderung vor vier Jahren aufgestellt. „Auch ich will eine Linie haben, aber erst später“, betonte Casazza.

Die Stadtwerke hatten sechs Varianten näher geprüft. Im Spiel waren unter anderem eine zusätzliche „Ringlinie“ vom Hauptbahnhof über den Theodor-Heuss-Platz, Moritzplatz und Königsplatz, eine Aufteilung der Linie 2 (jeder zweite Zug wäre über die Maxstraße statt über den Königsplatz gerollt) und eine Umlegung der Linie 6 (Moritzplatz und Maximilianstraße statt Heuss-Platz).

Tram durch die Maximilianstraße sei nicht sinnvoll

Casazza erklärte gestern, dass mit den bestehenden Linien eine Führung über die Maximilianstraße nicht sinnvoll sei. Neben Problemen bei der Verkehrsabwicklung spielen vor allem zu erwartende Schwierigkeiten bei den Fördermitteln eine Rolle. Sobald man eine Straßenbahn in die Maximilianstraße legt, seien Fahrgast-Verluste an anderen Enden des Tram-Netzes zu befürchten, argumentiert Casazza. Damit verschlechtere man die Nutzung der Bestandslinien – und müsste Fördermittel an Bund und Freistaat zurückzahlen. Beispiel Linie 6: Sie muss über die Hochschule fahren und am Roten Tor eine Verknüpfung zu den Linien in den Süden haben, um sich dort Fahrgastpotenziale zu erschließen. Das war eine der Eingangsvoraussetzungen für die finanzielle Förderung.

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Neubau von Gleisen in der Maximilianstraße würde zwölf Millionen Euro kosten

FW-Stadtrat Volker Schafitel, der das Maximilianstraßen-Bürgerbegehren vor Jahren initiiert hatte, äußerte sich „bestürzt“. Er verwies darauf, dass die Trams in der Zeit des Kö-Umbaus sehr gut angenommen worden seien. Casazza erklärte, er sehe mittelfristig durchaus Chancen für die Maxtram. Dies müsse aber in Zusammenhang mit neuen Linien gesehen werden, etwa in die Firnhaberau oder in den Innovationspark. Dann könne man eine neue Linie planen, die die Innenstadt durchquert und dabei die Maximilianstraße nutzt. Vor 2020 sei dafür aufgrund der anderen Projekte wie Hauptbahnhof und Linie 5 keine Luft. Auch die Verlängerung der Linie 1 von Lechhausen nach Hochzoll soll erst 2020 angegangen werden. „Wir können nicht alles gleichzeitig schultern“, so Casazza. Der Neubau von Gleisen in der Maximilianstraße würde zwölf Millionen Euro kosten.

Die Stadtwerke erwarten wegen ihrer Investitionen im Nahverkehr eine Erhöhung des jährlichen Defizits von aktuell 40 Millionen Euro auf 50 Millionen bis zum Jahr 2020. Danach soll sich die Lage wieder entspannen.

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