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20.07.2017

Stand-up-Paddler will ans Schwarze Meer

Naturschutz Der Münchner Pascal Rösler ist gelernter Banker und Unternehmer. Was er mit seiner Aktion erreichen will

Münchner Es ist 9.40 Uhr, als Pascal Rösler den ersten Paddelschlag macht. Den ersten von mehr als 600000, die ihn auf seiner rund zweimonatigen Reise mit dem Stand-up-Paddle-Board (SUP) erwarten. Sein Ziel ist das Schwarze Meer. Über Isar und Donau, Wien, Bratislava, Budapest und Belgrad will sich der 44-Jährige bis ins Donaudelta in Rumänien paddeln. Was wie ein aufwendiges Sportevent wirkt, ist eigentlich ein Projekt für den guten Zweck: Rösler paddelt für den Umweltschutz.

Am 11. Mai gründete der Münchner den gemeinnützigen Verein „Pure Water for Generations“. Der Weg dahin war lang. Um genau zu sein: 500 Kilometer. Vor genau einem Jahr beschloss Rösler, von der bayerischen Landeshauptstadt nach Wien zu paddeln – auf einem SUP-Board, also stehend auf einer Art Surfbrett. „Das war wie ein Weckruf“, erzählt Rösler. Auf dem Wasser hatte er viel Zeit zum Nachdenken, über sich und die Natur. Dass da einiges schiefläuft, dachte er. „Früher sind Flößer in fünf Tagen von Wolfratshausen nach Wien geflossen. Ich habe mit meinem Paddel zwölf Tage gebraucht.“ Man habe dem Fluss seine Kraft genommen, erklärt er. Rund 8500 Euro Spenden sammelte er während der Reise im vergangenen Jahr, das Geld ging an den Bayerischen Naturschutzfonds.

„Aber ich wollte etwas Eigenes starten.“ Darin hat der gelernte Bankkaufmann Erfahrung: Der Münchner ist selbstständig, leitet ein Unternehmen, das auf Vertriebsthemen spezialisiert ist. Als er im vergangenen Jahr merkte, dass er trotz persönlicher Opfer und langen Arbeitszeiten kaum vorankam, reduzierte er die Mitarbeiterzahl, konzentrierte sich auf das Wichtigste. Nun hat er Erfolg – und kann es sich leisten, die Geschäfte für zwei Monate seinen drei Mitarbeitern zu überlassen. Denn er hat neue Ziele: zuerst das Schwarze Meer.

Stand-up-Paddler will ans Schwarze Meer

Am Donnerstag, ein Jahr nach der Wien-Reise, steht Rösler mit Lederhosen und SUP im knietiefen Wasser der Isar. Rund 50 Freunde und Kollegen, ein Pfarrer und Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) sind gekommen, um ihn zu verabschieden. Zwei Monate wird Rösler sich auf das Nötigste beschränken: Sein Gepäck besteht aus zwei Shorts, zwei T-Shirts, ein paar Drogerieartikeln und „leider ein bisschen Elektronikzeug zum Aufladen des Schnickschnacks“ – also Handy, Kamera und GPS-Tracker. Über eine Homepage ist der Aufenthaltsort ständig sichtbar.

Entlang der Reisestrecke wollen ihn immer wieder Freunde, Paddler, Sportler und Künstler begleiten, darunter der Olympia-Zweite und zwölfmalige Schwimm-Weltmeister Thomas Lurz. Von allen erhofft Rösler sich Spenden für seinen Verein – mehr als 2016. Drei Schwerpunktthemen hat sich „Pure Water for Generations“ gesetzt: die Renaturierung von Flüssen, Wasser-Bildung und internationale Wasserprojekte. Klara Weidemann, dpa

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