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Restaurant August

21.04.2014

Sterne-Lokal August kann bis 2016 bleiben

Christian Grünwald, der Chef des Zwei-Sterne-Restaurants „August“, kann noch bis 2016 in der Frauentorstraße bleiben. Bis dahin bleibt ausreichend Zeit, sich eine neue Bleibe zu suchen.
Bild: Foto: Anne Wall

Christian Grünwald und Hausbesitzer Thomas Jakob haben sich geeinigt: Der Restaurant-Chef muss sein Domizil nicht sofort räumen. Warum er außerdem sehr zufrieden mit der Stadt Augsburg ist

Das sehen auch Hausbesitzer Thomas Jakob und dessen Anwalt Dr. Matthias Seiler von der Kanzlei Scheidle & Partner so: „Es wurde eine für alle interessengerechte und vernünftige Lösung erzielt.“ Thomas Jakob, der das Haus 2012 gekauft hat, ging es um die Schaffung klarer Verhältnisse, denn er will dort in drei bis fünf Jahren ein neues, höheres Gebäude errichten und den jetzigen einstöckigen Bau, der nach dem Krieg hochgezogen wurde, abreißen. Für Grünwald, Augsburgs einziges Sterne-Restaurant, ist dann kein Platz mehr.

Grünwald, den man wegen seiner Kreativität gerne als „Picasso der Kochkunst“ bezeichnet, kann damit leben. Denn schon länger liebäugelt er damit, sein Können in einem größeren Umfeld Interessierten zu vermitteln. Dazu sei an der Frauentorstraße kein Platz.

Auf der Suche nach einer neuen Bleibe

Der „Geschmacksforscher“, 1964 in Wangen geboren, steht seit seinem 15. Lebensjahr am Herd. 1989 eröffnete er nach Stationen in der Schweiz, Luxemburg und der Karibik, das August. 2006 bekam er den ersten Stern, 2008 den zweiten. Seitdem ist das Lokal mit 12 bis 14 Plätzen Pilgerstätte von Gourmets aus aller Welt. Neben seinen Ideen – im Moment beschäftigt er sich mit der kulinarischen Umsetzung von Naturkatastrophen wie dem Ätna-Ausbruch 2013 in einem Dessert – muss sich Grünwald jetzt auch auf die Suche nach einer neuen Bleibe machen. Er hätte gerne ein „Haus mit Geschichte“.

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Eines steht fest: Grünwald und seine Lebensgefährtin Bettina Hentschel wollen in der Fuggerstadt bleiben. „Die Zeit ist reif für Augsburg“, glaubt der Spitzenkoch. Er habe hier 25 Jahre in die kulinarische Aussage investiert, das zahle sich nun aus. Nach wie vor liebäugele er mit einer Akademie. Dort sollen Interessenten erleben, dass in der Küche „eine ganz spezielle Zeit stattfindet“ und auch lernen, wie man kocht. Christian Grünwald hat noch immer viel vor.

Und er freut sich über die Stadt: Vor einem Jahr beschwerte er sich noch, dass diese ihn nicht zur Kenntnis nehme, er noch nie eine Einladung bekommen habe. Das hat sich geändert. Wirtschaftsreferat und Stadtmarketing haben ihm signalisiert, nach Möglichkeit bei der Suche nach einer neuen Bleibe behilflich zu sein. Ursula Baier Pickartz, Leiterin des Stadtmarketings: „Es ist ein wesentliches Element in der Außenwahrnehmung der Stadt, dass wir ein Restaurant und einen Koch mit zwei Michelin-Sternen haben. Darauf sind wir sehr stolz.“

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