1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Streit um ICE-Trasse: Augsburger gehen auf Landrat Sailer zu

Augsburg

26.11.2019

Streit um ICE-Trasse: Augsburger gehen auf Landrat Sailer zu

Stadt und Land streiten über den Verlauf der künftigen ICE-Trasse.   
Bild: Marcus Merk

Plus Wo soll die künftige Bahntrasse laufen? Darüber streiten Stadt und Land in Augsburg. Nun äußern sich OB Gribl und Bundestagsabgeordneter Ullrich.

Die Bahntrasse zwischen Augsburg und Ulm bleibt vorerst ein politischer Zankapfel zwischen Landkreis Augsburg und Stadt Augsburg. Die jüngsten Aussagen von Landrat Martin Sailer (CSU) in Richtung Augsburger Rathaus und des Augsburger Bundestagsabgeordneten Volker Ullrich (CSU) ließen aufhorchen.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen
Landrat Martin Sailer
Bild: Marcus Merk

Sailer warf seinem Parteifreund Ullrich Unkenntnis vor. Und wenn Querschüsse aus Augsburg nicht ausblieben, müsste der Landkreis womöglich beim geplanten Bau der Augsburger Straßenbahnlinie 5 bremsen, so Sailer.

Ullrich: Augsburg muss an Fernverkehr angeschlossen bleiben

In ihren Reaktionen sind Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU) und Ullrich moderat. Sie schüren den Konflikt nicht weiter an. Unabhängig voneinander setzen Gribl und Ullrich, der Vorsitzender der Augsburger CSU ist, auf eine sachliche Lösung, die gemeinsam mit dem Landkreis erörtert werden soll. „Mir geht es um die beste Lösung“, sagt Ullrich. Streitpunkt zwischen Stadt und Land ist, ob es einen Neubau an der Autobahn A8 geben soll oder ob die bestehende Strecke zwischen Augsburg und Dinkelscherben ausgebaut wird, um mit einem dritten Gleis die Belange des Nahverkehrs zu verbessern.

Volker Ullrich
Bild: Silvio Wyszengrad

Ullrich sagt: „Die Bahnlinie Augsburg-Ulm ist das wichtigste Verkehrsprojekt für den ganzen Raum Augsburg. Hier werden wir nur erfolgreich sein, wenn wir in Stadt und Land gemeinsam an einem Strang ziehen.“ Augsburg müsse an den überregionalen ICE-Verkehr angebunden bleiben. Partner sei die Deutsche Bahn. Wenn die Ergebnisse der Planung vorlägen, seien diese zu bewerten. Eine Festlegung auf eine mögliche Autobahntrasse sei damit nicht verbunden, so Ullrich: „Eine solche Festlegung habe ich auch nicht gefordert.“

Kurt Gribl
Bild: Silvio Wyszengrad

OB Gribl betont die Gemeinsamkeiten: „Für mich steht das Übereinstimmende im Vordergrund.“ Und dies sei eine ganze Menge. Stadt und Landkreis wollten eine leistungsfähige überörtliche Verbindung zwischen Augsburg und Ulm. Das heißt eine deutliche Verbesserung der Fahrzeiten, hohes Fahrgastaufkommen und Rechtssicherheit sowie Investitionssicherheit für die Umsetzung der dann planfestgestellten Trasse. Eine Quertreiberei der Stadt erkenne er nicht, so Gribl: „Aus Rücksicht auf die durchaus nachvollziehbaren Belange des Landkreises hat sich die Stadt gerade nicht gegen die Ausbauvariante ausgesprochen.“

Zur Linie 5 führt der Rathauschef aus: „Auch was die Tramlinie 5 anbetrifft, sind die Belange auch der Landkreiskommunen im dafür vorgesehenen Planfeststellungsverfahren zu behandeln und zu berücksichtigen.“ Einen Sachzusammenhang zwischen Bahnausbau und Straßenbahnlinie gebe es nicht.

Gribl: Wir sind und bleiben im Gespräch

Insoweit sei die in den Äußerungen des Landrats enthaltene Verquickung beider Themen nicht als Drohpotenzial, sondern allenfalls als Hinweis zu verstehen, dass Stadt und Landkreis bei beiden Projekten am besten weiterhin an einem Strang ziehen, sagt Gribl, um anzumerken: „Zwischen Stadt und Landkreis gibt es keine Wogen zu glätten. Wir sind und bleiben im Gespräch.“

Lesen Sie dazu: Streit über ICE-Trasse: Landrat droht der Stadt Augsburg

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

27.11.2019

Es war ein Drohpotential und es gibt Wogen zu glätten.
Schade dass jetzt so zurückgezogen werden muss.
Wie arrogant kann man als Landrat eigentlich sein, um meinen zu müssen, den Städten Augsburg und auch Stadtbergen sowie allen Bürgern das Vorgehen auf diese Art und Weise vorschreiben zu können und nicht die sachlich beste und kostengünstige Alternative durch Sachverständige zu verwenden?

Permalink
27.11.2019

>> „Zwischen Stadt und Landkreis gibt es keine Wogen zu glätten. Wir sind und bleiben im Gespräch.“ <<

Übersetzt:

CSU - zusammen machen wir nichts - langsamer Busverkehr zur Uniklinik und der unsinnige Tramtunnel am HBF grüßen ganz herzlich.

Permalink
Das könnte Sie auch interessieren