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Uni Augsburg

06.02.2018

Studenten kämpfen gegen Party-Verbot an der Uni Augsburg

Gepflegt gefeiert wurde beim traditionellen Juraball an der Uni. Das Fest konnte nur stattfinden, weil die Studentenvertreter energische Fürsprecher in der Fakultät hatten.
Bild: Peter Fastl (Archiv)

Die Unileitung erlaubt kaum noch Feten auf dem Campus. Studentenvertreter wollen das nicht hinnehmen, Partys sind auch eine wichtige Einnahmequelle. Der AStA spricht von Schikane.

An der Uni Augsburg ist in Sachen Feiern kaum noch was los. In den vergangenen Monaten mussten mehrere Studentenfeten auf dem Campus ersatzlos ausfallen – etwa das Freiluftfest der Juristen auf dem Unihügel im Sommer oder die Semester-Opening-Party der Studentenvertretung AStA im Herbst. Ein Hintergrund der Misere ist ein weitreichendes Party-Verbot auf dem Campus. Die Leitung der Universität hat es verhängt. Studentenvertreter kritisieren diese Regelung und wollen sie nicht mehr länger hinnehmen.

Studenten räumen Probleme mit Partys ein

AStA-Vorsitzender Maximilian Neumann räumt ein, dass es zuletzt diverse Probleme mit den „SOP-Partys“ gegeben hat, die traditionell zu Semesterbeginn stattfinden. Teilweise seien zu wenig Karten verkauft worden, teils habe die Organisation nicht mehr rechtzeitig geklappt. Für eine Party auf dem Campus brauchen Studentenvertreter aber vor allem auch eine Genehmigung der Universität und mehrere Wochen Vorlauf für die Vorbereitung.

Neumann zufolge ist den Studentenvertretern inzwischen klar: „Wir brauchen ein neues Partykonzept.“ Deshalb sei der Unileitung ein Papier mit detaillierten Regeln zur Organisation und Abwicklung vorgelegt worden. Umso überraschter waren die Studentenvertreter laut Neumann, als sie bei einem Gespräch mit der Unispitze erfuhren: Der AStA darf auf dem Campus gar keine Feste mehr veranstalten. „Das ist uns vorher nie kommuniziert worden.“

Verbot gilt schon länger

Eine Nachfrage unserer Zeitung ergibt: Tatsächlich gibt es schon länger ein solches Verbot. Die Universitätsleitung habe Anfang 2017 zunächst beschlossen, dass die Semester Opening Partys nur noch außerhalb des Campus und von professionellen Anbietern veranstaltet stattfinden sollten, teilt Klaus Prem von der Pressestelle mit. „Gründe dafür waren neben dem abnehmenden Interesse die vermehrt vorgekommenen Defizite und organisatorische Probleme“, so Prem. Im Dezember 2017 sei der Beschluss erweitert worden auf Partys der Studierendenvertretung, wenn deren Organisation nicht von der Fakultät verantwortet wird. Diese Beschlüsse habe man Studentenvertretern in AStA und Konvent mitgeteilt.

Uni soll nicht nur ein Ort für Vorlesungen sein

Von den Regelungen der Unileitung wusste man beim AStA allerdings viele Monate nichts, so Neumann. Auch bei Studentenvertretern der Juristen war davon lange nichts bekannt. Juraball-Organisatorin Laisa Pittman Bauza sagt, dass man im Dezember 2017 den traditionellen Juraball veranstalten wollte und einen Genehmigungsantrag stellte. Danach habe es wochenlang keine Antwort von der Unileitung gegeben – so lange nicht, bis es für die Organisation zum geplanten Termin zu spät war. Nur weil die Jurafakultät den Ball dann offiziell und mit viel Zeitaufwand unterstützte, habe er stattfinden können. Wegen dieser Verzögerungen musste er jedoch von Dezember 2017 auf Januar 2018 verschoben werden.

Pittman Bauza sagt: „Ich bin der Fakultät sehr dankbar für die Unterstützung, ich finde es aber sehr schade, das die Studentenvertretung den Ball nicht mehr selbstständig organisieren kann.“ Sie ist der Ansicht, dass die Universität mehr sein sollte als ein Vorlesungsbetrieb mit Bibliothek. Studenten sollten die Uni Augsburg auch mit dem Erlebnis des Feierns verbinden können, appelliert sie. Das sei der Wunsch vieler. Die Nachfrage nach Juraball-Karten sei so groß gewesen, dass sie nicht gedeckt werden konnte.

Wichtige Einnahmequelle

Für viele Studenten gehört aber nicht nur das Feiern zum Unileben dazu. Studierendenvertreter Neumann verweist auch darauf, dass Partys für den AStA eine wichtige Einnahmequelle sind. „Wenn alles gut läuft, werden einige Tausend Euro Gewinn gemacht.“ Dieses Geld fließe dann in die Arbeit der zehn AStA-Referate ein. Vor zwei Jahren standen nach seinen Angaben noch über 2000 Euro für jedes Referat zur Verfügung. Mit dem Partyverbot herrscht nun aber Ebbe in der Kasse. Aktuell sind es nur noch 750 Euro für jeden Arbeitskreis. Damit gibt es deutlich weniger finanziellen Spielraum für Aktivitäten. Neumann hofft, dass sich das bald wieder ändern wird. Beim letzten Gesprächstermin mit Univizepräsident Werner Schneider im Januar sei eine Prüfung zugesagt worden, ob das Partyverbot mit dem neuen Konzept wieder aufgehoben werden kann. Er habe um ein Ergebnis bis Mitte Februar gebeten. Dann sei noch genug Zeit, um die nächste SOP im Frühjahr zu organisieren. „Das ist unser großes Ziel“, sagt Neumann.

Ein "nachvollziehbares Konzept" wäre Voraussetzung

Ob es klappt, ist fraglich. Der Unileitung reichen die Unterlagen nicht. Sprecher Prem teilt auf Anfrage unserer Zeitung mit, dass bislang nur ein Konzept des Vereins AUStA vorliege. Der AStA und der Studentische Konvent hätten bislang keinen Vorschlag eingereicht. Für Letztere werde es aber eine zeitnahe Rückmeldung geben. Prem zufolge wäre Voraussetzung für eine Genehmigung „ein nachvollziehbares Konzept“ der Studierendenvertretung. Dieses müsse sicherstellen, dass der mit Partys verbundene Verwaltungsaufwand vertretbar sei, die Verantwortung auf mehrere Personen verteilt werde und die Defizitrisiken minimiert werden. Neumann hält diese Argumentation für „Schikane“. Das vorliegende Papier habe eine eigens eingerichtete Kommission des Studentischen Konvents erarbeitet. Das sei der Unileitung auch bekannt.

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