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Augsburg-Stadt

19.06.2015

Theater: Stadtspitze geht auf Kritiker zu

Die Sanierung des Stadttheaters ist umstritten. Doch die Stadtspitze geht auf die Kritiker zu.
Bild: Norbert Steffan

Die Stadt geht auf die Kritiker der Theatersanierung zu. Die Zukunft des Theaters soll mit den Bürgern diskutiert werden.

Wenn es um die Sanierung des Theaterstandorts Augsburg geht, sucht die Stadtspitze jetzt das Gespräch mit Kulturschaffenden, die zuletzt wegen der horrenden Ausgaben Widerstand ankündigten. In einem offenen Brief, der Ende Mai öffentlich gemacht wurde, hatten über 50 Künstler, Schriftsteller, Architekten und Stadträte kritisiert, dass die Bürger viel zu wenig in die Planungen eingebunden seien.

Die Frage sei auch, ob die Stadt es sich leisten könne, wohl an die 200 Millionen Euro für einen Theaterumbau zu zahlen. Es wird befürchtet, dass wegen des Theaters für andere Kultureinrichtungen kaum mehr Geld da sein werde.

Kritiker wollen sich abstimmen

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Jetzt bahnt sich eine Annäherung zwischen Politik und Kulturschaffenden an. Gestern Nachmittag gab es einen runden Tisch, an dem die Spitze der Stadtregierung sich mit Kritikern austauschte. Oberbürgermeister Kurt Gribl, Baureferent Gerd Merkle und Kulturreferent Thomas Weitzel vertraten die Position der Stadt. Für die Kulturschaffenden waren unter anderem Kurt Idrizovic, Jürgen Kannler, Anil K. Jain und Norbert Kiening dabei. Ergebnisse dieses gut einstündigen Treffens wurden danach einer offiziellen Mitteilung der Stadt nach außen getragen. Buchhändler Idrizovic sprach davon, „dass wir uns jetzt auf einem guten Weg befinden“. Die Initiatoren wollen sich jetzt intern abstimmen, wie sie die Dinge beurteilen.

Das Angebot der Stadt liegt vor und lautet so:

- Ab Herbst soll es einen von externen Fachleuten moderierten Bürgerdialog geben, der die inhaltliche Gestaltung des Theaters der Zukunft unter Beteiligung einer möglichst breiten Öffentlichkeit zum Ziel hat. Dies unter Einbindung aller kulturinteressierten Bürger, Kulturschaffenden, Kulturträger und Bildungsinstitutionen. Die Planung dieses Dialogprozesses erfolgt unter Federführung von Kulturreferenten Weitzel.

- Die Durchführung und Moderation des Dialogprozesses wird im Rahmen einer beschränkten Ausschreibung vergeben.

- Nach Vorstellung der Stadt soll dieser Dialog im Oktober und November 2015 geführt werden, eine Auswertung erster Ergebnisse ist im Dezember 2015 zu erwarten.

Gespräche über Finanzierung

- Zeitgleich hierzu wird Oberbürgermeister Gribl die Bemühungen um die Finanzierung der Theatersanierung fortführen. Auch die Planungen für die Sanierung des denkmalgeschützten Großen Hauses werden mit den entsprechenden Fachplanern weiter vertieft.

- Die Planungen für das Neue Haus, auch die Werkstätten und Verwaltungsgebäude, werden auf Basis der dann erfolgten Auswertung der Ergebnisse des Dialogprozesses weitergeführt.

- Das Konzept für die weitere Planung des offenen Dialogprozesses soll dem Kulturausschuss am 22. Juli vorgestellt werden.

- Die Finanzierung des Dialogprozesses ist gesichert, da dieser den ersten Baustein des Kulturentwicklungskonzeptes der Stadt darstellt. Das Geld steht im Haushalt bereit.

Wie teuer wird es?

Wie teuer die Sanierung wird und wer dies finanziert, bleibt offen. Dazu gab es am Freitag keine neuen Informationen. Letzter Stand ist, dass die ursprünglich angelegte Planung von 235 Millionen Euro auf wohl 185 Millionen abgespeckt wird. Oberbürgermeister Gribl befindet sich hier in Verhandlungen mit dem Freistaat. Der Theaterbetrieb im Großen Haus soll ab Januar 2017 wegen anstehender Umbauten ruhen. Brandschutzauflagen erlauben keine längere Spieldauer, heißt es. Das Theater muss dann auf Ersatzspielstätten ausweichen. Dazu gehört auch die Kongresshalle.

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