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Augsburg

15.09.2019

Theaterfest bietet Vorgeschmack auf die neue Spielzeit

Nicht nur die Kinder hatten ihre Freude beim Freiluft-Programm des Theaterfests. Bei dem herrlichen Spätsommerwetter hielten sich die Besucher gerne auf der großen Wiese im Martinipark auf.
Bild: Bernd Hohlen

Beim Theaterfest vergnügen sich zahlreiche Besucher drinnen und draußen. Die Gäste loben nicht nur diese Interimsspielstätte. Sie haben aber auch Wünsche.

Constanze Eßer, Benjamin Dempfle und ihre kleine Tochter schlendern schon früh zwischen den Ständen vor der Theaterkantine im Martinipark herum. „Unsere Tochter will zum Kinderprogramm und wir schauen uns an, was in der Spielzeit so geboten ist“, sagt Dempfle. Den Rest der Erklärungen überlässt er seiner Frau, denn sie ist es, die das Zepter über die gemeinsamen Theaterbesuche führt. Meist geht es ins Ballett. Mit den beiden neuen Interimsspielstätten des Theaters sind die beiden zufrieden. Es sei toll zu beobachten, wie „die Theaterleute“ das Beste rausholen. „Der Industriecharme hat was. Sie nehmen das Flair in vielen Produktionen auf und spielen damit“, lobt Eßer.

Das Theater arrangiert sich mit der Dauerbaustelle

Shakespeares „Der Sturm“ ist so eine Produktion. Chefdramaturg Lutz Keßler führt in einem der Probenräume in die 450 Jahre alte Zauberkomödie ein. Ein Appetizer. Erstmals zeigt das Theater auf einer Leinwand Fotos aus dem wahren Leben hinter den Kulissen. Trainingsanzüge und Ringelshirts – Bilder in schwarz-weiß zeigen die Schauspieler exklusiv bei ihren ersten Proben. Während Keßler auf dem Podium mit Regisseur und Intendant Andrè Bücker sowie dem Schauspieler Klaus Müller über die zeitlosen Höhen und Tiefen der Shakespeare-Charaktere plaudert, erscheint Müller auf einem Foto hinter ihnen: auf den Schultern Zementsäcke und im Gesicht eine Schutzbrille. „Der Materialtransport dauert an“, erklärt Intendant Bücker – eine Anspielung auf die Dauerbaustelle, mit der das Theaterteam sich seit der Schließung des großen Hauses arrangiert.

Eine kleine Umfrage zeigt, dass Zuschauer trotz dieser launigen Werbung die Spielzeit bedächtig planen. Fix reservieren wollen zwei Damen den 12. Oktober für einen Premierenbesuch von „Der Sturm“ noch nicht – auch wenn der Appetizer anregend war. Eine möchte erst mal die Kritiken abwarten.

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Wer in Balletvorstellungen einen Platz will, muss vorbestellen

Auf der Wiese nahe dem Haupteingang herrscht Action. Kinder rennen den platzenden Riesenseifenblasen hinterher. Zur Kostümversteigerung auf der Outdoor-Bühne mit Bücker finden sich etwa 500 Fans ein. Familie Kufterer hat den Einlass für die „Spanische Ballettschule“ verpasst. Die Vorstellung des neuen Theater-Partners war voll. „Macht nichts“, sagt die Tochter, sie will ohnehin lieber zum Kinderschminken. In dieser Familie ist der Vater der Theaterfan. Mit seiner Theatercard kann er zum halben Preis in alle Vorstellungen. Zuletzt hat er sich auf dem Brechtfestival die punkige „Baal“-Variante angeschaut. „Etwas sehr dekonstruiert, da hat man dann als Zuschauer Arbeit, die auseinandergepflückte Handlung wieder zu etwas Bekanntem zusammen zu setzen“, so sein Kommentar. Doch ansonsten hat er nichts auszusetzen. Gibt es Unterschiede zwischen Stadt- und Staatstheater? Ihm sei noch nichts aufgefallen, sagt Kufterer.

Valery Junge und Sally Rascher jedoch haben Erwartungen an den Aufstieg: mehr Tanzpersonal fürs Ballett. Außerdem trauern sie der alten Brechtbühne nach. „Die Ballettvorstellungen sind immer sehr voll. Jetzt muss man sich selbst mit Abo aufwendig vormerken lassen.“

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