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Türkspor Augsburg

26.05.2019

Trainer Bender: "Wir sind verdient als Aufsteiger vom Platz gegangen"

Manfred „Manni“ Bender war einst ein Freistoßspezialist in der Bundesliga. Jetzt trainiert er den Landesligisten Türkspor Augsburg.
Bild: Siegfried Kerpf (Archiv)

Türkspor Augsburg von Trainer Manfred Bender schafft in Sonthofen den Sprung in die Bayernliga. Es gibt jetzt offene Fragen. Eine lautet: Bleibt der Coach?

Adem Gürbüz war am Sonntagvormittag schon noch etwas angeschlagen. Vor allem stimmlich waren noch Defizite vorhanden. Kein Wunder, der 48-jährige hatte zusammen mit Mannschaft und Trainer ausgiebig gefeiert. „Ich weiß nicht mehr genau, aber es muss so 2 oder 3 Uhr gewesen sein, als wir dann nach Hause gegangen sind“, lacht Gürbüz.

Trainer Manfred Bender hat schon nach dem Spiel versprochen, dass es eine lange Nacht wird: „Wir werden ordentlich einen drauf machen und das Vereinsheim auseinandernehmen. Das haben sich die Jungs schließlich verdient.“ Das auf jeden Fall.

Schließlich gelang Türkspor Augsburg der Aufstieg in die Fußball-Bayernliga. Schon etwas überraschend. Denn nach dem 0:0 im Hinspiel gegen den 1. FC Sonthofen hatte der Klub am Samstag im Allgäu nicht die besten Karten um aufzusteigen.

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Erst zwei Minuten vor Abpfiff fiel das entscheidende Tor

Doch in der alles entscheidenden Partie gewannen die Gäste vor über 700 Zuschauern nach einem 0:1-Rückstand noch mit 2:1. Türkspor machte es extrem spannend. Zwei Minuten vor dem Abpfiff erzielte Hakan Kocakaya das entscheidende Tor.

„Bei diesen Relegationsspielen kann das Pendel in die oder in die Richtung ausschlagen. Ein abgefälschter Schuss in der 88. Minute und man ist abgestiegen oder man steigt eben auf. Aber ich weiß, dass wir in Sonthofen verdient als Aufsteiger vom Platz gegangen sind. Allein, wenn man sieht, welche hochkarätigen Chancen wir in der ersten Halbzeit vergeben haben. Aber wir sind cool geblieben, haben auf die Gelegenheit gewartet und sind verdient aufgestiegen“, so Türkspor-Coach Bender.

An der frühen Führung der Heimelf durch Mürkl (14.) hatten die Gäste lange zu knabbern. Doch zehn Minuten vor dem Abpfiff stellte dann Moustapha Salifou mit seinem Tor zum 1:1 die Weichen für ein Happy-End.

Glückliches Ende nach einer langen Saison. Türkspor feiert mit den vielen mitgereisten Fans in Sonthofen den Aufstieg in die Bayernliga. Der bisher größte Erfolg in der Vereinsgeschichte.
Bild: Christoph Kölle

Für Bender war der Sieg fast eine Sensation: „Man muss dazu sagen, dass wir in den vergangenen beiden Spielen mit dem letzten Aufgebot gespielt haben. Ich habe heute zwei Kreisklasse-Spieler eingewechselt. Mir fehlen fünf Stammspieler und umso bemerkenswerter ist es, was die Jungs abgeliefert haben. Aber der Verein war jetzt einfach mal an der Reihe.“

Für Türkspor ist der Aufstieg der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte

Dabei ist die Frage, ob Bender bei Türkspor weitermacht, noch ungeklärt. Das liegt auch daran, dass bei Türkspor am kommenden Wochenende Neuwahlen in der Vorstandschaft anstehen. Hasan Senjuva musste ja von seinem Amt aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten. Deshalb hält sich Gürbüz zu Fragen, die Zukunft betreffend, auch etwas zurück.

Zumal Bender auch keinen Vertrag besitzt und er auch den Verein jederzeit verlassen könnte. „Da müssen wir einfach abwarten. Ich denke schon, dass sich Bender hier wohlfühlt, dass hat man auch bei unserer Feier gespürt. Wir werden jetzt Gespräche führen", so Gürbüz.

Für den Klub ist der Aufstieg der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte. „Den Sprung haben wir geschafft. Die nächsten zwei, drei Tage müssen wir das noch realisieren und verdauen“, so Gürbüz. Zusammen mit dem künftigen Lokalrivalen TSV Schwaben ist Türkspor jedenfalls die „dritte Kraft“ nach dem FCA im Augsburger Fußball. „Da sind wir jetzt schon ein bisschen stolz darauf“, gibt Gürbüz zu.

Die Anlage, auf der Türkspor spielt, ist städtisch

Er hofft aber auch, dass die Stadt auch weiter hinter dem türkischen Verein steht. Die Anlage in Haunstetten, auf der Türkspor spielt, ist städtisch. Doch sämtliche Trainer, die bisher den Verein trainierten, klagten über die teilweise schlechten Zustände vor allem in den Wintermonaten.

Es gibt bis auf das Hauptfeld wenige Ausweichmöglichkeiten. „Wir sind schon in Gesprächen mit dem Sportamt. Da war zuletzt auch ein Kunstrasenplatz ein Thema. Einige Verbesserungen müssten schon getätigt werden“, meint Gürbüz.

Mit den Auflagen hat das allerdings nichts zu tun: „Die sind in der Bayernliga die gleichen wie in der Landesliga.“ Am 13. Juli beginnt die neue Saison. „Da wollen wir uns für das Eröffnungsspiel bewerben“, verrät Gürbüz.

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