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26.07.2010

Trotz Mängeln lebens- und liebenswert

"Auf die Plätze, fertig, los". Trotz des schlechten Wetters gingen die Jakobsläufer an den Start. Die Veranstalter hatten mit mehr Teilnehmern gerechnet. Fotos (3): Annette Zoepf

Seit fast 30 Jahren leben Nikolaus und Regina Scheppach mitten in der Jakobervorstadt. "Es hat sich einiges zum Negativen gewandelt", bedauern die Eheleute. Die Scheppachs schmerzt der Wegfall von Fachgeschäften. Auch habe die Stadt ihre Ankündigungen nicht wahr gemacht: "Beim Umbau der Jakoberstraße wurde uns mehr Grün versprochen." Was sie dafür bekamen: "Zugeparkte Gehwege und missachtete Halteverbote."

Davon war zumindest an diesem Wochenende nichts zu spüren, denn die Jakoberstraße war wegen des Marktwochenendes für Autos gesperrt. Zahlreiche Anwohner und Besucher nutzten den Bummel über die Jakober Kirchweih zu einem Besuch am Stand unserer Zeitung. Eine eindeutige Antwort auf unsere Frage "Jakobervorstadt - City-Anhängsel oder Viertel mit Zukunft?" kristallisierte sich aber nicht heraus.

Immer wieder zeigte sich, dass die Jakobervorstädter gerne in ihrem Viertel leben - vor allem wegen der sozialen Kontakte: "Die Gemeinde St. Max ist hier das große Plus", sagte Erika Ostrowski. Und auch wenn sich der Einzelhandel gewandelt hat, ist er für Renate Stegmüller immer noch so attraktiv, dass sie die Straßenbahnfahrt nach Lechhausen häufig in der Jakoberstraße zum Einkaufen unterbricht. Dennoch könnte die Stadt nach Ansicht von Manfred und Gabi Floußek mit Maßnahmen wie Tempo 30 oder mehr Grün dazu beitragen, dass die Jakobervorstadt verstärkt hochwertigen Einzelhandel anlockt.

Aufmerksam beobachten die Menschen im Viertel Bauprojekte wie das Gesundheitszentrum der Barmherzigen Schwestern im Alten Hauptkrankenhaus. Während sich Gabi Floußek darin eine "Aufwertung für die gesamte Vorstadt" verspricht, sieht ihr Mann dies mit gemischten Gefühlen. Das neue Angebot werde sich auf die vorhandenen Ärzte und Apotheken auswirken.

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Eines ist nach Ansicht von Michaela Kriegl keineswegs im Überfluss vorhanden: Spiel- und Freizeitmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche. Ihre Buben wüssten oft nicht, wohin. Aus Mangel an Alternativen spazierten die beiden dann in die nahe City-Galerie mit ihren kostspieligen Verlockungen.

Eine Begegnungsstätte für alle Generationen vermisst Günter Anders in der Jakobervorstadt. "Dann gehören wir plötzlich zur Innenstadt." Eben als City-Anhängsel.

Bei uns im Internet

Mehr Bilder von der Jakober Kirchweih unter augsburger-allgemeine.de.

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