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Augsburg

17.07.2016

Türken protestieren auf Rathausplatz gegen Militärputsch

Der gescheiterte Militärputsch in der Türkei trieb auch in Augsburg Demonstranten auf die Straße. Am Rathausplatz versammelten sich am Sonntagnachmittag rund 350 Türken.
Bild: Silvio Wyszengrad

In Augsburg fand am Sonntag eine Kundgebung mit 350 Teilnehmern statt. Unbekannte warfen in der Nacht beim Verein Frohsinn Scheiben ein. Eine politische Tat?

Aus Protest gegen den versuchten Militärputsch gegen Präsident Erdogan in der Türkei gingen am Wochenende in vielen deutschen Städten Türken auf die Straße – am Sonntagnachmittag auch in Augsburg. Auf dem Rathausplatz kamen rund 350 Teilnehmer zu einer Kundgebung zusammen.

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Zur Kundgebung ab 14.30 Uhr auf dem Rathausplatz hatte der Dachverband türkischer Vereine in Augsburg aufgerufen. Bei der Veranstaltung wurden türkische Flaggen geschwenkt und lautstark Parolen in türkischer Sprache intoniert. Redner riefen die Teilnehmer dazu auf zusammenzurücken, um die Demokratie zu verteidigen. „Wir haben schon öfter Militärputsche in der Türkei erlebt und wollen ein Zeichen für Demokratie setzen“, sagte der Vorsitzende des Dachverbandes in Augsburg, Keles Zafer.

Er verfolgt wie viele seiner Landsleute mit Sorge die instabile politische Lage in seiner Heimat. Die schlechteste Demokratie sei noch besser als ein Putsch, so Zafer. In Augsburg leben rund 23.000 Menschen mit türkischem Hintergrund. Schon Freitagnacht, als die ersten Nachrichten über den Umsturzversuch in den Medien liefen, hatten sich in der Maximilianstraße rund 80 Menschen mit Flaggen am Herkulesbrunnen eingefunden. Dort bekundeten sie ihre Solidarität mit der türkischen Regierung. Einige fuhren in der Nacht nach München zum türkischen Generalkonsultat, wo sich viele Menschen versammelten.

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Sorge im türkischen Bildungszentrum

Beunruhigt über eine Gewalttat ist man unterdessen beim Frohsinn Bildungszentrum, das der Gülen-Bewegung nahesteht. Unbekannte warfen in der Nacht zum Samstag zwischen 1 und 2 Uhr mit Steinen Fensterscheiben in zwei Gebäuden des Vereins in Augsburg und Gersthofen ein. Laut Polizei entstand ein Schaden von rund 1100 Euro. Vorsitzender Mustafa Güngör vermutet eine „politisch motivierte Tat“ im Zusammenhang mit dem versuchten Putsch gegen Erdogan. Es sei leider Realität, dass innenpolitische Probleme der Türkei nach Deutschland und Augsburg transportiert werden und sich die türkische Gemeinde weiter polarisiere. Güngör glaubt deshalb, dass „gewaltbereite Anhänger“ AKP-naher Organisationen mit den Steinwürfen auf die Vereinsgebäude in Haunstetten und Gersthofen zu tun haben könnten.

Bei der Einsatzzentrale der Augsburger Polizei wollte man diesen Verdacht am Sonntag nicht bestätigen. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagte ein Sprecher. Die Polizei nehme die Angelegenheit jedoch sehr ernst und werde ein wachsames Auge auf die weitere Entwicklung haben.

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Die Diskussion ist geschlossen.

18.07.2016

Beunruhigt über eine Gewalttat ist man unterdessen beim Frohsinn Bildungszentrum, das der Gülen-Bewegung nahesteht. Unbekannte warfen in der Nacht zum Samstag zwischen 1 und 2 Uhr mit Steinen Fensterscheiben in zwei Gebäuden des Vereins in Augsburg und Gersthofen ein. Laut Polizei entstand ein Schaden von rund 1100 Euro.

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Mir war "Frohsinn" schon ein Begriff weil ich mich mal damit beschäftigt hatte. Die Verbindung zur Gülen-Bewegung ist nicht offensichtlich. Wenn nun gerade in der Putsch-Nacht auf gleich zwei Objekte Steine fliegen ist das schon sehr auffällig.

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Bemerkenswert wie gelassen der Rechtsstaat mit dieser Tat umgeht. Keine Aufregung wie bei Steinen auf ein Asylheim; die Polizei beobachtet die Entwicklung - na super. Kein Staatsschutz obwohl der politische Hintergrund offensichtlich ist, kein Aufschrei von Herrn Maas gegen Hass - man nimmt Steinwürfe auf einen Betreiber von Kindergärten einfach so hin.

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18.07.2016

Hallo, wie wollen Sie denn Deutsche ausweisen? Ab der dritten Generation gelten sie als Einheimische. Außerdem haben die meisten einen deutschen Pass!

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18.07.2016

Egal ob einheimisch oder nicht - das Demonstrationsrecht gilt für (fast) alle in Deutschland. Ob Deutscher "einheimisch" oder mit "Migrationshintergrund" ist, ist so was von egal. Ich weiß garnicht warum man einen so großen Artikel zwecks einer Deminstration von 350 Leuten schreibt. Muß über jede x-beliebige Demo bereichtet werden? OK - manche mags interessieren.

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18.07.2016

Soweit ist man in Augsburg also schon gekommen, dass Türken auf dem Rathausplatz für diese Reizfigur lautstark protestieren dürfen.

AFD etc. Kundgebungen werden gestört oder es wird versucht solche Veranstaltungen gänzlich zu unterbinden, aber Türken dürfen wohl alles?

Wie war das doch gleich mit sicheren Herkunftsländern? Gehört da die Türkei nicht auch dazu und möchte man nicht langsam mal anfangen die Bürger langsam wieder zurückzuführen?

Langsam nimmt der Multikulti mit ihren Problem überhand und sowas hat nichts in Deutschland verloren.

Wieso will man uns immer noch mehr reizen?

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18.07.2016

Die dürfen hier lautstark protestieren , weil bei uns, im Gegensatz zu ihrem Land, Rede-, Presse- Meinungs- und Demonsstrationsfreiheit besteht. Das unterscheidet uns vom Erdogan-Land und darauf können wir stolz sein. (Auch, wenn AFD-Kundgebungen, übrigens zu Recht, gestört werden).

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18.07.2016

Würden Sie mir bitte den Unterschied zwischen den türkischen Demonstranten und der AfD erklären, beide fordern doch nur ihre Rechte ein, oder.

Wenn schon, dann Demokratie für alle, auch für die Einheimischen.

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18.07.2016

Es gibt keinen Unterschied, beide Demonstrationen sind nicht in Ordnung. Die Tatsache, daß jeder bei uns demonstrieren darf, sagt doch nichts über die Richtigkeit der Ansichten dieser Leute aus. Demonstrationen zu stören, ist auch eine Art von Meinungsfreiheit.

Was die Rechte der AFD betrift: Wer Andersdenkende bedroht, unser Grundgesetz mißachtet, Hetze gegen Fremde betreibt und Journalisten bedroht, braucht sich nicht zu wundern, daß er dabei gestört wird. Damit Sie nicht wieder absichtlich mißverstehen, dasselbe gilt natürlich auch für alle anderen Demonstranten, egal woher sie kommen, wofür oder wogegen sie auch immer demonstrieren.

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18.07.2016

Würde mich jetzt auch interessieren.

"Meinungsfreiheit ist immer die Meinungsfreiheit des Andersdenkenden", heißt es so schön...

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18.07.2016

Wer gibt Ihnen das Recht, den Türken weniger Grundrechte in Deutschland einzuräumen? Die Ursache durch Erdogan dürfte dabei keine Rolle spielen, denn diese Proteste richten sich nicht gegen das Grundgesetz.

Wie durch unsere eigene Geschichte festgestellt, lassen sich Menschen leicht beeinflussen, wenn Ihnen eine bessere Zukunft durch nationale Stärke versprochen wird. Aktuell ist auch die AfD ein gutes Beispiel dafür.

Da hilft nur eines, mit diesen Menschen sprechen, anstatt sie auszugrenzen. 3 Millionen Türken deswegen ausweisen zu wollen, ist mehr als nur unterirdisch.

Im Übrigen sind diese Demonstrationen der Türken ganz friedlich verlaufen.

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17.07.2016

Wie weit ist die Islamisierung Deutschlands schon fortgeschritten? Die Türkischenverbände ua. DITIB sind seine Versallen und die Macht Erdogans konnte man letztes Jahr bei seiner Wahlveranstaltung mit tausenden seiner Anhänger unter der roten Türkischen Flagge sehen. Jetzt vernichtet er seine Gegner und die Demokratie.

Sollen doch alle seine Anhänger in die Türkei zurückgehen und ihm dienen!

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17.07.2016

Ich frage mich, wer denn diese Kundgebung genehmigt hat. Denn die Verwaltung hat am Wochenende geschlossen, und wenn man weiß, welche Auflagen normalerweise germacht werden, dann verwundert das Ganze schon. Und zeigt gleichzeitig, dass Deutschland für diese Leute allenfalls zum Geld verdienen interessant ist. Warum demonstrieren diese Leute auf dem Rathausplatz in türkischer Sprache? Amtssprache hier ist deutsch, aber offenbar war man gar nicht daran interessiert, den hiesigen Bürgern zu vermitteln, weshalb man demonstriert. Aber wen wundert es noch, wenn man Demokratie auf türkisch sieht: Wer den Sultan kritisiert, der wandert ins Gefängnis - aber da demonstriert keiner der hiesigen türkischen Dachverbände.

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17.07.2016

Ein Militärputsch beginnt nachts um 5 mit dem Versuch den bisherigen MAchthaber festzusetzen, danach werden die Wichtigen Schlatzentalen und vor allem die Kräfte, die nicht eingebunden sind, besetzt und blockiert, das alles möglichst bevor die große Öffentlichkeit davon erfährt. Danach zeigt isch der neue Machthaber.

Diese Veranstaltung beginnt zur besten Sendezeit mit der miilitärisch sinnlosen aber sehr publikumswirksamen halbseitgen Sperrung der Bosphorusbrücken, einen Einsatz am Flughafen, mit zwei Fahrzeugen, der scheitern sollte und einer Gedenkveranstaltung an den letzten Putsch auf dem Gelände des staatlichen Rundfunks, über den alle anderen Sender berichten. Für spontane Demonstrationen liegen in ausreichender Menge AKP Fähnchen bereit, und nach zwei Stunden läßt sich der Herrscher von den herbeigerufenenen Massen als Bewahrer und Befreier feiern.

Danach zeigt man sich bestens vorbereitet, Listen mit Richtern zur Absetzung liegen bereit und nun wird gleichgeschaltet. Erdogan hat die Machtergreifung der Nazies 33-38 gut studiert, und er kann sich darauf verlassen, dass sein Volk das nicht gemacht hat.

Auch in Augsburg lassen sich die Menschen benutzen. diese Auseinandersetzung wird auch bei uns stattfinden und das ist sehr traurig.

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17.07.2016

Aha. Alle auf Erdogans False-Flag-Operation reingefallen.

Herzlichen Glückwunsch zu so viel Scharfsinn.

Man müsste sich eigentlich nur fragen "wem nutzt er", dieser absolut dilettantische "Putschversuch", dann sollte einem alles völlig klar sein.

Und mit sowas macht unsere Bundeskanzlerin "Flüchtlingsdeals".

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17.07.2016

Vorbild: Deutsche Geschichte der ersten Hälfte des 20sten Jahrhunderts. Im Gegensatz zu anderen kopiert Erdogan einfach die Geschichte.

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17.07.2016

Wenn die Türken glauben mit Erdogan haben sie mehr Demokratie haben sie sich wohl sehr getäuscht. Erdogan ist dabei die Demokratie in Diktatur umzuwandeln. Nur bekommen die meisten das nicht mit.

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18.07.2016

Ich bin Begeistert, ein einstimmiges Ergebniss aller Komentare und wie schrieb einer so treffend: aber Türken dürfen wohl alles?

Oder die andere berechtigte Frage:

Ich frage mich, wer denn diese Kundgebung genehmigt hat?

Denn die Verwaltung hat am Wochenende geschlossen, und wenn man weiß, welche Auflagen normalerweise germacht werden, dann verwundert das Ganze schon.

Natürlich auf dem,unserem, Rathausplatz!

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18.07.2016

Gemät dem "Brokdorf-Beschluss" des Bundesverfassungsgericht von 1985 sind "Spontandemonstrationen" aus aktuellen Anlass auch ohne eine Anmeldung zulässig.

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18.07.2016

Na dann ist ja alles in bester Ordnung für unsere türkischen Mibürger. :(

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18.07.2016

"aber Türken dürfen wohl alles?"

Was haben Sie denn auf einmal gegen die Türken?

Keiner der Türken hat gegen das Grundgesetz verstoßen und die Demos verliefen außerdem ganz friedlich in allen Städten ab. Erdogan hin oder her, ein Putsch wäre offensichtlich für alle Beteiligten viel schlimmer gewesen. Im Übrigen lässt sich auch mit Türken ganz gut über das einseitige Verhalten von Erdogan reden.

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