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Augsburg

05.02.2015

Umzugsprämie für Senioren: Eine gute Idee für Augsburg?

Senioren den Umzug in eine kleine altengerechte Wohnung ermöglichen und damit gleichzeitig Raum für junge Familien schaffen - das möchte die IG Bau mit einer Prämie erreichen.
Bild: Friso Gentsch (dpa)

Die IG Bau fordert vom Staat, Senioren eine Prämie für den Auszug aus einer großen Wohnung zu zahlen. Bei Augsburger Verbänden kommt die Grundidee gut an, aber...

Viele Senioren leben nach dem Auszug ihrer Kinder oder dem Tod ihres Partners in Wohnungen, die ihnen eigentlich zu groß geworden sind. Gleichzeitig gibt es zu wenig Platz für junge Familien. Der Chef der Gewerkschaft IG Bau und gebürtige Augsburger, Robert Feiger, hat diese Umstände nun als großes Problem bezeichnet und eine Lösung vorgeschlagen: Der Staat solle Rentnern in Deutschland eine Prämie von bis zu 5000 Euro zahlen, wenn sie aus großen Wohnungen ausziehen. Doch wie sinnvoll wäre das in Augsburg?

Bei Augsburger Sozialverbänden findet die Idee Zuspruch. Ein Umzug im Alter scheitere schließlich zu oft am Geld, heißt es beispielsweise von der Arbeiterwohlfahrt. Gleichzeitig betonen aber alle Verbände, dass eine Prämie alleine nicht ausreiche. Gleichzeitig müssten mehr bezahlbare altengerechte Wohnungen entstehen - von denen gebe es in Augsburg zu wenig.

Dem stimmt IG Bau-Chef Robert Feiger zu. "Altengrechte Wohnungen machen in Deutschland nur zwei Prozent des Angebots aus - die Politik müsse dringend die passenden Rahmenbedingungen schaffen, damit sich das ändert", sagte er AZ-Online. Die Umzugprämie sei schließlich nur eine von vielen Maßnahmen, um gleichzeitig geeigneten Wohnraum für Senioren und Familien zu schaffen.

Prämie alleine reiche als Anreiz für einen Umzug nicht

Der Mangel an kleinen Wohnungen liegt auch an wirtschaftlichen Gründen. "Für Investoren sind mittelgroße einfach lukrativer", sagt Mark Dominik Hoppe, Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Augsburg. Wegen des knappen Angebots in Augsburg müssten Senioren mit viel Platz und Familien mit wenig Platz ihre Wohnungen bei einem Prämienprogramm direkt tauschen - und das wäre schon allein durch nötige Sanierungen nicht möglich.

Auch Hoppe kann sich mit der Grundidee der Prämie anfreunden. Doch er bezweifelt, dass ältere Menschen hauptsächlich aus finanziellen Gründen in ihrer alten Wohnung bleiben möchten. "Oft ist das eine Kopfsache ", sagt er. Es liege dann an der Gesellschaft, sie bei einem Umzug zu begleiten.

Viele Senioren möchten im gewohnten Umfeld bleiben

Mit solchen Konzepten beschäftigt sich der Augsburger Seniorenbeirat. Der Vorsitzende Heinz Gams könnte sich die Umzugsprämie in Augsburg zusammen mit einem Programm vorstellen, dass Rentnern dann eine neue Wohnung in demselben Stadtviertel vermittelt. "Aus Umfragen wissen wir schließlich, dass 85 Prozent der Senioren in ihrem gewohnten Umfeld bleiben möchten", sagt er.

Entscheidend sei aber die Bezahlbarkeit von altengerechten Wohnungen. "Bei sinkenden Renten und steigenden Mieten wird das eine immer größere Herausforderung", sagt Gams. Eine Lösung für dieses Problem sei noch nicht gefunden.

Gams betont, dass Rentner bei einem Auszug nicht automatisch in eine kleine Einzelwohnung ziehen müssten. In Augsburg gebe es immer mehr Senioren-Wohngemeinschaften. Gams sagt: "Wenn mehrere Rentner zusammen in eine große Wohnung ziehen, entsteht ebenfalls mehr Wohnraum für Familien."

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