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Augsburg

14.10.2020

Verdi zieht Streik an Uniklinik trotz verschärfter Corona-Situation durch

An der Augsburger Uniklinik wird kommende Woche zwei Tage lang gestreikt.
Bild: Ulrich Wagner (Archivfoto)

Plus Zwei Tage lang wollen Beschäftigte an der Augsburger Uniklinik streiken. Nicht nur wegen der gestiegenen Corona-Zahlen gibt es an diesen Plänen Kritik.

Trotz der verschärften Corona-Situation wollen die Mitarbeiter der Uniklinik Augsburg (UKA) an ihrem zweitägigen Streik kommenden Montag und Dienstag (19. und 20. Oktober) festhalten. Das erklärten Beschäftigte und Verdi-Vertreter bei einem Pressegespräch am Mittwoch. In der Notdienstvereinbarung, die mit der Klinikleitung geschlossen wurde, gibt es eine Obergrenze von 25 Corona-Patienten auf der Normalstation oder zehn auf der Intensivstation – sollte diese erreicht sein, könne der Streik nicht stattfinden, sagt Oberärztin und Mitglied der Verdi-Streikleitung, Renate Demharter.

Man gehe davon aus, dass man ohne eine Gefährdung der Patienten streiken könne, zumal bislang im UKA keine besonderen personellen Vorkehrungen wegen Corona vorgenommen würden.

Laut Demharter wurden im UKA am Mittwoch 13 Patienten mit Covid-Symptomen und vier Covid-Verdachtsfälle behandelt; drei Corona-Patienten lagen auf der Intensivstation. Die Klinikleitung hatte laut Verdi gefordert, angesichts der steigenden Corona-Zahlen auf den Streik zu verzichten. Nach den bisherigen Plänen sollen bei dem 48-stündigen Ausstand im UKA vier Stationen komplett ausfallen, weitere Stationen könnten nur mit reduzierter Kapazität arbeiten. Auch der OP-Bereich und die Anästhesie werden wieder bestreikt.

Angestellte des Augsburger Uniklinikums wollen zwei Tage lang streiken.
Bild: Silvio Wyszengrad (Archivfoto)

Am Mittwochabend kritisierte die Klinikumsleitung den anstehenden Streik scharf. Verdi agiere "verantwortungslos", wenn 207 Betten unversorgt bleiben und somit planbare Operationen verschoben werden. Planbar bedeute nicht, dass es sich um beliebig verschiebbare Eingriffe handelt, so Vorstandsvorsitzender Prof. Michael Beyer. "Wir reden hier von schwerkranken Tumorpatienten." Der Streik in der jetzigen Pandemiesituation sei "völlig unangemessen". Beyer verwies auf die steigende Zahl an Corona-Patienten. Innerhalb weniger Tage habe es eine Verdopplung gegeben. Am Mittwochabend bezifferte das Klinikum die Zahl auf 16.

Laut Klinikum habe die Gewerkschaft einen Vorschlag abgelehnt

Laut Uniklinik habe man Verdi vorgeschlagen, gemeinsam an die Öffentlichkeit zu treten und bessere Rahmenbedigungen und Bezahlung für die Mitarbeiter zu fordern. Im Gegenzug hätte die Gewerkschaft den Streik absagen sollen. Das sei abgelehnt worden. Inzwischen könne man den Eindruck gewinnen, dass "Patientensicherheit nicht für alle gleich wichtig ist", so Beyer.

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