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Verkehr

28.02.2019

Verlauf der Bahnstrecke Augsburg-Ulm noch völlig unklar

Wo fahren die ICE künftig zwischen Augsburg und Ulm? Die Bahn sucht jetzt eine Strecke.
Bild: Bernhard Weizenegger (Symbolbild)

Die Bahn stellt das umstrittene Projekt Politikern aus der Region vor. Nun werden Fachleute ermitteln, welche Möglichkeiten der Streckenführung es gibt.

Die Frage, wie die Bahnstrecke für den Fernverkehr zwischen Augsburg und Neu-Ulm durch Schwaben geführt wird, ist noch völlig offen. Das betonte Klaus-Dieter Josel, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn in Bayern, am Donnerstagvormittag in Augsburg vor Abgeordneten, Landräten und Bürgermeistern aus der Region.

Fahrzeit zwischen Augsburg und Ulm soll sich von 40 auf 30 Minuten verkürzen

Die Bahn startete am Donnerstag den jahrelangen Planungsprozess für das Projekt, dessen Kosten auf etwa zwei Milliarden Euro geschätzt werden. Einen Zeitplan, wann ICE, IC und TGV statt in 40 in 30 Minuten zwischen Augsburg und Ulm verkehren könnten , nennt die Bahn nicht. „Wir stehen am Anfang. Es ist offen, wo ein Ausbau stattfinden kann und wo ein Streckenneubau sinnvoll ist. Wir treffen keine Vorfestlegung, sondern treten in den Dialog und beziehen die Region mit ein“, so Josel.

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In den vergangenen Wochen waren in der Politik, vor allem in der CSU, klare Meinungsverschiedenheiten darüber deutlich geworden, wo die Strecke verlaufen soll. Die schwäbische CSU positioniert sich dafür, entlang der kurvenreichen bestehenden Strecke zu bauen. Dies erhöhe die Chancen auf eine zügige Umsetzung. Ein Hintergrund ist auch, dass die Bürgermeister zahlreicher Orte entlang der Bahnlinie im Augsburger Westen seit Jahren auf ein zusätzliches Gleis für den Nahverkehr drängen, um ihre Orte besser an Augsburg anzubinden. Sie äußerten am Donnerstag die Befürchtung, dass im Fall eines kompletten Neubaus entlang der Autobahn die Verbesserungen fürs Umland lange oder schlimmstenfalls ewig auf sich warten lassen könnten.

Der Augsburger CSU-Bundestagsabgeordnete Volker Ullrich betonte am Donnerstag hingegen erneut, dass Augsburg sich nicht vom Fernverkehr abhängen lassen dürfe. Eine Fahrzeit von 30 Minuten zwischen Augsburg und Ulm sei in jedem Fall ein Muss. Einen Neubau entlang der Autobahn rundheraus abzulehnen, verenge die Diskussion. Auch die Augsburger Bürgermeisterin Eva Weber (CSU) sagte, dass eine gute Fernverkehrsanbindung für Augsburg essentiell sei.

Zum offenen Schlagabtausch lässt sich die CSU nicht hinreißen

Zu einem offenen Schlagabtausch im Rokoko-Saal der Regierung von Schwaben ließen sich die CSU-Politiker am Donnerstag aber nicht hinreißen. Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU; Jettingen-Scheppach), der als klarer Gegner einer Neubaustrecke an der A8 gilt, sagte, dass an der Zielvorgabe von 30 Minuten Fahrzeit in der ganzen Streckendiskussion nicht zu rütteln sei. Im Übrigen rief er zur Geschlossenheit der Region auf. „Wir dürfen nicht zulassen, dass das Projekt nach hinten rutscht.“ Das Projekt sei für Schwaben "eminent wichtig".

Die Bahn kündigte an, im Herbst einen Projektbeirat mit Vertretern der Region einzurichten, der die Trassenfindung begleiten soll. Im Lauf des Jahres will ein Projektteam der Bahn Räume in Augsburg beziehen. Auf der Internetseite www.ulm-augsburg.de informiert die Bahn seit Donnerstag zu weiteren Schritten.

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02.03.2019

Die Neubaustrecke Stuttgart - Ulm lässt Esslingen, Göppingen und auch Geislingen links liegen. Zwischen Bamberg und Erfurt gibt es auch die Halte Saalfeld und Jena nicht mehr. Aber Günzburg muss angebunden bleiben, weil da Pendler nach Augsburg fahren (manche vermutlich nach München). Etwas mehr Realismus bitte. Zugverbindungen von Günzburg wird es auch in Zukunft geben, die Stadt wird ja nicht vom Eisenbahnverkehr abgehängt. Der Herr Landrat vom Lkrs. Augsburg und der Bayer. Verkehrsminister (kommt aus Jettingen-Scheppach) wollen, dass GZ am Fernverkehr angebunden bleibt. Das ist reine Kirchtumpolitik und Populismus, um die Wähler zu beeindrucken. Volkswirtschaftlicher Nonsens!

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01.03.2019

Ich denke die AZ sollte einfach mal einen Seite 3 Artikel prüfen, der die Vorteile eines integrierten Taktfahrplans erklärt.

Der nachvollziehbar erläutert, warum der sog. Deutschland-Takt deutliche Vorteile für Bahnfahrgäste des Nah- und Fernverkehrs bieten würde.

https://deutschland-takt.de/

Manche Aktivisten fordern für Augsburg einen "Regio-Schienen-Takt" und entziehen diesem gleichzeitig mit völliger Inkompetenz beim Netzausbau die Grundlage. Es ist an der Zeit diese - ich meine Chaoten - zu stoppen. Chaoten die sich gerne als Naturschützer aufspielen, aber eigentlich nur die Menschen mit langsamen und nicht integriert abgestimmten Bahnverkehr ins Auto auf die A8 treiben.

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01.03.2019

Nachtrag:

Die heutige Strecke ist 85,8 km lang: in 30 Minuten wären das 171,6 km/h Durchschnitt.
Ist dieser Wert auf einer Ausbaustrecke schon irgendwo erreicht worden?

Die Antwort ist nein und das sollte auch Herr Reichhart als mathematischen Impuls in die Diskussion mitnehmen!

>> Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU; Jettingen-Scheppach), der als klarer Gegner einer Neubaustrecke an der A8 gilt, sagte, dass an der Zielvorgabe von 30 Minuten Fahrzeit in der ganzen Streckendiskussion nicht zu rütteln sei. <<

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28.02.2019

Muss man jede Kleinstadt an den Fernverkehr anschließen? Da gibt’s die Möglichkeit in Ulm bzw. Augsburg zuzusteigen.

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28.02.2019

Ja ist es. Ich selber steige in Günzburg ein und fahre nach Augsburg zum arbeiten. In die Fernzüge steigen am morgen sehr viele Pendler in Günzburg zu. Das kann nicht einfach wegfallen. Genauso die Verbindungen am Abend. Das muss bestehen bleiben, wenn schon der Wohnraum in den Großstädten zu teuer ist.

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28.02.2019

Das ist etwas zu kurz gedacht!

Ich habe gerade eben meine zugfahrkarte von Augsburg zum Flughafen München gebucht. Dorthin bringen wird mich der RJX 63, ein ÖBB Zug der von Frankfurt (über Ulm, München, Wien) nach Budapest fährt.

Auf selbiger Strecke fahren auch die TGVs von Paris kommend oder Eurocitys Richtung Niederlande, Schweiz, Österreich, Italien usw.

Betrachtet man nur das kleine Streckenstück, so mag ein Ausbau natürlich nicht unbedingt lohnenswert aussehen.
Aber der Ausbau von kleinen Teilstücken setzt sich wie ein Puzzle zu einem leistungsfähigeren Netz zusammen.
Hier und da ein paar minuten eingespart macht sich dann auf strecken wie Frankfurt-Budapest in einer Fahrzeitverkürzung von mehreren Stunden bemerkbar. Und das ist doch mehr als erstrebenswert!

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01.03.2019

Ein ICE kann nicht in jeder Stadt halten. Von Ulm bis Günzburg sind es 12 Minuten Fahrzeit. Zwischen Stuttgart und Mannheim Fahrzeit 38 Minuten gibt es in der Regel auch keinen Halt.

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01.03.2019

Richtig! Für was gibt es Fernzüge, die in jedem Provinzbahnhof halten? Für Regionalbahnhöfe gibt es Regionalzüge (IRE, RB und RE)!
Ein Intercity oder Intercityexpress sollte nur in "Citys" (zu dt. Großstädte - ab 100.000 EW) halten und nicht in Kleinstädte. Augsburg-Ulm-Stuttgart ohne Günzburg (20.000 EW) und andere Kleinstädte. Ist so wie wenn man in jeder Kleinstadt einen Flughafen betreiben würde.
Gerade im Zeichen des Klimawandels sollte man die größeren Städte in Deutschland mit schnellen Zugverbindungen versorgen und gleichzeitig die unsinnigen Inlandsflüge viel stärker besteuern.
Oft sind jetzt schon die Zeiten mit dem Zug gleich wie mit Flügen (von Innenstadt zu Innenstadt). Mit einem guten Ausbau und Wegfall der ganzen Stopps würde die Bahn auch zeitlich unschlagbar werden. Natürlich nur wenn die Züge auch funktionieren.

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