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Zoo Augsburg

02.09.2015

Viele wollen den Elefanten helfen

Bürger solidarisieren sich mit der Spendenkampagne für die neue Anlage im Zoo. Es gibt ungewöhnliche Ideen

72000 Euro innerhalb von fünf Monaten: Diese Summe ist bisher bei der Spendenkampagne für das neue Elefantengehege im Augsburger Zoo zusammengekommen. Direktorin Barbara Jantschke ist mit dem Zwischenergebnis „sehr zufrieden“. Doch die Zielmarke, die es zu erreichen gilt, ist extrem hoch. Der städtische Zoo muss acht Millionen Euro aufbringen, damit die neue Elefantenanlage gebaut werden kann. Von der Stadt gibt es keinen Investitionszuschuss.

Die Spendensammlung ist auf einen längeren Zeitraum angelegt. „Am Anfang mussten wir die Sache erst einmal publik machen“, sagt Jantschke. Positiv überrascht hat sie, wie viele Bürger sich mit eigenen Ideen an der Kampagne beteiligen. Einige Beispiele: Die Augsburger Orchideenfreunde tauften und vermarkteten eine neue Züchtung unter dem Namen „Targa“. Die Augsburger Elefantin Targa, weltweit eine der ältesten in Zoos, profitiert von dieser Aktion. Zwei Meringer Goldschmiedinnen stellten Armbänder zugunsten des Bauvorhabens her. Ein weiterer Unterstützer sägt Holzelefanten aus, die an verschiedenen Stellen in der Stadt zu haben sind.

„Es kommt jeden Tag Geld herein“, sagt Jantschke. Bislang seien es vor allem Kleinspenden von Privatleuten. Auch Schulen und Klubs beteiligten sich. Und einige große Unternehmen machen ebenfalls schon bei der Spendenkampagne mit. Ein Beispiel ist die Bäckerei Ihle. Sie stiftet 10000 Plätzchen in Elefantenform. Diese werden im Zoo verkauft. Ein anderes Beispiel ist die Stadtsparkasse Augsburg. Sie unterstützte die Fotoaktion „Es rappelt in der Kiste!“ Teilnehmer konnten sich in einer Kiste fotografieren lassen und das Bild einschicken. Die Stadtsparkasse spendete zehn Euro pro Foto. 10 000 Euro kamen zusammen.

Viele wollen den Elefanten helfen

Nach den Sommerferien will Jantschke verstärkt auf Firmen zugehen, um weitere Sponsoren zu gewinnen. Anfang Oktober wird der Zoo außerdem einen Förderantrag an die Europäische Union stellen. Weil die Elefantenanlage Teil eines Umweltbildungskonzeptes werden soll, hofft man auf entsprechende EU-Fördergelder.

Viel Zeit hat der Zoo nicht mehr, um das neue größere Gehege zu bauen. Die beiden letzten Elefantinnen Targa und Burma sind beide schon alt. Wenn neue Dickhäuter nach Augsburg geholt werden sollen, ist eine moderne Anlage nötig. Das aktuelle Gehege erfüllt nicht mehr die Haltungsrichtlinien für diese Art.

Die Zeit drängt. Doch Jantschke ist zuversichtlich, dass nach dem Aus für die Giraffen im Augsburger Zoo nicht auch noch die Elefantenhaltung aufgegeben werden muss. „Anfang 2019 ziehen die neuen Elefanten ein“, sagt sie. In einem neuen Kinderbuch hat die Zukunft schon begonnen. „Buba, der kleine Elefant“ ist in Augsburg zur Welt gekommen und erlebt lustige Abenteuer mit den anderen Tieren im Zoo. Das Buch ist im Wißner-Verlag erschienen. Pro verkauftem Exemplar geht ein Euro an den Zoo.

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