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Energie

23.03.2017

„Vier Windräder sind nicht gerade viel“

Die Grünen holten sich bei Christian Böhm (Mitte) von der Betreiberfirma Vensol aus erster Hand Informationen zum Windpark Riedheim: (von links) Kreisvorsitzende Ursula Kneißl- Eder, Landtagsfraktionsvorsitzender Ludwig Hartmann, Jugendvertreterin Eva Lettenbauer sowie Kreisvorsitzender und Bundestagskandidat Albert Riedelsheimer.
Bild: Wenzel

Der Vorsitzender der Landtags-Grünen besucht den Landkreis. Bürgerbeteiligung ist ihm wichtig. Sein Kreiskollege Riedelsheimer wünscht sich im Landkreis an die 50 Windräder.

Generell sieht Ludwig Hartmann beim Thema Windraft in Bayern noch viel Luft nach oben. Rund 1000 Anlagen gibt es derzeit im Freistaat – vier davon befinden sich im Landkreis Donau-Ries. „Das ist nicht gerade viel. Ich würde mir wünschen, dass das eine oder andere Windrad hier schon noch umgesetzt wird“, so der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bayerischen Landtag. Der 38-Jährige, der aus Landsberg stammt, war auf Einladung der Kreis-Grünen gestern Nachmittag in der Region unterwegs und machte sich unter anderem ein Bild vom Windpark im Holzheimer Ortsteil Riedheim, der seit vergangenem Sommer in Betrieb ist. „Wenn wir der Windkraft in Bayern keine Heimat geben, dann wird die Energiewende nicht gelingen“, so Hartmann. Folglich sieht er die 10H-Regelung, die im Freistaat seit Ende 2014 gilt, mehr als kritisch. Das Gesetz sei zwar vom Verwaltungsgerichtshof bestätigt worden, Hartmann stellte aber dessen politische Sinnhaftigkeit infrage. „Aus unserer Sicht muss man 10H wieder kippen“, sagte der Politiker.

Holzheims Bürgermeister Robert Ruttmann schilderte dem Abgeordneten die Situation vor Ort, dabei ging er vorwiegend auf die Lärmbeschwerden ein. „Die Bevölkerung ist gespalten: Die einen hören viel, die anderen wenig. Und die nächsten hören das, was sie hören wollen.“ Der Rathauschef appellierte an den Betreiber, er müsse die Anlagen so einstellen, dass von ihnen vor allem nachts möglichst wenig Lärm ausgeht. Denn mit Inbetriebnahme der Windräder habe sich eine vollkommen neue Geräusch-Situation im Gemeindegebiet ergeben.

„Wir sind an dem Thema dran“, versicherte daraufhin Christian Böhm, Geschäftsführer von Vensol. Das Unternehmen aus Babenhausen hatte gemeinsam mit der Firma UKA aus dem sächsischen Meißen den Windpark Riedheim geplant und in die Tat umgesetzt. Böhm gestand ein, dass er an anderen Standorten, an denen es wenig Erfahrung mit Windkraft gab, ähnliche Erfahrungen gemacht habe. „Die neue Situation ist anfangs manchmal nicht so leicht zu akzeptieren.“ Bislang habe man in Riedheim aber keine Anhaltspunkte, dass gesetzliche Grenzwerte überschritten werden. „Es ist uns keinesfalls egal, was im laufenden Betrieb passiert“, unterstrich Böhm. Jeder, der sich gestört fühle, solle sich an den Betreiber wenden. Nur wenn man die Art von Geräuschen kenne, könne man auch die Technik der Anlagen verbessern. Der Windpark Riedheim hat Böhm zufolge im Januar rund 1,8 Millionen und im Februar 1,9 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt. Im März werde man wohl über die zwei Millionen klettern.

Für den Grünen-Bundestagskandidat Albert Riedelsheimer seien 40 bis 50 Windräder im Landkreis ein erstrebenswertes Ziel. Dabei müsste aber die Bevölkerung mitgenommen werden. „Wir wollen Bürgerwindräder – wobei uns natürlich auch Privatinvestoren recht sind.“ Gleicher Meinung ist Ludwig Hartmann. Bürgerbeteiligung seit wichtig für die Akzeptanz – genauso wie Lärmmessungen. „Es ist nicht so, dass man bei Windrädern nichts hört. Es gibt hierzu aber Werte, die eingehalten werden müssen.“

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