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04.09.2013

Virtuos und mutig

Sul Bi Yi an der Orgel in ev. St. Ulrich

Das Programm war preisgekrönt. Die 26-jährige mehrfach ausgezeichnete Organistin Sul Bi Yi aus Südkorea hatte eine Woche vor ihrem Augsburger Konzert den ersten Preis und einen Sonderpreis beim Internationalen Orgelwettbewerb in St. Maurice in der Schweiz gewonnen. Am Montag sprang die Studentin der Münchner Musikhochschule mit ihrem Wettbewerbsrepertoire kurzfristig bei den „30 Minuten“ in der evangelischen Ulrichskirche ein.

Zu hören war der Pilgerchor aus Wagners „Tannhäuser“ in der 2.Fassung von Franz Liszt, der ihr den Sonderpreis eingebracht hatte. Er war der verklärt-emphatische Mittelteil des Programms mit Fernwirkungsregister, das zur Stille im Zuschauerraum zwang. Sul Bi Yi brillierte durch ihren Klangfarbenzauber mit Mut zum Risiko und reicher, pianistisch inspirierter Dynamik.

Gleiches galt für die Rahmenwerke. Brahms’ Fuge g-Moll war im Präludium von technischem Grenzgängertum geprägt. Auch in der Fuge wählte Sul Bi Yi virtuos ein waghalsiges Tempo. Der Höhepunkt kam zum Schluss: Jede der zehn „Variations sur un Noël“ von Marcel Dupré hatte neben dem musikalischen ein markantes Klangfarbenprofil. Das Thema gab sich als Chorallied, gleich die zweite Veränderung entpuppte sich als kecker Jazz, später schien die Melodie wie im Discoblitzlicht, schließlich als Walzer. Zuletzt stürzte das Tongewölbe über dem Thema ein, dann brach das bombastische Finale aus. Eine beeindruckende Meisterschaft. Stephanie Knauer

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