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Augsburg

26.01.2020

Warum Lechhauser Händler unter der Sanierung des Bürgerbüros leiden

Auf die nachlassende Kundenfrequenz im Stadtteil reagiert Costa Fudulis, der seinen Fu-Markt an der Neuburger Straße bis zur Wiedereröffnung des Bürgerbüros zwei Stunden früher schließt.
Foto: Michael Hochgemuth

Mancher Händler in Lechhausen ärgert sich über die Verzögerung der Sanierung des Bürgerbüros. Aber nicht alle Läden stellt das vor Probleme.

Zum Leidwesen der Betreiber der umliegenden Geschäfte, kommt es bei der Sanierung des Bürgerbüros Lechhausen zu Verzögerungen. Seit die Einrichtung der Stadt vorübergehend geschlossen wurde, hat die Kundenfrequenz in der Nachbarschaft spürbar nachgelassen. Das sagen unter anderem die Beobachter aus dem Vorstand der Aktionsgemeinschaft Lechhausen. Es werde sogar darüber nachgedacht, Geschäfte nachmittags geschlossen zu halten.

Auf Nachfrage bestätigt Helmut Truschies, Mitarbeiter des Bürgeramtes, dass bei der Deinstallation im Elektrobereich unvorhergesehen „ein erhöhter Arbeitsaufwand“ festgestellt wurde, der die Sanierungsarbeiten verzögert. Die Bauherrin, also die Stadt, habe just mitgeteilt, dass die Renovierungsarbeiten am 15. Februar abgeschlossen sein werden. Demzufolge könne das Büro am Montag, 17. Februar, mit der Einrichtung der Möbel und der DV-Anlagen beginnen.

Thomas Kronthaler (hier mit seiner Frau Petra) vom gleichnamigen Feinkostgeschäft in der Waterloostraße stellt keine Veränderung seit der Schließung des Bürgerbüros fest. An seinem Stand in der Widderstraße und auch im Stammgeschäft in der Waterloostraße werde rege eingekauft.
Foto: Michael Hochgemuth (Archivbild)

Keine Auswirkungen auf dem Wochenmarkt spürbar

Somit kann mit einer zeitnahen, wenn auch keiner pünktlichen Wiedereröffnung des neu gestalteten Bürgerbüros Lechhausen gerechnet werden. Sobald der Eröffnungstermin feststeht, werde dies durch die Hauptabteilung Kommunikation veröffentlicht, hieß es. Weil der Wochenmarkt am Freitag seinem Empfinden nach „wie eh und je“ besucht ist, kann Thomas Kronthaler vom gleichnamigen Feinkostgeschäft in der Waterloostraße keine Veränderung seit der Schließung des Bürgerbüros ausmachen. An seinem Stand in der Widderstraße werde rege eingekauft. Wie er sagt, stellen er und seine Frau auch im Stammgeschäft in der Waterloostraße keine spürbaren Veränderungen fest. Im Gegenteil: Er habe derzeit den Eindruck, dass seine Kundschaft seit eines neuen Einkaufsangebots noch bewusster einkaufen, weil irgendwie der Wunsch nach einer „heileren Welt“ wieder zunimmt.

Auch im nahen Lotto-Laden an der Widderstraße merkt Sandra Heigemeir nichts von der Schließung des Bürgerbüros. In der kleinen Ladenecke, in der sie eine Boutique eingerichtet hat, spüre sie eher das ausbleibende Fitness-Publikum von der früheren Mrs Sporty. Doch je näher sich die Passanten in Richtung Lechbrücke bewegen und links und rechts der Neuburger Straße Geschäfte aufsuchen, umso öfter hören sie auch, dass sich das Fehlen der Einrichtung bemerkbar macht.

Bürgerbüro hat für Lechhausen wie ein Magnet gewirkt

Mahmut Orhan, an der Ecke zur Elisabethstraße, schätzt den Kundenrückgang auf fünf bis zehn Prozent. „Die Stammkundschaft kommt“, sagt er, doch er entdecke seltener neue Gesichter in seinem Lebensmittelladen. Denn wer im Bürgerbüro zu tun hatte, der kam auf seinem Weg schon mal zum Einkaufen bei ihm vorbei, so das Mitglied der Aktionsgemeinschaft. „Unwahrscheinlich ruhig“ ist für Alexandra Schneid, Betreiberin der Parfümerie Sammüller, das Geschäft im Moment.

Zu erkennen sei dies allein daran, meint sie, dass es plötzlich Parkplätze entlang der Einkaufsstraße gebe. Das Bürgerbüro habe für Lechhausen wie ein „Magnet“ gewirkt. Wenn ein Besucher dort eine hohe Nummer zog, was auf eine längere Wartezeit schließen ließ, habe er diese mit einem Einkauf überbrückt. Auch ihre Mitarbeiterin Gabriele Beltran empfindet das Geschäft ruhiger als gewöhnlich. „Aber was willst Du machen“, fragt sie. Der Fu-Markt auf der anderen Straßenseite hat die Antwort schon im Schaufenster: Statt um 18 Uhr schließt er aktuell um 16 Uhr.

Mieter pochen auf Mietkürzungen

Einen Rückgang um 35 Prozent des Umsatzes hat die Steuerberaterin von Costa und Monika Fudulis errechnet. Der Ladenbetreiber, der im Fu-Markt seit zehn Jahren Schnäppchen und Restposten anbietet, kann weitere Negativfolgen nennen. „Mieter wollen Mietkürzungen“, sagt er aus Sicht des Vermieters benachbarter Immobilien und wundert sich nicht einmal darüber. Schließlich müssten die umliegenden Geschäftsleute trotz reduzierter Einnahmen ihre Rechnungen und Betriebskosten bezahlen.

Im näheren Umkreis gebe es allein drei Anbieter für KfZ-Schilder, die vom Bürgerbüro gewissermaßen abhängig sind. „Die müssen ja auch ihre Angestellten bezahlen“, sagt Monika Fudulis über die Auswirkungen des Dominoeffektes. Und jetzt dauere der Zustand voraussichtlich bis Ende Februar an.

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