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Augsburg

05.09.2019

Warum die Schilder im Siebentischwald weg sind

Im Siebentischwald wurden einige Beschilderungen für Fußgänger und Fahrradfahrer abmontiert.
Bild: Christoph Kölle

Die Kennzeichnung für Rad- und Fußwege wurde abmontiert. Das verwundert viele Bürger. Was sie jetzt beachten müssen und was im Stadtwald geplant ist.

Er ist weitläufig, grün, von Bächen und Wegen durchzogen und damit das beliebteste Naherholungsgebiet der Augsburger: Der Stadtwald im Süden Augsburgs bietet mit über 21,5 Quadratkilometern Fußgängern, Radfahrern und Reitern Platz für Freizeitaktivitäten. Doch bei manchen von ihnen herrscht Verwirrung. Schuld daran ist eine auffallende Änderung bei der Beschilderung der Wege.

Südlich des Siebentischparks wurden die Schilder, die Fuß- und Radwege kennzeichneten, abmontiert. Anlass ist eine Neuordnung der Wege, deren Widmung überaltert war. Man muss ein paar Jahrzehnte zurückblicken, um zu verstehen, wie die Wege durch den Stadtwald einst genutzt wurden. Der Stadtteil Siebenbrunn, der in dem Wald liegt, war laut Baureferat bis 1910 ein eigenständiges Siedlungsgebiet.

Früher fuhren Autos und Lkw durch den Stadtwald von Augsburg

Bis in die 80er-Jahre fuhren Autos, Laster und Busse auf den Straßen durch den Wald. Das lag auch an einer Spinnerei mit vielen Beschäftigten, die dort ihren Standort hatte. Die Wege waren damals dem öffentlichen Verkehr gewidmet. Erst Ende der 80er-Jahre wurde laut Stadt das Gebiet zum Schutz des darunter quellenden Trinkwassers gesperrt. Das hatte zur Folge, dass Häuser und Fabrikgebäude abgerissen und große Flächen aufgeforstet wurden.

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Wo einst die Fabrik stand, ist heute Wald vorzufinden. Zwar wurde wegen des Trinkwasserschutzes der öffentliche Verkehr aus dem Stadtwald verbannt. Doch es blieb ein Netz an benutzbaren Verkehrswegen unterschiedlicher rechtlicher Zuordnungen. Diese wurde nun geändert.

Es geht also in erster Linie um Formalitäten im Hintergrund, die die Zuständigkeiten der Verantwortlichen für den Wald regeln. Das Tiefbauamt ist für den Zustand der Straßen im Stadtwald zuständig, für eventuelle Gefahren durch Bäume an den Wegen und Straßen die Forstverwaltung. Für die Bürger selbst ändert sich damit fast nichts.

„Das Wegenetz kann weiterhin von Fußgängern und Radfahrern benutzt werden“, meint Gunther Höhnberg, Leiter des städtischen Tiefbauamtes. Zudem sollen im Rahmen des Projektes „Fahrradstadt 2020“ asphaltierte Wege saniert werden. Voraussichtlich im nächsten Jahr wird laut Höhnberg mit den Arbeiten begonnen.

Rücksichtslosigkeit von Radfahrern im Siebentischwald kritisiert

Bislang gleichen manche Straßen durch den Wald Buckelpisten mit Schlaglöchern. Diese Wege seien durch entsprechende verkehrsrechtliche Beschilderungen nur am jeweiligen Beginn für Fußgänger, Radfahrer sowie für forstwirtschaftlichen Verkehr und Fahrzeuge des Tiefbauamtes und der Stadtwerke freigegeben. Eine Beschilderung der vielen Waldwege ist grundsätzlich nicht vorgesehen. Schließlich sei das Radeln im Wald zulässig – mit der gebotenen Rücksicht, wie im Tiefbauamt betont wird. Diese Rücksichtnahme sehen aber nicht alle Augsburger gegeben.

So beschwerte sich in unserer Redaktion eine Leserin per E-Mail, dass es unglaublich sei, mit welcher Geschwindigkeit im Stadtwald auf mittlerweile allen Wegen geradelt werde. Sie habe nichts gegen normales Radeln, betont die Leserin. „Aber diese Auswüchse müssen eingegrenzt werden.“ Die Augsburgerin fordert eine Kontrolle im Siebentischwald durch hauptamtliche Ranger, um die Menschenströme besser zu kontrollieren.

Sie ist nicht die Einzige, die sich beschwert. Auch in der Facebookgruppe „Siebentischwald Augsburg“ werden „rücksichtlose“ Radfahrer auf Fußgängerwegen kritisiert.

Lesen Sie auch: Das Thema Leinenpflicht im Stadtwald erhitzt die Gemüter

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