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Ausbildung

19.02.2018

Warum ein Städter Bauer wird

Andreas Burkhardt (links) will Landwirt werden. Aktuell studiert er in Weihenstephan, wenn er abgeschlossen hat, will er aufs Land ziehen und den Hof seines Vaters übernehmen. Mit seinem Freund Moritz Roßdeutscher (rechts) hat er einen Film zum Thema gedreht.

Der Augsburger Andreas Burkhardt hat sich nach dem Abitur entschlossen, Agrarmanagement zu studieren. Wie er als angehender Landwirt gegen Vorurteile kämpft.

Andreas Burkhardt ist 19 Jahre alt und studiert seinen Traumberuf. Wenn er mit der Ausbildung fertig ist, ist er Biologe, Meteorologe, Chemiker, Mechaniker und Betriebswissenschaftler. Der Lechhauser will Landwirt werden und studiert in Weihenstephan Agrarmanagement. Und weil ihn seine alten Schulkameraden vom Fuggergymnasium für diesen Berufswunsch für verrückt gehalten haben, hat er gemeinsam mit seinem Freund Moritz Roßdeutscher einen Film gedreht, warum es einen Städter aufs Land zieht. Der Film hat jetzt bei einem bundesweiten Wettbewerb den zweiten Platz bekommen.

„Ich bin ein ganz normaler Augsburger Stadtjunge und habe mein ganzes Leben in Lechhausen verbracht“, erzählt er. „Aber weil mein Vater und auch mein Großvater Landwirte sind, war ich auch schon immer an den Wochenenden und in den Ferien auf unserem Hof und habe mitgeholfen“, erzählt er.

Jeden Morgen fährt er zur Arbeit

Der „Freiberger Hof“ liegt zwischen Burgau und Zusmarshausen und hat 120 Hektar Land, auf dem Vater Burkhardt Ackerbau betreibt. Jeden Morgen fährt er 40 Kilometer „in die Arbeit“, am Abend kommt er nach Hause. „Mein Vater ist sein eigener Herr, teilt sich seine Arbeit selbst ein und lebt mit der Natur“, so der Student. Es habe etwas gedauert, bis er verstand, was sein Vater an der Tätigkeit liebt – doch dann war er Feuer und Flamme. „Früher habe ich gedacht, ich bleibe auf alle Fälle in Augsburg, aber jetzt möchte ich nach der Ausbildung hinausziehen“, sagt er und schwärmt von der Idylle auf dem Hof.

Als er in der Oberstufe seinen Berufswunsch in einem Referat vorstellte, sei er bei den Kameraden auf Unverständnis gestoßen, erinnert sich Andreas. „Bauer, bist Du dafür nicht völlig überqualifiziert, reicht dafür nicht auch die Hauptschule?“, war die Reaktion seiner Mitschüler. „Dass man den Beruf auch studieren kann, hat keiner gewusst“, wundert er sich. „Das Image der Landwirte ist schlecht: Wir töten Bienen, und verseuchen das Grundwasser, heißt es“ sagt Burkhardt. Deshalb kam der Wettbewerb „clip my farm – Stadt Land Plus“ eines Landwirtschaftsverlages gerade recht. Ziel des alle zwei Jahre stattfindenden Wettbewerbs ist es, der Öffentlichkeit ein realistisches Bild von der heutigen Landwirtschaft zu vermitteln. In dem Clip „Miteinander Wachsen“ zeigt Andreas Burkhard sein Leben zwischen Stadt und Land, es kommen Freunde aus beiden Bereichen zu Wort.

Es geht ums Leben in Stadt und Land

Gedreht hat den Videoclip Moritz Roßdeutscher, der mit Andreas gemeinsam das Fugger Gymnasium besucht hat. „Wir haben uns überlegt, welche Geschichte wir erzählen wollen und dann ein Drehbuch geschrieben“, berichtet der Filmer. Dabei hätten jeweils die Hintergründe gewechselt – Szenen in denen es inhaltlich übers Landleben geht, wurden in der Innenstadt gedreht, auf dem Traktor erzählt Andreas über sein Stadtleben. Für die Preisverleihung wurden die beiden Filmemacher auf die grüne Woche nach Berlin eingeladen, wo sie ihre Auszeichnung im Beisein der österreichischen Landwirtschaftsministerin bekamen. Dass sich die Freunde aus Stadt und Land näherkommen können, dafür sorgt der Student mit Hofparties. „Die Leute, die zusammenkommen, sind so verschieden – aber alle verstehen sich“, freut sich der werdende Landwirt.

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